EnviTec betrachtet 2023 als "Ausnahmejahr". / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Biogas-Unternehmen EnviTec investiert 100 Millionen Euro – Appell an die Politik

Das Biogasunternehmen EnviTec aus dem niedersächsischen Lohne geht für 2023 von einem Umsatz auf Rekordniveau aus und will den Anteil der Anlagen im Eigenbetrieb deutlich erhöhen. Auch für 2024 ist das Unternehmen vorsichtig optimistisch.

Für das abgeschlossene, aber noch nicht abgerechnete Geschäftsjahr 2023 erwartet EnviTec weiterhin einen Umsatz in einer Bandbreite von 400 bis 450 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung eines Einmaleffekts kalkuliert das Unternehmen mit einem Ergebnis vor Steuern (EBT) in einer Bandbreite von 85 bis 105 Millionen Euro.

Investition von 100 Millionen Euro

Auch für 2024 ist der EnviTec-Vorstand laut Mitteilung zuversichtlich, "ungeachtet der teils schwierigen regulatorischen Rahmenbedingungen". Das Unternehmen werde "im laufenden Jahr zwar nicht die Ergebnisse des Ausnahmejahres 2023 erzielen können", so Finanzchef Jörg Fischer. Man werde 2024 aber weiter in der Erfolgsspur bleiben. Der vollständige Geschäftsbericht für 2023 einschließlich einer detaillierten Prognose für das laufende Geschäftsjahr soll am 15. Mai erscheinen.

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Mit "enormen Investitionen" will das Unternehmen "weitere mittel- und langfristige Wachstumspotentiale erschließen". Derzeit läuft das laut EnviTec mit mehr als 100 Millionen Euro bislang größte Investitionsprogramm der Firmengeschichte.

"Der Ausbau des Eigenbetriebes und die massive Erweiterung unserer Energieproduktion ist Kern unserer Unternehmensstrategie", erklärt EnviTec-Chef Olaf von Lehmden. Der Betrieb der Anlagen erfolge dabei entweder zu 100 Prozent durch EnviTec selbst oder mit Partnern aus der Landwirtschaft.

Im Heimatmarkt Deutschland betreibt EnviTec inzwischen 81 Anlagen mit einer Biogaserzeugung von rund 1.500 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr, im europäischen Ausland sind es sieben Anlagen mit 180 GWh pro Jahr. Mit der Fertigstellung der in 2023 begonnenen Neuinvestitionen soll sich die Jahresbiogaserzeugung 2025 auf rund 1.800 GWh erhöhen.

Kritik an der Politik

Kritik übt Finanzvorstand Fischer an der Politik. Die Vergütung für die Minderung der Treibhausgas-Quote (THG-Quote) sei in nur einem Jahr von 430 Euro auf 110 Euro pro Tonne CO2 abgerutscht. Dies werde politisch "regelrecht nicht beachtet" und führe zur Verunsicherung in der Branche sowie zu einem merklichen Rückgang an Investitionen in den Märkten Wasserstoff, grüne Mobilität und auch im Ausbau von Biogasanlagen, so Fischer. "Wir hoffen, dass die Politik dieses Thema umgehend aufnimmt und entsprechend agiert."

Die EnviTec-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,4 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 28,80 Euro (Stand: 22.3.2024, 12:29 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 2 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 41,6 Prozent an Wert eingebüßt.

Für ECOreporter bleibt EnviTec ein Investment mit erhöhtem Risiko. Das Servicegeschäft und der Anlagenbau des Unternehmens sind zwar etablierte Sparten, konnten allerdings in der Vergangenheit keine konstanten Ergebnisse liefern. Welche Rolle Biogas und Biokraftstoffe langfristig im Energiemix spielen werden, ist zudem offen. Seit 2022 geht es für die Aktie stetig abwärts. Zwar gab es immer wieder Phasen der Erholung, auf diese folgte aber stets ein Absturz auf ein noch tieferes Niveau. Ein Einstieg kommt nur für sehr mutige Anlegerinnen und Anleger in Betracht.

EnviTec Biogas AG:  ISIN DE000A0MVLS8 / WKN A0MVLS

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