solarcomplex-Vorstand Bene Müller stand ECOreporter Rede und Antwort. / Foto: solarcomplex

  Nachhaltige Aktien

Aktienangebot von solarcomplex läuft weiter – Windpark jetzt im Bau

Die solarcomplex AG hat gemeldet, dass mehr als die Hälfte ihrer laufenden Kapitalerhöhung gezeichnet ist. Das Unternehmen aus Baden-Württemberg plant, das Kapital in die Errichtung weiterer Solarparks und Wärmenetze zu investieren. Aber auch im Windenergiebereich konnte solarcomplex einen Erfolg verbuchen. Das bisher größte Projekt des Unternehmens befindet sich nach rund zehnjähriger Genehmigungsprozessphase nun im Bau.

Die solarcomplex AG bietet mit der aktuellen Emission insgesamt 2,5 Millionen Aktien im Nennwert von 1 Euro an, zu je 3,10 Euro für Neu-Aktionäre und zu 3,00 Euro für Bestandsaktionäre. Für neue Aktionärinnen und Aktionäre beträgt die Mindestzeichnung 2.000 Aktien. Das Emissionsvolumen von insgesamt rund 7,5 Millionen Euro ist nach Angaben des Unternehmens aus Singen in der westlichen Bodensee-Region zu mehr als der Hälfte gezeichnet (Stand: 3. Februar 2025).

ECOreporter hat das Aktienangebot analysiert

Wie sieht die Dividendenpolitik der solarcomplex AG aus? Wie haben sich die Umsatzerlöse, Gewinne und das Anlagevermögen des Unternehmens entwickelt? Wo liegen die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken für die Emittentin und ihre Aktionärinnen und Aktionäre?

Antworten auf diese und weitere Fragen sowie das Fazit von ECOreporter erhalten Sie hier in unserer ausführlichen Analyse.

Aktuelle Informationen zu dem großen Windkraftprojekt und weiteren neuen Entwicklungen und Prognosen von solarcomplex erhalten sie im Folgenden. Unter anderem erklärt solarcomplex-Vorstand Bene Müller, warum in einem der Geschäftsbereiche ein geringeres Umsatzwachstum ein positives Zeichen sein kann.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Gegenüber ECOreporter hat solarcomplex-Vorstand Müller die Entwicklung in den drei Kerngeschäftsfeldern des Unternehmens erläutert:

Photovoltaik

Nach Einschätzung von Müller wird solarcomplex angesichts der fortlaufend immer weiter fallenden Investitionskosten pro Kilowatt (kW) die geplanten Umsätze im Photovoltaik-Bereich nicht erreichen. Bei gleicher installierter Leistung werden die daraus erzielten Umsätze immer weniger. Oder anders gesagt: Man müsse immer mehr installieren, um den Umsatz zu halten. solarcomplex werde in 2025 voraussichtlich rund 40 Megawatt (MW) Photovoltaik neu installieren, davon rund 25 MW Freiland und rund 15 MW große Dachanlagen. Daraus resultiere ein Umsatz von eher 35 als 40 Millionen Euro. Das Ergebnis passe aber weiterhin, erklärt Müller gegenüber ECOreporter.

Windkraft

Der Windpark Länge im Schwarzwald-Baar-Kreis ist nun in der Umsetzung. Das Projekt umfasst sechs Nordex-Windkraftanlagen mit je 5,7 MW Nennleistung. Der Windpark Länge ist nach Angaben von Bene Müller mit rund 60 Millionen Euro Investitionsvolumen das bisher größte solarcomplex-Projekt. Müller nennt Details: „Im November 2024 wurde ein gerichtlicher Vergleich geschlossen, seitdem ist unsere BImSchG-Genehmigung bestandskräftig. Der Wegebau sowie die Verlegung der Kabel im Windpark sind abgeschlossen. Aktuell erfolgt der Aushub der Fundamentgruben, im März sollen witterungsabhängig die Fundamente gegossen werden. Laut aktuellem Projektzeitplan ist die Inbetriebnahme im Juli 2026.“ BImSchG steht für Bundes-Immissionsschutzgesetz.

Die solarcomplex AG hat das Windenergieprojekt Länge entwickelt, das einen langen Anlauf brauchte. Die Baugenehmigung wurde bereits vor mehreren Jahren erteilt, nach Klagen verhängte aber im Frühjahr 2019 das zuständige Gericht einen Baustopp. Im Dezember 2019 bestätigte der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim den Baustopp. Grund: Das von den Behörden vorgegebene Genehmigungsverfahren war rechtswidrig. Die solarcomplex AG hält laut Prospekt 25 Prozent der Anteile an der Projektgesellschaft solarcomplex GmbH & Co. KG Windpark Länge, die den Windpark betreiben soll.

Wärmenetze

In den Konstanzer Teilorten Dingelsdorf und Wallhausen plant solarcomplex zwei Wärmenetze mit einer kombinierten Heizzentrale und einem Investitionsvolumen von 23 Millionen Euro. Dort soll erstmals die Energie des Bodensees über eine Großwärmepumpe mit 1,6 MW el (elektrisch) und 4 MW th (thermisch) angezapft werden. Zur Deckung des Strombedarfs soll nach Angaben von Müller in Sichtweite der Heizzentrale eine Freiland-Photovoltaikanlage gebaut werden, die übers Jahr etwa die Hälfte des Strombedarfs der Wärmepumpe liefern könne. Dazu sollen Wärmepumpe und Pufferspeicher überdimensioniert werden, um insbesondere tagsüber (und bei niedrigen oder gar negativen Strompreisen) zu produzieren. Nach Einschätzung von Müller handelt es sich um das derzeit größte und innovativste Wärmewende-Projekt im Landkreis Konstanz und darüber hinaus.

Verwandte Artikel

04.12.24
 >
18.11.24
 >
23.03.26
 >
26.12.25
 >
20.04.26
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x