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EnviTec Biogas: Projektverzögerungen drücken Umsatz
Das Biogasunternehmen EnviTec hat im ersten Halbjahr 2023 nach eigener Aussage Rekordergebnisse erzielt. Während der Umsatz wegen Projektverzögerungen leicht sank, profitierte das Unternehmen beim Gewinn von Sondereffekten.
Die Gesamtleistung (Umsatz plus erbrachte, aber noch nicht final abgerechnete Leistungen) steigerte EnviTec zwischen Januar und Juni um 10,3 Prozent zum Vorjahr auf 188,7 Millionen Euro. Da eine Reihe von Projekten zum Stichtag 30. Juni noch nicht fertig war, sank der Umsatz von 144,2 auf 142 Millionen Euro.
Hohe Nachfrage in den USA
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) legte hingegen von 20,1 auf 39,2 Millionen Euro zu. Auch netto stieg der Gewinn kräftig von 17,6 auf 33,3 Millionen Euro. Das hohe Gewinnplus lag allerdings vor allem an einem positiven Sondereffekt von 15 Millionen Euro durch Einnahmen aus dem Stromhandel.
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"Der positive Ertragseffekt aus dem Stromhandel wird sich in dieser Form in den kommenden Jahren voraussichtlich nicht wiederholen", erklärte EnviTec-Finanzvorstand Jörg Fischer laut Mitteilung. "Auch andere Aspekte wie die hohen Preise für Rohstoffe und Baumaterialien könnten unsere Profitabilität perspektivisch belasten."
Gleichzeitig hätten die Rekordergebnisse des ersten Halbjahres aber eine starke Grundlage für den weiteren Erfolg des Unternehmens geschaffen, so der Manager weiter. Vor allem in den USA sieht Fischer eine starke Nachfrage nach Biogasanlagen- und Gasaufbereitungstechnik von EnviTec.
Der Auftragsbestand im Anlagenbau erhöhte sich EnviTec zufolge bis Ende Juni 2023 auf 307,5 Millionen Euro. Zum Jahresabschluss am 31. Dezember 2022 waren es 217,7 Millionen Euro. Mit 235,5 Millionen Euro entfällt der Großteil der Aufträge laut Unternehmen auf die internationalen Biogas-Märkte. Der Anteil der Projekte in Deutschland sei gegenüber 2022 aber ebenfalls deutlich gestiegen.
Für das Gesamtjahr 2023 rechnet EnviTec mit einer Gesamtleistung von 400 bis 450 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis (EBT) wird unter Berücksichtigung des Sondereffekts bei 85 bis 105 Millionen Euro erwartet.
Die EnviTec-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,5 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 37,90 Euro (Stand: 2.10.2023, 9:37 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 8,5 Prozent an Wert verloren, im Jahresvergleich ist sie 25,7 Prozent im Minus.
ECOreporter sieht EnviTec als Investment mit erhöhtem Risiko. Zwar sind Servicegeschäft und der Anlagenbau des Unternehmens etablierte Sparten, die Ergebnisse schwankten in der Vergangenheit aber stark. Zudem ist nach wie vor unklar, welche Rolle Biogas und Biokraftstoffe langfristig im Energiemix spielen werden. Ein Problem sind die für die Produktion notwendigen Rohstoffe, die oft aus der Landwirtschaft kommen. In Dürre- und Unwetterperioden wird das Angebot knapper, und solche Phasen treten mit Voranschreiten des Klimawandels häufiger auf.
Zwar verzeichnet EnviTec über fünf Jahre betrachtet ein Kursplus von mehr als 400 Prozent. Seit einem Allzeithoch im Juli 2022 hat die Aktie aber deutlich an Wert eingebüßt, zwischenzeitliche Erholungsversuche scheiterten. ECOreporter empfiehlt einen Einstieg daher allenfalls Anlegerinnen und Anlegern mit hohem Risikobewusstsein, die die Aktie lange halten wollen.
EnviTec Biogas AG: ISIN DE000A0MVLS8 / WKN A0MVLS