Mit grünen Geldanlagen können Sie eine hohe nachhaltige Wirkung erzeugen und etwa den Ausbau der Erneuerbaren Energien unterstützen. / Foto: Pixabay

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Nachhaltige Geldanlage: So einfach investieren Sie grün!

Sie wollen Ihr Geld nachhaltig investieren und eine faire Rendite erhalten? Sie interessieren sich für sozial-ökologische Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs? ECOreporter zeigt Ihnen, worauf Sie bei der nachhaltigen Geldanlage achten sollten.

Schauen Sie sich bitte einmal eine ganz normale Steckdose an. Wissen Sie, wie viel Ökostrom sie im Durchschnitt liefert? 2025 waren es rund 56 Prozent, deutlich mehr als die Hälfte des ins Netz eingespeisten Stroms stammte im vergangenen Jahr aus Erneuerbaren Energien. Tendenz: steigend. Die wichtigste Stromquelle in Deutschland ist mittlerweile die Windkraft. Vor 30 Jahren dagegen lieferten fast nur Atom- und Kohlekraftwerke den Strom. Dann begannen die ersten nachhaltigen Anlegerinnen und Anleger, Summen ab 500 D-Mark aufwärts in kleine Windkraftanlagen zu investieren. Echtes Risikokapital, echte nachhaltige Geldanlagen.


Die ersten Windräder konnten nur mit dem Geld von nachhaltigen Anlegerinnen und Anlegern errichtet werden. / Foto: Neil Palmer

Ohne dieses Geld wäre die Windkraft nicht zum Erfolgsmodell geworden. Einige Jahre danach wiederholte sich das mit Solaranlagen. Noch etwas später waren Wind- und Solarenergie so ausgefeilt, dass milliardenschwere Investoren einstiegen.

Heute, in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels, fragen sich wieder hunderttausende Menschen, ob sie mit ihrem eigenen Lebensstil etwas zur Nachhaltigkeit beitragen können. Und wer aktuell Heizöl benötigt oder ein Auto mit Verbrennungsmotor fährt, merkt angesichts der als Folge des Iran-Kriegs deutlich gestiegenen Preise, dass eine größere Unabhängigkeit von fossilen Importen eine gute Idee ist.

Aber eignet sich die Geldanlage hier als Hebel? Ja! Hier ist es sogar einfacher als in den meisten anderen Lebensbereichen. Denn über nachhaltige Geldanlage muss man nicht jeden Tag nachdenken, sondern in der Regel nur in größeren Zeitabständen – und das richtig angelegte Geld arbeitet trotzdem auch in der Zwischenzeit für Nachhaltigkeit.

Wie lege ich am besten nachhaltig an?

Allerdings: Zuallererst sollte man sich zehn Minuten nehmen und über Grundsätzliches nachdenken. Welche Bank will ich, welche Art von nachhaltiger Geldanlage – und wozu überhaupt Geld anlegen? Notieren Sie auf einem Blatt einige Fragen an sich selbst: Wie viel Geld haben Sie und verdienen Sie? Wie viel Geld brauchen Sie monatlich, für sich, für die Ausbildung Ihrer Kinder, für Anschaffungen? Wie lange können Sie Erspartes weglegen?

Und dann: Was ist Ihnen wichtig? Rendite? Sicherheit? Klimaschutz? Soziales? Keine Investitionen in Waffen, in Unternehmen, die von Kinderarbeit profitieren? Eine gesetzliche Definition für Nachhaltigkeit existiert nicht. Nehmen Sie es also persönlich: Allein Ihre Werte und Ideen zählen! Was Sie für nachhaltig halten, ist das Richtige für Ihr Geld. Wenn Sie Anregungen haben möchten, dann schauen Sie einmal in die ECOreporter-Siegel-Kriterien.

So, und wenn Sie jetzt Ihre Antworten haben, dann planen Sie: Bis wann wollen Sie wie viel Ihres Geldes nachhaltig investieren? Sie müssen nicht alles auf einmal umschichten. Tappen Sie nicht in die beliebte deutsche Konsequenz-Falle: Ich kann ja doch nichts zu 100 Prozent ändern – also lasse ich alles beim Alten. Stattdessen gilt: Jeder umgeschichtete Euro hilft!

Welche Bank wähle ich?


Die Bank im Bistum Essen ist stark im Mikrofinanzsektor engagiert und hilft damit Menschen in Entwicklungsländern, sich aus der Armut herauszuarbeiten. Im Bild: ein BIB-Mitarbeiter (r.) im Gespräch mit Mikrokreditnehmern. / Foto: BIB

Viele fragen sich alles Erstes: Muss ich die Bank wechseln, wenn ich nachhaltig investieren will? Nein. Ein Depot eröffnen und es für nachhaltige Investments nutzen können Sie auch bei einer konventionellen Bank. Denn im Prinzip funktioniert jede Bank wie ein Lebensmittelmarkt: Sie können dort die Produkte kaufen, die von ganz verschiedenen Herstellern stammen. Der normale Supermarkt verkauft ja auch Bio-Lebensmittel.

Aber es gibt Argumente, die für den Wechsel zu einem nachhaltigen Geldinstitut sprechen. Denn eine nachhaltige Bank arbeitet auch mit Ihrem Guthaben auf dem grünen Giro- oder Festgeldkonto nachhaltig und vergibt Kredite ausschließlich für sozial-ökologische und ethische Projekte – die Bandbreite reicht von Solaranlagen bis zu sozialem Wohnungsbau. Ihre konventionelle Hausbank tut das vielleicht nicht.

Wir haben für Sie eine Übersicht über Gebühren und Konditionen grüner und ethischer Banken zusammengestellt. Und einen Vergleich der Depotgebühren sowie eine Übersicht zu den Zinsen für Tages- und Festgeld. Auch bei sogenannten Ratenkrediten, also Geld, das zur freien Verwendung verliehen wird, gibt es nachhaltige Banken mit Spitzenkonditionen. Wie Sie ein Aktiendepot sinnvoll aufbauen, erfahren Sie hier.

Möchten Sie jedoch aus persönlichen Gründen einfach bei der Filiale Ihrer Bank bleiben? Dann weisen Sie dort öfters darauf hin, dass Sie nachhaltig anlegen möchten. Kleine Anstöße in die nachhaltige Richtung sind für konventionelle Banken wichtig. 

Sie müssen also nur selbst wissen, was Sie wollen, und Ihre konventionelle Bank entsprechend beauftragen. Dabei hilft Hartnäckigkeit, denn die Banken möchten Sie oft gerne zum Produkt des Monats bekehren. Wimmeln Sie das ab und bleiben Sie bei Ihrem Plan! Und um den umzusetzen, helfen Ihnen die folgenden Tipps.

Das Aktiendepot auf Nachhaltigkeit ausrichten

Wie man unter den tausenden Aktien dieser Börsenwelt die nachhaltigen findet? ECOreporter hat selbst hunderte Aktien im Blick, die als nachhaltig gelten. Um es für Sie einfacher zu machen, hat die Redaktion eine kleine Auswahl an Aktien zu ECOreporter-Favoriten gekürt.

Diese werden in drei Kategorien unterteilt: Dividendenkönige, also Konzerne – groß, eher hellgrün, stabil, mit möglichst sicheren Dividenden. Die Liste dieser 15 Aktien finden Sie hier.

Dann die nachhaltigen Mittelklasse-Aktien: keine Großkonzerne, aber auch Milliarden an der Börse wert und gleichzeitig schon eher Unternehmen, die man sich als nachhaltig vorstellt. Wieder 15 Werte. Und schließlich die Grünen Spezialwerte. Kleiner, grüner, ambitionierter. Aber auch riskanter – deshalb sind es nur acht Aktien.

ECOreporter aktualisiert zudem regelmäßig Aktienübersichten zu zahlreichen Branchen:

Welche nachhaltigen Geldanlagen gibt es?

Wer sein Geld nachhaltig anlegen will, kann aus sehr vielen Möglichkeiten wählen. Grundsätzlich gibt es fast alle "normalen" Finanzprodukte auch in nachhaltigen Varianten. Also beispielsweise Fonds, ETFs, Aktien, Anleihen, Tages- und Festgeld oder auch komplexere Produkte wie Nachrangdarlehen, Genussrechte, ELTIFs oder Unternehmensbeteiligungen. Und auch innerhalb dieser Anlageklassen ist das Angebot in den letzten Jahren meist deutlich breiter geworden – beispielsweise gibt es mittlerweile viele hundert nachhaltige Fonds und ETFs in allen Schattierungen von hell- bis dunkelgrün.

Was versteht man unter nachhaltiger Geldanlage?

Nachhaltige Geldanlage berücksichtigt andere Aspekte als nur beispielsweise Rendite oder Sicherheit: Hier zählen auch soziale, ökologische, ethische und andere inhaltliche Kriterien. Für nachhaltige Geldanlage, ESG-Investments, für grünes Geld oder wie auch immer man diese Art der Kapitalanlage nennt, gibt es aber weiterhin keine gesetzliche Definition. Mittlerweile existieren immerhin mehrere regulatorische Ansätze: Mit der EU-Taxonomie gilt etwa ein konkretes, wenn auch inhaltlich umstrittenes Kriteriensystem zur Bewertung ökologischer Nachhaltigkeit. Seit 2025 gelten zudem erweiterte Anforderungen für die Unternehmens-Berichterstattung – auch hier läuft aktuell eine Reform. Und neue Leitlinien der EU-Marktaufsichtsbehörde ESMA für Fonds und ETFs sollen das Greenwashing in Produktnamen bekämpfen.

Das Drei-Säulen-Modell für Nachhaltigkeit

Wenn man wissen will, was nachhaltig investieren bedeutet, muss man zunächst erklären, was Nachhaltigkeit ist. Am einfachsten beschreibt man sie mit einem Drei-Säulen-Modell: Ökonomie, Ökologie und Soziales gehören zur Nachhaltigkeit. Wobei die Säule "Ökonomie" die ökonomischen Grundlagen insgesamt meint, nicht nur die Rendite. Zu den Grundlagen der Ökonomie gehören Ressourcen, Rechtssysteme, Wirtschaftsweisen. Hinzu kommen Umwelt- und Sozialaspekte.

Aus drei Ecken werden vier

Kennen Sie das Anlagedreieck? Es hat die Eckpunkte Rendite, Sicherheit und Liquidität. Mit der nachhaltigen Geldanlage wird aus dem Anlagedreieck ein Anlageviereck. Eine gute Geldanlage berücksichtigt und balanciert alle diese vier Punkte.

Strenge Ansätze für nachhaltige Geldanlagen, beispielsweise bei manchen Nachhaltigkeitsfonds, lassen nur Investitionen zu, die hohe Umwelt- und Sozialstandards erfüllen. Solche Produkte werden vielfach auch als "dunkelgrüne Investments" bezeichnet. Andere wenden bei der Auswahl nachhaltiger Unternehmenswerte recht durchlässige Filter an. Das sind dann eher hellgrüne Anlagen.

Nachhaltige Geldanlage ist wie eine Stimmabgabe bei der Wahl

Als Anlegerin oder Anleger können Sie mit nachhaltigen Investments mehr als nur finanzielle Ziele verfolgen. Sie können ihr Kapital und ihre persönlichen Ziele und Wertvorstellungen unter einen Hut bekommen. Das ist eine Art Demokratisierung Ihrer Vermögensanlage, denn jeder Kauf eines Wertpapiers bedeutet bei der nachhaltigen Geldanlage eine Stimme für eine zukunftsfähige Welt. Soll Geld in Waffen oder in Kinderarbeit oder in Atomenergie fließen – oder in Erneuerbare Energie, klimaschützende Wirtschaft, soziale Unternehmen?

Bitte bedenken Sie bei Aktien: Sie beteiligen sich an einem Unternehmen. Kursschwankungen gehören dazu. Über die letzten Jahrzehnte sind Aktien dennoch eine der lohnendsten Anlageformen gewesen.

Nachhaltige Anleihen

Sie wollen direkt in Unternehmen investieren, die Ökostrom erzeugen, die Wind- und Solaranlagen bauen und die Energiewende vorantreiben? Dann haben wir bei den ECOanlagechecks für Sie Möglichkeiten aufgelistet. Das sind alles kerngrüne Finanzprodukte. Mehr Wirkung für Klimaschutz kann Geld kaum haben. Und die jährlichen Zinsen liegen oft bei vergleichsweise hohen 5 bis 8 Prozent. Beachten Sie aber bitte die Hinweise auf die teilweise langen Laufzeiten – und die Risiken.

Manche grüne Anleihen können Sie auch an der Börse kaufen, auch über diese Produkte berichtet ECOreporter regelmäßig. Und zwar sowohl über Anleihen eher kleiner Unternehmen als auch über die Anleihen überdurchschnittlich nachhaltiger Großkonzerne. Letztere können angesichts niedriger Bankzinsen auch eine Ergänzung zum Festgeld sein.

Wie finde ich den richtigen nachhaltigen Fonds?

Mit einem ausgewogenen Mix aus nachhaltigen Geldanlagen lässt es sich entspannt in die Zukunft blicken. / Foto: Pixabay

Mittlerweile sind hunderte nachhaltige Fonds in Deutschland zum Verkauf zugelassen. Nur wenige bekommen in den Fondstests von ECOreporter sehr gute Noten, noch weniger erhalten das ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel. Wenn Sie einen Fonds suchen, der zu Ihnen passt, schauen Sie bitte zunächst in die ECOfondstests. Die Redaktion untersucht die Fonds bis in die letzten Winkel und stößt dabei immer wieder auf Grünwäscher, die auch noch Kohleaktien als nachhaltig bezeichnen. Und die Renditen werden auch bewertet – Sie müssen nicht auf Gewinn verzichten. Wie nachhaltige Fonds finanziell laufen, erfahren Sie jeden Monat hier.

Was sind die besten nachhaltigen ETFs?

Kerngrüne Aktien- und Mischfonds gibt es einige, bei den als nachhaltig bezeichneten ETFs sieht es trüber aus. Nur wenige eignen sich für anspruchsvolle nachhaltige Anlegerinnen und Anleger, viele enthalten fast genauso viele Aktien von Ölmultis und Kreuzfahrtanbietern wie herkömmliche ETFs. Aber die Zahl der richtig guten Produkte wächst. Und mittlerweile sollen neue Regeln für Namen das Greenwashing eindämmen. ECOreporter veröffentlicht regelmäßig neue ETF-Tests. Und auch für ETFs stellt ECOreporter jeden Monat eine aktuelle Übersicht zusammen.

Sie möchten in ETFs oder Fonds investieren, die bestimmte Branchen und Aktivitäten ausschließen, etwa Kohle, Rüstung oder Kinderarbeit? Setzen Sie entsprechende Suchfilter in der ECOreporter-Fonds/ETF-Datenbank.

Im Schwarm anlegen: Crowd-Investments

Start-ups finanzieren – zwar mit Risiko, aber auch innovativ und nachhaltig? So etwas findet man beim Crowd-Investment. Allerdings sollten Anlegerinnen und Anleger hier vorsichtig sein, etwa wenn es um sogenannte Nachrangdarlehen geht. Die Redaktion hat daher einen Leitfaden zusammengestellt, worauf Sie beim Investieren im Schwarm achten sollten. ECOreporter-Einschätzungen zu Crowd-Angeboten finden Sie hier.

Nachhaltige Geldanlage tagesaktuell

An den Finanzmärkten geht es angesichts von Krieg und Krisen derzeit besonders unruhig zu – beachten Sie daher auch unsere Hinweise für mehr Sicherheit im Depot. Und vermeiden Sie es, in typische Anlegerfallen zu tappen.

Weitere Tipps zur nachhaltigen Geldanlage finden Sie im ECOreporter-Dossier Grünes Geld: Die 10 besten Tipps für nachhaltige Investments. Und natürlich tagesaktuell in unseren Meldungen und Analysen.

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