Die BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin wollen die Entwicklung neuer Krebspräparate weiter vorantreiben. / Foto: imago images, Political Moments

  Nachhaltige Aktien

BioNTech erzielt wieder Gewinn, senkt Umsatzprognose

BioNTech geht davon aus, in diesem Jahr weniger Corona-Impfstoff zu verkaufen bislang erwartet. Dennoch ist der Mainzer Pharmakonzern im dritten Quartal in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Die Aktie legt wieder leicht zu.

BioNTech setzte von Juli bis September 895 Millionen Euro um und erzielte einen Nettogewinn von knapp 161 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern wegen der damals noch hohen Nachfrage nach Covid-Impfdosen einen Gewinn von 1,78 Milliarden Euro eingefahren. Im zweiten Quartal 2023 fiel aufgrund von negativen Sondereffekten ein Nettoverlust von 190 Millionen Euro an.

Pfizer und Moderna machen Milliardenverluste

Nach neun Monaten hat BioNTech in diesem Jahr 2,3 Milliarden Euro Umsatz und einen Nettogewinn von 472 Millionen Euro erwirtschaftet. Darin enthalten sind Abwertungen von mehr als 600 Millionen Euro auf abgelaufene Impfstoff-Vorräte beim US-Partner Pfizer. Für das Gesamtjahr geht BioNTech jetzt nur noch von 4 statt 5 Milliarden Euro Umsatz aus, weil die Nachfrage nach Corona-Präparaten bislang hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Die Zahlen für das dritte Quartal fielen besser aus als bei Pfizer und dem Konkurrenten Moderna – die US-Konzerne mussten in dem Zeitraum Milliardenverluste hinnehmen. Wegen der schwächeren Aussichten im Covid-Geschäft will BioNTech seine diesjährigen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 1,8 bis 2,0 Milliarden Euro begrenzen. Bislang waren dafür 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro eingeplant. Zudem sollen die Vertriebs- und Verwaltungskosten von den ursprünglich vorgesehenen etwa 700 Millionen Euro auf ungefähr 625 Millionen Euro gesenkt werden.

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Die Forschung an neuen mRNA-Therapien, vor allem zur Behandlung verschiedener Krebsarten, möchte BioNTech jedoch grundsätzlich wie geplant fortsetzen. Unternehmensangaben zufolge haben im dritten Quartal mehrere klinische Studien in fortgeschrittenen Entwicklungsphasen begonnen. Kapital für Forschung und Entwicklung ist weiterhin ausreichend vorhanden: Nach den Corona-Rekordjahren verfügte das Unternehmen Ende September über 17 Milliarden Euro an liquiden Finanzmitteln.

Die BioNTech-Aktie hat gestern nach Bekanntgabe der neuen Zahlen an der US-Heimatbörse Nasdaq 4 Prozent an Wert gewonnen. Im Berliner Tradegate-Handel kostet sie momentan 93,00 Euro (Stand 7.11.2023, 9:59 Uhr). Nach hohen Verlusten seit Ende 2021 hat sich der Aktienkurs in den letzten Monaten halbwegs stabilisiert. Auf drei Monate gesehen liegt er 4 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat er 40 Prozent verloren. Auf drei Jahre betrachtet beträgt der Wertzuwachs 20 Prozent.

BioNTech befindet sich derzeit in einer Übergangsphase vom reinen Corona-Impfstoff-Hersteller zum breiter aufgestellten Pharmakonzern. Die rückläufigen Umsätze der Corona-Sparte wird BioNTech mittelfristig mit anderen Produkten ausgleichen müssen, in der Erforschung befinden sich neben Krebsmedikamenten etwa Wirkstoffe gegen Malaria oder Grippe. Im Oktober schloss das Unternehmen eine potenziell milliardenschwere Partnerschaft in China zur Wirkstoffforschung.

Investitionsrisiken in China

Ob und wann hier Erfolge erzielt werden, ist unklar. Das sorgte in den letzten zwei Jahren für Unruhe an der Börse. Die Kooperationen in China können zudem ein Problem werden, wenn die Spannungen zwischen Deutschland beziehungsweise der EU und China zunehmen.

Dennoch bleibt die BioNTech-Aktie für ECOreporter ein Investment mit Potenzial. Die Voraussetzungen für eine positive Geschäftsentwicklung sind gegeben: BioNTech ist weltweit führend bei innovativen mRNA-Verfahren und hat nach den letzten Rekordjahren das Geld, um die Entwicklung seiner Nicht-Corona-Präparate voranzutreiben – auch durch Firmenübernahmen wie etwa bei Instadeep.

Nach Einschätzung von ECOreporter ist die Aktie nicht zu teuer. Die Redaktion sieht nach wie vor Einstiegsgelegenheiten für risikofreudige, langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger, die mit starken Kursschwankungen leben können.

Lesen Sie auch: Nachhaltige Gesundheitsaktien: Wo sich jetzt der Einstieg lohnen kann.

BioNTech SE ADR: ISIN US09075V1026 / WKN A2PSR2

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