Die zwei größten Eisenbahnkonzerne Kanadas haben im Streit mit der Gewerkschaft Teamsters ihr Streckennetz vorerst stillgelegt. / Foto: Canandian National Railway

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Arbeitskampf: Canadian National Railway und Canadian Pacific Kansas City stoppen Schienenverkehr

Kanadas größte Eisenbahnkonzerne Canadian National Railway (CN) und Canadian Pacific Kansas City (CPKC) haben im Streit mit der Gewerkschaft Teamsters am heutigen Donnerstag wie angekündigt fast 10.000 Beschäftigte ausgesperrt. Das Schienennetz der Konzerne in Kanada steht still, die Verhandlungen sollen weitergehen.

Die Unternehmen hatten den Schritt im Vorfeld angekündigt, sollte nicht ein kurzfristiger Durchbruch in den Verhandlungen erzielt werden. ECOreporter berichtete hier. Parallel hatte Teamsters bereits erklärt, ohne eine Einigung ab heute in einen 72-stündigen Streik zu treten.

Konzerne und Gewerkschaft beschuldigen sich gegenseitig

Das Ergebnis ist ein noch nie dagewesener Stillstand im kanadischen Güterverkehr, der auch den grenzüberschreitenden Handel mit den USA erheblich beeinträchtigen könnte. Die Unterbrechung werde den Transport von Getreide, Kali und Kohle lahmlegen und auch die Lieferungen von Erdölprodukten, Chemikalien und Autos verlangsamen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Experten hatten gegenüber der Nachrichtenagentur erklärt, dass der Stillstand zu einem wirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe führen könnte. Kanada ist flächenmäßig das zweitgrößte Land der Welt und beim Gütertransport in hohem Maße auf den Schienenverkehr angewiesen.

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Die kanadischen Eisenbahnen transportieren Reuters zufolge jährlich Güter im Wert von rund 380 Milliarden Kanadischen Dollar (251 Milliarden Euro). Nach Angaben des US-Verkehrsministeriums machte der Schienenverkehr in der ersten Jahreshälfte 14 Prozent des gesamten bilateralen Handelsvolumens von 382,4 Milliarden US-Dollar zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada aus.

Dem Stillstand vorausgegangen waren monatelange Gespräche. Die Gewerkschaft Teamsters und die Unternehmen werfen sich dabei gegenseitig vor, die Verhandlungen zu sabotieren.

So fordert Teamsters nach eigenen Angaben bessere Bestimmungen etwa für Ruhezeiten und Schichtplanung. Laut der Gewerkschaft sei dies essenziell, um die Sicherheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten – von den Konzernen sei aber kein Vorschlag ernsthaft in Betracht gezogen worden.

CN erklärte wiederum, man habe bessere Löhne und weniger Arbeitstage angeboten, aber die Gewerkschaft sei nicht darauf eingegangen. Auch CPKC teilte mit, das Angebot des Unternehmens umfasse wettbewerbsfähige Lohnerhöhungen und höhere Schichtzuschläge. Gewerkschaft und Unternehmen wollen nach eigener Aussage am Verhandlungstisch bleiben.

Industrieverbände hatten die kanadische Regierung aufgefordert, den Stillstand zu verhindern und ein verbindliches Schiedsverfahren einzuleiten. Arbeitsminister Steven MacKinnon hatte dies jedoch abgelehnt und erklärt, dass die Konzerne und die Gewerkschaft ihre Differenzen auf dem Verhandlungsweg ausräumen sollten.

Aktien reagieren kaum

An der Börse blieb eine nennenswerte Reaktion auf die Stilllegung der Streckennetze zunächst aus. Die Aktie von CN ist im gettex-Handel aktuell 0,4 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 102,10 Euro (Stand: 22.8.2024, 9:14 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 3,2 Prozent an Wert eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 1,2 Prozent im Minus.

Die CPKC-Aktie notiert im gettex-Handel aktuell 0,7 Prozent im Plus zum Vortag bei 71,50 Euro (22.8.2024, 9:14 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 4,7 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 2,9 Prozent zugelegt.

ECOreporter sieht die CN-Aktie weiterhin als solides Langfrist-Investment. Der Konzern leidet zwar unter einer geringeren Nachfrage nach Gütertransporten – viele Lagerhäuser sind voll, und das Konsumklima in Nordamerika ist allgemein schwach. Das Unternehmen erwirtschaftet aber weiter solide Gewinne, und die Geschäfte dürften sich in Zukunft wieder erholen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 20 für 2024 ist die Aktie moderat bewertet. Die erwartete Dividendenrendite für 2024 beträgt attraktive 2,1 Prozent. Der Konzern hat seine Ausschüttungen in den letzten 28 Jahren kontinuierlich angehoben.

Auch das Geschäft von CPKC ist langfristig krisenfest und der Konzern solide finanziert. Das erwartete KGV für 2024 liegt mit 26 allerdings höher als beim größeren Konkurrenten CN. Die erwartete Dividendenrendite ist zudem mit 0,7 Prozent kein Einstiegsargument. Ein Investment ist auch hier weiterhin möglich – bei einer Entweder-oder-Entscheidung zwischen den Unternehmen rät ECOreporter aber eher zu Canadian National Railway.

Canadian National Railway ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Nachhaltige Dividendenkönige

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Canadian National Railway Co.: ISIN CA1363751027 / WKN 897879

Canadian Pacific Kansas City Ltd.: ISIN CA13646K1084 / WKN A3D9ZG

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