Deutscher Weleda-Standort in Schwäbisch-Gmünd. Das Unternehmen ist etwas profitabler geworden. / Foto: Weleda

  Nachhaltige Aktien

Bringt eine Ex-Opel-Managerin Weleda wieder auf Kurs?

Nach einem schwachen Vorjahr ist das Schweizer Naturkosmetik-Unternehmen Weleda 2023 wieder gewachsen. Der Wechsel an der Konzernspitze scheint sich auszuzahlen. Auch für Anlegerinnen und Anleger?

Weleda setzte im letzten Jahr 421 Millionen Euro um, knapp 2 Prozent mehr als 2022. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich von minus 3 auf plus 13 Millionen Euro, auch aufgrund von Entlassungen.

Während der Umsatz mit Naturkosmetik, das Kerngeschäft des Konzerns, um 4,2 Prozent zulegte, blieben die Erlöse in der seit Jahren kriselnden Pharmasparte nahezu unverändert. Am stärksten stieg der Umsatz in Großbritannien (plus 45 Prozent), Brasilien (plus 32 Prozent) und der Tschechischen Republik (plus 27 Prozent). „Weleda steht auf einem sehr soliden Fundament und hat die richtigen Entscheidungen für die Zukunft getroffen“, sagt Verwaltungsratspräsident Thomas Jorberg, ehemaliger Vorstand der Bochumer GLS Bank.

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Die neue Weleda-Chefin Tina Müller, seit Oktober 2023 im Amt und zuvor Top-Managerin bei Opel und Douglas, will in den nächsten Jahren vor allem in Nordamerika und Asien expandieren. Weleda verdient mittlerweile die Hälfte seines Geldes außerhalb des deutschsprachigen Raums.

Müllers Plan sieht vor, den Konzernumsatz bis 2030 zu verdoppeln. Mit dazu beitragen soll auch der Ausbau des Online-Geschäfts. Im Februar dieses Jahres eröffnete das Unternehmen seinen deutschen Webshop, zudem sind hierzulande weitere Weleda-Filialen geplant. Um den Pharmabereich zu stärken, soll die Wirksamkeit der homöopathischen Weleda-Arzneimittel nun regelmäßiger in Studien belegt werden.

Wie attraktiv ist ein Einstieg bei Weleda?

Bei der Nachhaltigkeit will Müller keine Abstriche machen: „Uns geht es um Wachstum mit Verantwortung, um Wachstum im Einklang mit Mensch und Natur. Wir wachsen und nehmen Einfluss, wir leisten einen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft. Das ist unser Weg, und der ist für uns nicht verhandelbar.“

Die nur 19.000 aktienähnlichen Weleda-Partizipationsscheine (ISIN CH0004960180) werden in kleinen Stückzahlen auf außerbörslichen Schweizer Plattformen wie OTC-X gehandelt, der Kurs ist seit Jahresanfang um knapp 10 Prozent gestiegen. Der Partizipationsschein kostet derzeit so viel wie vor fünf Jahren, 2022 hatte er deutlich an Wert verloren.

Es gibt auch eine Weleda-Aktie, die aber nur mit Zustimmung des Verwaltungsrates gekauft werden kann. Aktuell ist ein Erwerb von Anteilen nach Einschätzung von ECOreporter wenig attraktiv – Weledas Margen sind nach wie vor schwach und die langfristigen Aussichten für die hochpreisigen Produkte des Unternehmens unklar.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Diese nachhaltigen Gesundheitsaktien haben die besten Aussichten.

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