Birkenstock profitiert derzeit vom positiven Image seiner Schuhe. Reicht das für einen auch auf lange Sicht erfolgreichen Börsengang? / Foto: Birkenstock

  Nachhaltige Aktien

Birkenstock geht an die Börse – sollten Anleger mitgehen?

Die einst so piefigen Birkenstock-Sandalen gelten mittlerweile als Kultobjekte. Jetzt will das Unternehmen aus dem rheinland-pfälzischen Linz am Rhein an die Börse. Wie sind die Aussichten für die Aktie?

Birkenstock möchte in der zweiten Oktoberwoche 10 bis 15 Prozent seiner Anteile an die New Yorker Börse bringen. Die Gesamtbewertung für den Konzern sieht das Management bei mindestens 8 Milliarden US-Dollar. Die Gründerfamilie Birkenstock hatte vor zwei Jahren 65 Prozent des Unternehmens an die Investment-Gesellschaft L Catterton verkauft, damals lag die Gesamtbewertung bei 4,9 Milliarden Dollar.

Birkenstock konzentriert sich derzeit vor allem auf Zuwächse in Nordamerika und Asien. Die Marke hat deutlich an Strahlkraft gewonnen, seit Prominente und Influencer Birkenstock-Schuhe tragen und die Hauptfigur im Kinohit „Barbie“ in Birkenstocks statt High Heels herumläuft. Mittlerweile verkauft das Unternehmen neben Schuhen auch Betten.

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2022 setzte Birkenstock 1,24 Milliarden Euro um, der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 435 Millionen Euro. 2023 rechnet der Konzern, der ausschließlich in Deutschland produziert, mit deutlichen Zuwächsen. Im ersten Halbjahr betrug der Nettogewinn 40 Millionen Euro. Birkenstock erreicht vergleichsweise hohe Gewinnmargen, weil das Unternehmen mehr als ein Drittel seines Geldes über direkte Absatzkanäle verdient, vor allem den Online-Verkauf.

ECOreporter schätzt Birkenstock als überdurchschnittlich nachhaltiges Unternehmen ein. Dennoch sollten Anlegerinnen und Anleger nicht direkt zum Handelsstart in die Aktie einsteigen. Gehen medial viel beachtete Firmen an die Börse, steigen ihre Kurse anfangs für gewöhnlich deutlich an. Zuletzt geschah dies beim (ebenfalls hoch profitablen) Chip-Designer Arm: Kurz nach dem Börsenstart notierte die Arm-Aktie am 15. September bei mehr als 66 Euro, mittlerweile kostet sie nur noch 48 Euro und ist damit weiterhin hoch bewertet.

Auch die Birkenstock-Aktie dürfte anfangs teuer sein. Marktbeobachter gehen davon aus, dass das Unternehmen mit etwa 10 Milliarden Dollar (9,4 Milliarden Euro) bewertet wird. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2023 würde dann bei etwa 100 liegen. Wer sich für ein Investment bei Birkenstock interessiert, sollte abwarten, bis sich der erste Börsen-Run gelegt hat.

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