BYD will Elektroautos so schnell aufladen lassen, wie Benziner an der Zapfsäule brauchen. / Foto: BYD

  Nachhaltige Aktien

BYD-Elektroauto soll sich in fünf Minuten laden lassen

Die Aktie des chinesischen Elektroautobauers BYD hat seit Jahresbeginn stark an Wert gewonnen. Wie schätzt ECOreporter das Papier ein?

Der Börsenkurs von BYD ist auf drei Monate gesehen 48 Prozent im Plus. In den letzten zwölf Monaten hat er knapp 90 Prozent zugelegt, in den letzten fünf Jahren sogar mehr als 1.000 Prozent. Im gettex-Handel notiert die Aktie heute 2 Prozent im Plus zum Vortag bei 49,53 Euro (Stand 19.3.2025, 9:28 Uhr). Der Konzern kommt mittlerweile auf eine Marktkapitalisierung von über 160 Milliarden US-Dollar und ist damit wertvoller als VW, General Motors und Ford zusammen.

Hintergrund der jüngsten Zuwächse sind die Schwäche des Konkurrenten Tesla, der für die politischen Entgleisungen seines Chefs Elon Musk abgestraft wird, aber auch technologische Neuerungen bei BYD. Der Konzern hat etwa angekündigt, ab 2030 Festkörperakkus serienmäßig in alle seine Fahrzeuge zu verbauen (ECOreporter berichtete hier). Festkörperakkus haben eine längere Lebensdauer als die heute üblichen Lithium-Ionen-Akkus, lassen sich schneller laden und stellen ein deutlich geringeres Brandrisiko dar.

Eine aktuelle Einschätzung der BYD-Aktie finden Sie im Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Zudem stellte BYD Anfang dieser Woche ein neues Ladesystem vor, mit dem sich das BYD-Premiumfahrzeug Han L innerhalb von fünf Minuten für eine Reichweite von 470 Kilometern aufladen lassen soll. Möglich ist dies laut BYD wegen des neuen 1.000-Volt-Systems im Han L und Ladesäulen mit einer Leistung von bis zu 1.000 Kilowatt. Mehr als 4.000 dieser Hochleistungsladesäulen will das Unternehmen in China installieren. Das dürfte Tesla in seinem wichtigsten Markt weiter schwächen – dessen Supercharger brauchen fast sechsmal so lange, um die gleiche Reichweitenleistung zu liefern wie das neue BYD-System.

Wirtschaftlich steht BYD ordentlich da. Plug-in-Hybride mit einberechnet, ist das Unternehmen der größte Elektroautobauer der Welt. Bei rein elektrischen Modellen war BYD zuletzt die Nummer zwei hinter dem größten Rivalen Tesla und lag 2024 nur noch 30.000 Einheiten hinter den Amerikanern. Zudem hat die BYD-Gruppe noch weitere Standbeine, darunter eine eigene Batteriefertigung. Mehr E-Autobatterien als das Unternehmen verkauft nur der chinesische Weltmarktführer CATL.

Westliche Zölle bremsen das Wachstum aus

In China, dem größten Automarkt der Welt, ist BYD Marktführer. In Europa läuft das Geschäft hingegen zäh, auch wegen der EU-Strafzölle auf importierte chinesische Fahrzeuge. BYD will 2025 mit einer eigenen Fabrik in Europa starten und betreibt eine Marketingoffensive. Weil in den USA noch deutlich höhere Strafzölle gelten, hat der Konzern dort kaum Chancen, sich als Massenhersteller zu etablieren. BYD dürfte bis auf Weiteres weitestgehend auf asiatische Absatzmärkte beschränkt bleiben. Vor diesem Hintergrund ist die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2025 von 20 nicht niedrig bewertet.

ECOreporter hat bei chinesischen Aktien zudem grundsätzliche Bedenken: Wie alle chinesischen Firmen ist BYD abhängig von Entscheidungen des Regimes in Peking. Und die Skepsis gegenüber Investments in chinesische Unternehmen könnte in der westlichen Welt steigen, weil sich der Handelskrieg zwischen den USA und China in der zweiten Amtszeit Donald Trumps zunehmend verschärft.

Aus nachhaltiger Sicht ebenfalls bedenklich: Brasilianische Behörden werfen BYD vor, auf einer Baustelle in Brasilien Chinesen unter "sklavenartigen Bedingungen" arbeiten zu lassen (ECOreporter berichtete hier).

BYD Company Limited:   ISIN CNE100000296 / WKN A0M4W9

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

Verwandte Artikel

17.03.25
 >
10.03.25
 >
18.02.25
 >
06.02.25
 >
06.01.25
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x