Negative Signale aus der Politik drohen den Solarausbau in Deutschland auszubremsen. / Foto: Pixabay

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Ausschreibung für Solaranlagen deutlich unterzeichnet

In der ersten deutschen Ausschreibungsrunde für Aufdach-Solaranlagen in diesem Jahr war die Nachfrage gering. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 283 Megawatt (MW) wurden 98 Gebote mit einer Gebotsmenge von zusammen nur 177 MW eingereicht. In der vorherigen Ausschreibung gab es noch Gebote für 310 MW. Der Bundesverband Solarwirtschaft sieht eine zunehmende politisch bedingte Planungsunsicherheit.

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge der Ausschreibung für Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden zum Gebotstermin 1. Februar 2026 veröffentlicht. 13 Gebote wurden vom Zuschlagsverfahren ausgeschlossen. Somit hat die Bundesnetzagentur 85 Gebote mit einem Volumen von 155 MW zum Zuschlagsverfahren zugelassen, die alle bezuschlagt werden konnten. 

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte der Februar-Ausschreibungsrunde reichen von 7,88 Cent/kWh bis 10,00 Cent/kWh, dem in diesem Jahr geltenden Höchstwert. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt mit 9,56 Cent/kWh leicht unterhalb des Wertes der vorherigen Ausschreibungsrunde (9,66 Cent/kWh).

Bundesverband Solarwirtschaft fordert Investitionssicherheit

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig, erklärt zum Ausschreibungsergebnis: „Die angespannte Konjunkturlage, in hohem Maße aber auch eine zunehmende politisch bedingte Planungsunsicherheit sind die wesentlichen Ursachen für die schwache Auktionsteilnahme.“ Die Bundesregierung müsse schnell wieder für Investitionssicherheit sorgen, indem sie die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche begrabe, Entschädigungszahlungen im Falle temporärer Netzengpässe ab 2027 zu streichen. Zudem sollten Barrieren beim Netzzugang endlich abgebaut, das Stromnetz effizienter genutzt und der Speicherausbau zur Vermeidung negativer Strompreise vorangetrieben werden, so Körnig.

24 Zuschläge für Solaranlagen in NRW

Die meisten Zuschläge bei der Februar-Ausschreibungsrunde entfielen auf Gebote für Standorte in Nordrhein-Westfalen (50 MW, 24 Zuschläge), gefolgt von Niedersachsen (17 MW, 12 Zuschläge) und Brandenburg (17 MW, 9 Zuschläge).

Sunrock wieder mit zahlreichen Zuschlägen

Vier Zuschläge für zusammen rund 10,8 MW gingen an die Sunrock Solarproject 1 GmbH & Co. KG, die bei den Aufdach-Solarausschreibungen der letzten zwei Jahre bereits zahlreiche Zuschläge erhalten hat. Mittelbarer Gesellschafter des Unternehmens ist die Sunrock Holding Deutschland GmbH, die auch mittelbarer Gesellschafter der GSRE Solarproject 1 GmbH & Co. KG ist. Dieses Unternehmen hat bei der Ausschreibung auch sechs Zuschläge für ein Gebotsvolumen von zusammen rund 15,4 MW erhalten. Die Sunrock-Gruppe ist seit 2020 Teil der Cofra Holding, zu der auch das Bekleidungsunternehmen C&A gehört.

Die nächste Ausschreibungsrunde für Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden wird am 1. Juni 2026 durchgeführt.

Mehr zur Situation im Solarsektor und zu möglichen Einstiegschancen bei Solaraktien lesen Sie hier.

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