Das Foto zeigt ein gemaltes Porträt von Donald Trump. Der US-Präsident bleibt weiterhin unberechenbar - auch für Aktionäre. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Fonds / ETF

Neue Zoll-Drohungen: Blenden die Börsen das Trump-Risiko aus?

Donald Trump droht mal wieder mit hohen Zöllen. An der Börse interessiert das aber kaum jemanden, Leitindizes wie der MSCI World oder der DAX bewegen sich auf Rekordniveau. Alles halb so wild also, oder verdrängen Anlegerinnen und Anleger zu viele Risiken?

Als Donald Trump Anfang April erstmals mit seinen chaotischen „Strafzöllen“ ernst machte, stürzten weltweit die Aktienkurse ab (ECOreporter berichtete hier). Im Laufe des Monats sorgte der irrlichternde US-Präsident für weitere Kurseinbrüche, am 21. April notierte der weltweite Leitindex MSCI World so niedrig wie zuletzt Anfang Februar 2024. Als Trump dann einen Teil der Zölle für 90 Tage aussetzte, ging es an der Börse sofort steil aufwärts. Mittlerweile befindet sich der MSCI World auf einem neuen Allzeithoch. Und Trumps jüngste Drohungen – 30-prozentige Zölle auf Importe aus Europa und Mexiko – lassen die Kurse bislang allenfalls leicht sinken.

Das Problem daran: Die große Mehrheit der Aktionäre spekuliert derzeit darauf, dass Trump erneut nur mit dem Säbel rasselt und die Zölle letztlich nicht in Kraft treten werden. Ob es wirklich so kommt, weiß aber niemand, dazu ist der US-Präsident viel zu unberechenbar. Und sollten die USA tatsächlich hohe Zölle erheben, dürfte es mit dem Sommermärchen an der Börse sehr schnell vorbei sein.

Die Kurse steigen schneller als die Unternehmensgewinne

Hinzu kommt: Viele Aktien sind derzeit hoch bewertet, da sich die Weltwirtschaft abgekühlt hat, die Börsenkurse sich aber weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen. Nach Berechnungen des „Handelsblatts“ sind die Aktien großer US-Konzerne derzeit um etwa ein Drittel teurer als im Durchschnitt der letzten 20 Jahre, gemessen an ihrem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Und auch im rekordhohen DAX liegt das durchschnittliche erwartete KGV derzeit ungefähr 27 Prozent über dem mittleren 20-Jahres-Wert.

ECOreporter rät weiterhin zu erhöhter Vorsicht beim Aktienkauf. Achten Sie darauf, dass Papiere nicht zu hoch bewertet sind und vor allem von Unternehmen kommen, die nachhaltig wirtschaften und langfristig solide Perspektiven haben. Versuchen Sie nicht, schnelle Gewinne einzufahren, sondern halten Sie gute Aktien Jahre, möglicherweise auch Jahrzehnte. So erzielen Sie meist bessere Renditen als mit kurzlebigen Investments – auch in Zeiten, in denen kein bedrohliches Fragezeichen wie Donald Trump über den Finanzmärkten schwebt.

Ebenfalls wichtig: Bleiben Sie breit über viele Länder und nachhaltige Branchen investiert. Und achten Sie darauf, dass Sie mit genügend Kapital in sicheren Geldanlagen wie beispielsweise Festgeld investiert sind, um sich mit Ihrem Investment-Mix wohlzufühlen. Wie wichtig das richtige Risiko-Chance-Gleichgewicht psychologisch ist, erfahren Sie hier.

Welche Aktien derzeit vertretbar bewertet sind, sagt Ihnen ECOreporter in seinen täglichen Meldungen.

Weitere Tipps der Redaktion zum nachhaltigen Investieren in turbulenten Zeiten finden Sie in diesen Artikeln:

Krisen, Kriege, Katastrophen: Welche Geldanlagen verkaufen, welche behalten?

Wo ist mein Geld wirklich sicher?

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