ABO Wind errichtet bereits seit Jahren auch Solaranlagen - deshalb gibt es jetzt mit der neuen Rechtsform auch einen neuen Unternehmensnamen. / Foto: ABO Wind

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Aus ABO Wind wird ABO Energy

Der Erneuerbare-Energien-Konzern ABO Wind ändert wie geplant seine Rechtsform. Gleichzeitig bekommt das Unternehmen aus Wiesbaden einen neuen Namen. Was bedeutet das für die ECOreporter-Favoriten-Aktie?

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am vergangenen Freitag stimmten knapp 87,2 Prozent des vertretenen Aktienkapitals der Umwandlung der Aktiengesellschaft (AG) in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) zu. Aus der ABO Wind AG wird die ABO Energy KGaA. Mit dem neuen Namen möchte das 1996 gegründete Unternehmen unterstreichen, dass es schon lange nicht mehr nur Windparks baut, sondern auch Solaranlagen und große Stromspeicher.

Der Weg ist frei für weitere Kapitalerhöhungen

Anlegerschutzvereine hatten im Vorfeld versucht, die aus ihrer Sicht für Anlegerinnen und Anleger negative Änderung der Rechtsform zu verhindern. Sie konnten aber nicht genügend Aktionäre dazu bewegen, gegen den Antrag von ABO Wind zu stimmen. Der Formwechsel kann Unternehmensangaben zufolge allerdings noch nicht beim Handelsregister eingereicht werden, weil Aktionäre auf der Hauptversammlung Widerspruch gegen die Abstimmung einlegten.

Sobald die neue Rechtsform im Handelsregister eingetragen ist, werden die Firmengründer Jochen Ahn und Matthias Bockholt als Gesellschafter der Komplementärin über die Geschäftsführung der ABO Energy KGaA bestimmen. Die bisherigen Vorstände sollen als Geschäftsführer der Komplementärin weiterhin den Konzern führen. Durch die neue Rechtsform können Ahn und Bockholt auch dann die Entscheidungsgewalt im Unternehmen behalten, wenn ihr Aktienanteil nach geplanten weiteren Kapitalerhöhungen auf unter 50 Prozent sinken sollte. Derzeit besitzen sie 52 Prozent der Aktien.

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„Diese Kontinuität und Verlässlichkeit für unsere Geschäftspartner und Mitarbeitenden zu sichern, waren für Vorstand und Aufsichtsrat ein wichtiges Motiv für den Formwechsel“, erläutert Konzernvorstand Alexander Reinicke. „In der künftigen Struktur können wir perspektivisch auf der Eigenkapitalseite weiter wachsen und zugleich den Wettbewerbsvorteil als von den Gründerfamilien geprägtes Unternehmen bewahren.“

Am Kapitalmarkt war der positive Ausgang der Abstimmung erwartet worden, die ABO Wind-Aktie bewegte sich gestern kaum. Heute ist sie mit einem Plus von 0,7 Prozent in den Tradegate-Handel gestartet und kostet 44,90 Euro (Stand 31.10.2023, 8:00 Uhr). Im Jahresvergleich ist der Kurs um 19 Prozent gefallen, auf fünf Jahre gesehen liegt er knapp 240 Prozent im Plus.

Lohnt sich der Einstieg in die Aktie?

Die lange teure ABO Wind-Aktie verliert seit Februar kontinuierlich an Wert, vermutlich auch wegen der Rechtsformänderung, die die Mitbestimmungsrechte von Aktionären einschränkt. Eine nachhaltige Trendwende ist bislang nicht erkennbar. Die Geschäfte des Unternehmens laufen aber ordentlich: In der ersten Jahreshälfte erzielte der Konzern etwas weniger Gewinn, geht aber weiterhin davon aus, seine Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.

Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 18 für 2023 ist das Papier zwar immer noch kein Schnäppchen, aber vertretbar bewertet. Für Anlegerinnen und Anleger mit einem langen Investitionshorizont bieten sich Einstiegsgelegenheiten.

ABO Wind ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Grüne Spezialwerte. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

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ABO Wind AG: ISIN DE0005760029 / WKN 576002

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