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AustriaEnergy baut Projektpipeline aus – wie entwickelt sich die Anleihe?
AustriaEnergy entwickelt in Chile Projekte im Bereich Photovoltaik, Windenergie und grüner Wasserstoff. Das Unternehmen aus Wien hat in diesem Jahr eine besicherte Anleihe auf den Markt gebracht, die einen Zins von 8 Prozent pro Jahr bietet und börsennotiert ist. Wie steht AustriaEnergy finanziell da? Wie ist der Stand bei den großen Projekten? Was plant das Unternehmen in den nächsten Jahren?
Die Umsatzerlöse des Konzerns der AustriaEnergy International GmbH beliefen sich laut der Konzerngewinn- und Verlustrechnung im ersten Halbjahr 2023 nur auf rund 700.000 Euro, weil keine Projekte in dem Halbjahr verkauft wurden. Der Gewinn betrug rund 280.000 Euro. Die Eigenkapitalquote hat sich von 89,6 Prozent zum 31. Dezember 2022 auf 60 Prozent zum 30. Juni 2023 reduziert. Der Rückgang ist nach Angaben des Unternehmens hauptsächlich auf einen Anstieg der Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Emission der grünen Anleihe und einem Darlehen von Oekowind zurückzuführen.
Großes Windparkprojekt noch nicht verkauft
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Die liquiden Mittel des Konzerns sind gemäß den Angaben im veröffentlichten Kurzfassung-Konzernlagebericht für das erste Halbjahr 2023 (vom 27. Oktober 2023) aufgrund der laufenden Entwicklung der Projekte und des noch nicht erfolgten Verkaufs eines großen Windparkprojektes gesunken.
Das Windparkprojekt hat laut Anleiheprospekt eine Nennleistung von 120 Megawatt (MW). Die Entwicklung ist laut Lagebericht nahezu abgeschlossen, und der Verkaufsprozess wurde eingeleitet. Nach Einschätzung von AustriaEnergy im Lagebericht könne dieser Verkaufsprozess abhängig davon, ob mit einem großen industriellen Verbraucher ein langfristiger Energieabnahmevertrag abgeschlossen werden kann, mehr oder weniger Zeit in Anspruch nehmen.
Managementteam personell deutlich aufgestockt
Zum Halbjahresende hatte die Gesellschaft, inklusive eines der beiden neuen Direktoren, 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt. Mit dem zweiten zusätzlichen Direktor ist laut Lagebericht eine vertragliche Einigung erzielt, und er tritt Anfang August ins Unternehmen ein. Damit hat AustriaEnergy nun neben dem Managing-Direktor Helmut Kantner, dem Gründer und Eigentümer der AustriaEnergy-Gruppe, laut Lagebericht je einen verantwortlichen Direktor für die drei Bereiche Finanzwesen, Grün-Wasserstoff sowie netzgebundene Wind- und Solarprojekte mit Energiespeichern.
Bisherige Entwicklungen im zweiten Halbjahr 2023
Nach dem Stichtag 30. Juni 2023 sind laut Lagebericht (vom 27. Oktober 2023) keine Ereignisse eingetreten, die materielle – insbesondere negative – Auswirkungen auf den Fortbestand der Konzerngruppe hätten. Die geplanten Erneuerbare-Energie-Projekte werden nach Angaben von AustriaEnergy erfolgreich weiterentwickelt. Der Schwerpunkt liegt laut Lagebericht aktuell auf der Weiterentwicklung eines Wasserstoffprojektes, das sich plangemäß entwickele, und dem Beginn von Phase II des Wasserstoffprojektes. Zudem ist den Angaben nach eine neue Pipeline aus Photovoltaik- und Windprojekten mit ca. 2 Gigawatt (GW) im Aufbau.
Was plant AustriaEnergy in den nächsten Jahren?
Der Fokus der Geschäftstätigkeit des Konzerns der AustriaEnergy International GmbH wird laut Prognosebericht vom 27. Oktober 2023 in den nächsten Jahren primär auf folgenden Tätigkeiten liegen:
- Verwertung des großen Windpark-Projektes.
- Einreichung des HNH-Wasserstoffprojektes bei der Umweltbehörde bis Anfang 2024. Anschließend werde mit der Vermarktung des Grün-Wasserstoffes/Grün-Ammoniaks sowie mit der Errichtungsplanung begonnen.
- Erweiterung der bestehenden Joint-Ventures auf die Phase II des HNH-Grün-Wasserstoff/Grün-Ammoniak-Projektes mit dem Ziel, diese Entwicklung, die im Wesentlichen aus der Erweiterung eines Windparks mit ca. 2,5 GW Leistung und der Erweiterung der Prozessanlage besteht, noch vor Jahresende 2023 zu beginnen.
- Start der Entwicklung eines dritten Grün-Wasserstoff/Grün-Ammoniak-Projektes, das sich über ca. 60.000 Hektar erstrecken werde. Hier wurden die Windmessanlagen bestellt und sollen im vierten Quartal 2023 in Betrieb gehen.
- Aufbau einer Photovoltaik- und Wind-Projektpipeline mit 2 GW Leistung, bestehend aus acht bis zwölf Einzelprojekten. Hier ist es das Ziel, diese Pipeline spätestens bis Ende 2024 komplett in der Vorbereitung der Beantragung der Genehmigungen zu haben.
Damit wird sich nach Einschätzung von AustriaEnergy in diesem Jahr die in Entwicklung befindliche Anzahl der Projekte auf drei Wasserstoff- und voraussichtlich sechs Wind/Photovoltaik-Projekte mit einer Gesamtleistung von etwa 9 GW steigern. Im Laufe des Jahres 2024 erwartet AustriaEnergy, die Entwicklung um weitere zwei bis vier Wind-Projekte mit einer Gesamtkapazität von ca. 1 bis 1,5 GW zu erweitern.
Erste Umsatzerlöse erwartet AustriaEnergy laut Lagebericht 2024 aus dem Verkauf des großen Windpark-Projektes mit erwarteten Umsatzerlösen von 9 Millionen US-Dollar und 2026 durch den Verkauf der Anteile am ersten HNH-Grün-Wasserstoff/Grün-Ammoniak-Projekt in Höhe von ca. 29 Millionen Dollar.
Anleihe notiert knapp unter 100 Prozent
Das mittelfristig geplante starke Wachstum ab 2023 soll laut Lagebericht einerseits durch den Verkauf des großen Windpark-Projekts und andererseits durch die Aufnahme von langfristigem Fremdkapital (Green Bond) erfolgen.
Die AustriaEnergy International GmbH hat im Juni 2023 eine grüne Anleihe (ISIN: DE000A3LE0J4) begeben und bis zum 30. Juni nur die erste Million Euro platziert. Der Green Bond bietet einen Zins von 8 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2028. An der Börse Frankfurt ist der Anleihekurs seit Börsenstart im Juli relativ stabil und meistens knapp unter 100 Prozent. Derzeit beträgt der Kurs 99,0 Prozent (Stand: 10.11.2023, 9:11 Uhr).
ECOreporter hat die Anleihe von AustriaEnergy hier ausführlich analysiert. In dem ECOanlagecheck erfahren Sie unter anderem, welche Stärken und Schwächen das Unternehmen hat und wie ECOreporter das Rendite/Risiko-Verhältnis der Anleihe einschätzt.
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