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Nachhaltige Aktien, Fonds / ETF
Lohnt sich nachhaltige Geldanlage unter Trump überhaupt noch?
Es gab schon schönere Zeiten, um sein Geld grün zu investieren. Die Börsenkurse schwanken stark, und überall sind Risiken gestiegen, seit Donald Trump zum zweiten Mal die USA regiert. Jetzt nur noch auf Tagesgeld zu setzen, ist aber keine Lösung.
In den letzten Monaten erreichten ECOreporter zahlreiche Mails und Anrufe von Anlegerinnen und Anlegern, die um ihre Investments fürchten oder nicht wissen, wo sie ihr Geld aktuell noch sinnvoll nachhaltig anlegen sollen. Die Verunsicherung ist verständlich: Seit Donald Trump jede Woche neue Zölle und Handelsverbote einführt, wieder zurücknimmt und erneut androht, können viele Unternehmen kaum noch seriöse Geschäftsprognosen abgeben – von ruhig arbeiten ganz zu schweigen.
Feindbild Nachhaltigkeit
Und Trumps Kampagnen gegen alles, was mit Klimaschutz, Gleichberechtigung und Demokratie zu tun hat, machen es noch schwieriger, die Erfolgsaussichten grüner Investments zu beurteilen. Also am besten alle nachhaltigen Geldanlagen verkaufen und warten, bis Trump nicht mehr Präsident ist?
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ECOreporter rät klar davon ab. Trump macht sich gerne größer, als er tatsächlich ist. Überschätzen Sie nicht die Macht, die er und seine Handlanger über die Finanzmärkte haben. Vor allem die Flucht internationaler Investoren aus US-Staatsanleihen zwingt die Regierung in Washington mittlerweile dazu, bei destruktiven Vorhaben Rückzieher zu machen. Denn bei einer Staatspleite der Vereinigten Staaten hätte selbst ein notorischer Lügner und Säbelrassler wie Trump Schwierigkeiten, sich im Amt zu halten. Sogar für die von ihm gehassten Windparks gibt es bereits wieder Baugenehmigungen in den USA.
Und auch an der Börse geht es hoch her, aber nicht immer nur abwärts. Der weltweite Aktienleitindex MSCI World notiert aktuell auf einem ähnlichen Niveau wie Anfang November 2024, als Trump die Wahl gewann. Dass die Kurse zwischen Februar und April dieses Jahres einbrachen, lag neben Trumps desaströser Politik auch daran, dass viele US-Aktien im Nachhall des Wahlsieges viel zu stark gestiegen und damit überteuert waren.
Weitere Rückschläge sind wahrscheinlich
Das alles soll nichts beschönigen: Vermutlich werden die Börsenkurse auch in den nächsten Monaten, vielleicht sogar Jahren immer wieder stark schwanken und zwischenzeitlich auch erneut einbrechen. Aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass wirklich gute Geldanlagen die Ära Trump halbwegs unbeschadet überstehen werden.
Und wirklich gut ist, was auch vor Trump schon wirklich gut war: breit über viele Länder und Branchen gestreute Investments in solide wirtschaftende Unternehmen mit zukunftsträchtigen Geschäftsmodellen. Darunter fallen insbesondere auch nachhaltige Unternehmen. Denn Erneuerbaren Energien beispielsweise gehört die Zukunft, ob es einem US-Präsidenten nun passt oder nicht – einfach schon, weil sie konkurrenzlos günstig sind. Und Konzerne mit einer diversen Belegschaft und fairen sozialen Strukturen werden auf lange Sicht immer Wettbewerbsvorteile haben. Toxische Männlichkeit hingegen nicht.
Ein langer Atem dürfte sich auszahlen
Wichtig ist es daher, geduldig zu bleiben. Verkaufen Sie keine Aktien, Fonds oder ETFs, nur weil sie seit einigen Monaten in den roten Zahlen sind. Warum das meist keine gute Idee ist, lesen Sie hier.
Planen Sie langfristig, an der Börse am besten mit einem Horizont von zehn Jahren oder mehr. Und setzen Sie nicht nur auf Fonds, ETFs und Aktien, sondern auch auf sicherere Investments wie Tages- und Festgeld oder Geldmarktfonds. Ihr Sicherheitsbaustein sollte so groß sein, dass Sie gut schlafen können, auch wenn Ihre Fonds oder Einzelaktien mal in der Verlustzone feststecken. Betrachten Sie in solchen Phasen die langfristige Gesamtrendite aller Ihrer Geldanlagen – das nimmt oft schon einigen Stress raus. Und wenn Sie sich wirklich von Wertpapieren trennen wollen oder müssen: Lesen Sie unser Dossier „Wie verkaufe ich am schlauesten Aktien?“.
Warum nicht gleich nur sehr sichere Finanzprodukte kaufen? Simple Antwort: Weil sie deutlich weniger Rendite bringen. Wer nichts von seinem Geld an der Börse anlegt, steht spätestens nach 15 Jahren fast immer viel schlechter da als jemand, der mit Augenmaß Fonds oder ETFs gekauft hat – selbst wenn es in dieser Zeit große Börsencrashs gab. Lassen Sie sich Ihre Renditen von Donald Trump nicht kaputtmachen – wenn Sie wollen, haben Sie einen längeren Atem als er.
Welche Aktien derzeit vertretbar bewertet sind, sagt Ihnen ECOreporter in seinen täglichen Meldungen. Beachten Sie auch unsere Übersichten zu nachhaltigen Fonds und zu grünen ETFs.
Weitere ECOreporter-Tipps zum nachhaltigen Investieren in unruhigen Zeiten finden Sie unter anderem in diesen Artikeln:
Krisen, Kriege, Katastrophen: Welche Geldanlagen verkaufen, welche behalten?
5 Tipps: So sorgen Sie für mehr Sicherheit im nachhaltigen Aktiendepot
Donald Trump ist wieder da: Das sollten Sie bei nachhaltigen Investments jetzt beachten