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ASML übertrifft Erwartungen – Handelsbeschränkungen als Risiko
Der niederländische Chipausrüster ASML hat im dritten Quartal 2025 weiter vom Geschäft mit Künstlicher Intelligenz (KI) profitiert und auch seine Prognose bestätigt. Allerdings sieht das Unternehmen besonders Exportbeschränkungen nach China als Risiko.
In den drei Monaten bis Ende September ging der Umsatz im Vergleich zum zweiten Quartal um gut 2 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro zurück. Der Konzern vergleicht sich traditionell mit dem Vorquartal und nicht mit dem Vorjahr, auch Analysten haben vor allem diesen Vergleich im Blick.
Chinageschäft unter Druck
Die Bruttomarge sank von 53,7 Prozent im zweiten Quartal auf 51,6 Prozent. Der Nettogewinn gab um 7,2 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro nach. Dennoch fielen die Zahlen damit besser aus, als von Analysten erwartet.
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Für das vierte Quartal erwartet ASML unverändert starke Geschäfte. Der Umsatz soll in den letzten drei Monaten des Geschäftsjahres zwischen 9,2 und 9,8 Milliarden Euro liegen. Für die Bruttomarge werden 51 bis 53 Prozent angepeilt. KI wird laut dem Unternehmen der stärkste Wachstumstreiber bleiben.
Allerdings sind die Beschränkungen beim Export nach China für ASML ein Risiko. Auf Druck der US-Regierung haben die Niederlande dem Unternehmen bereits den Export der neuesten Chipmaschinen-Generation in die Volksrepublik verboten.
Die USA wollen den technologischen und militärischen Aufstieg Chinas bremsen – nicht erst seit Donald Trump Präsident ist. Deshalb wurden Handelsbeschränkungen gerade im Technologiebereich fortwährend verschärft, und die Vereinigten Staaten üben Druck auf Verbündete aus, bei Exportkontrollen nachzuziehen. Zuletzt hatten US-Politiker eine weitere Verschärfung des Embargos gefordert.
ASML ist weltweit der einzige Hersteller von Maschinen, mit denen die modernsten Chip-Generationen produziert werden können. Zuletzt machte das China-Geschäft etwa 30 Prozent am Gesamtumsatz des Konzerns aus.
Für 2026 erwartet ASML daher, dass die Nachfrage in China und damit auch der Umsatz in der Volksrepublik deutlich zurückgehen wird. Das starke KI-Geschäft soll die Rückgänge zwar größtenteils ausgleichen. Trotzdem ist der Konzern zurückhaltend, was das Wachstum im kommenden Jahr angeht.
"Wir gehen nicht davon aus, dass der Gesamtumsatz 2026 unter dem von 2025 liegen wird", teilte ASML im Bericht zum dritten Quartal mit. Weitere Details zum Ausblick für 2026 will das Unternehmen erst im Januar bekannt geben.
Gute Aussichten – aber mittelfristig Risiken
An der Börse wurden die Quartalszahlen positiv aufgenommen. Die ASML-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 3,6 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 874,80 Euro (Stand: 15.10.2025, 10:43 Uhr). Auf Monatssicht legte die Aktie 18,8 Prozent zu, im Jahresvergleich stieg der Kurs um 30,2 Prozent.
Grundsätzlich schätzt ECOreporter die Aussichten für ASML weiter als gut ein. Als klarer globaler Technologieführer bei High-End-Chipanlagen wird der Konzern weiter viele Bestellungen erhalten. Sollte die aktuelle Euphorie im überhitzten KI-Sektor allerdings abkühlen, könnte es zunächst zu Rücksetzern auch bei der ASML-Aktie kommen. Das erhöht aktuell das Risiko für ein Investment.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2025 ist mit 35 zudem aktuell hoch. Defensiven Anlegerinnen und Anlegern empfiehlt ECOreporter, sich bis auf Weiteres eher zurückzuhalten. Wer jetzt einsteigt, sollte mit einem langen Anlagehorizont planen.
ASML Holding N.V.: ISIN NL0010273215 / WKN A1J4U4
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