Fisker will alle verbliebenen Vermögenswerte verkaufen. / Foto: Fisker Inc.

  Nachhaltige Aktien, Wachhund

Bericht: Insolventem Elektroautobauer Fisker droht Liquidation

Der insolvente Elektroautohersteller Fisker steuert auf eine Liquidation zu. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den Anwalt des Unternehmens. Bei der Aktie droht ein Totalverlust.

Ursprünglich wollte sich Fisker um frische Finanzmittel bemühen, und einen "reduzierten Betrieb" fortzusetzen. Das Unternehmen gehe nun aber nicht mehr davon aus, Geld erhalten zu können, erklärte Fisker-Anwalt Brian Resnick laut Reuters bei einer Anhörung vor dem Konkursgericht in den USA.

Gläubiger können sich offenbar nicht einigen

Das Unternehmen plane deshalb, seine Vermögenswerte zu veräußern. Es sei eine vorläufige Vereinbarung mit einem einzigen Käufer für alle 4.300 Fahrzeuge getroffen worden. Fisker schuldet Reuters zufolge zwei Gruppen von Gläubigern über 850 Millionen Dollar. Die Parteien können sich nach Angaben von Anwalt Resnick aber nicht über die Reihenfolge bei der Auszahlung von verbliebenen Vermögenswerten einigen.

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Fisker wollte seine schwerwiegenden Finanzprobleme durch den Einstieg eines großen, nicht namentlich genannten Autokonzerns (laut Marktbeobachtern Nissan) lösen. Nachdem die Verhandlungen ohne Ergebnis geblieben waren, meldete Fisker in der vergangenen Woche Insolvenz an.

Das Unternehmen leidet unter dem Preiskampf großer E-Autohersteller wie Tesla und BYD. Hinzu kamen in diesem Jahr technische Probleme und Schwierigkeiten im Vertrieb. Im März stoppte das Management die Produktion des einzigen Serienfahrzeugs Ocean beim österreichischen Auftragsfertiger Magna und bediente Zinsen für Wandelanleihen nicht mehr. Anfang Mai meldete sich die österreichische Konzerntochter Fisker GmbH insolvent.

Die Fisker-Aktie hat im April ihre Börsenzulassung in New York verloren, mittlerweile ist das Papier nur noch auf außerbörslichen US-Plattformen handelbar. Dort kostete die Aktie gestern Abend 0,017 Dollar (Stand 27.6.2024, 21:59 Uhr). Im Jahresvergleich hat sie 99,7 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

ECOreporter hatte bereits im November letzten Jahres auf deutlich gestiegene Risiken bei Fisker hingewiesen. Von Spekulationsgeschäften mit der Aktie rät die Redaktion ab. Bei einer Liquidation des Unternehmens würde es für Anlegerinnen und Anleger wahrscheinlich zum Totalverlust ihres Aktienkapitals kommen.

Welche Papiere aus der E-Auto-Branche aussichtsreicher sind, erfahren Sie in unserem Dossier Tesla, BYD, Rivian, Polestar: 10 Elektroauto-Aktien im Crash-Test.

Fisker Inc.: ISIN US33813J1060 / WKN A2P9A3

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