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BYD macht erstmals mehr Umsatz als Tesla
Der chinesische Elektrofahrzeughersteller BYD hat 2024 den US-Konkurrenten Tesla beim Umsatz überholt. Unterdessen bricht der Tesla-Absatz in Europa drastisch ein – Grund dürften die politischen Aktivitäten von Konzernchef Elon Musk sein.
BYD erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 777 Milliarden Yuan (99 Milliarden Euro), ein Plus von 29 Prozent zum Vorjahr. Tesla hatte 2024 nur knapp 98 Milliarden US-Dollar eingenommen, umgerechnet etwa 90 Milliarden Euro.
Beim Absatz nur noch knapp hinter Tesla
Auch BYDs Nettogewinn zog kräftig an und stieg um 34 Prozent auf 40,3 Milliarden Yuan (5,1 Milliarden Euro). Hier bleibt Tesla vorne, auch wenn sich der Gewinn des US-Konzerns im vergangenen Jahr auf 7 Milliarden US-Dollar (6,6 Milliarden Euro) rund halbierte.
2024 verkaufte BYD insgesamt 4,25 Millionen Fahrzeuge, davon waren 1,76 Millionen reine Elektroautos. BYD hat, anders als Tesla, auch Plug-in-Hybride im Angebot. Tesla lieferte 2024 weltweit 1,79 Millionen Autos aus und liegt damit bei reinen Elektroautos nur noch knapp vor den Chinesen.
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Aktuell erlebt Tesla auf dem europäischen Markt einen dramatischen Einbruch. Laut Zahlen des europäischen Autoherstellerverbands Acea sank der Tesla-Absatz in den ersten zwei Monaten dieses Jahres um 49 Prozent auf 19.046 verkaufte Fahrzeuge – während der Elektroautomarkt grundsätzlich um 24 Prozent wuchs.
In Deutschland sanken die Verkäufe laut Kraftfahrt-Bundesamt noch stärker. Während die E-Auto-Neuzulassungen im Allgemeinen zulegten, gingen sie bei Tesla im Februar um 76 Prozent zurück. Schon im Januar hatte der Konzern bei den Neuzulassungen einen Rückgang um 59 Prozent hinnehmen müssen. Auch Geschäftskunden haben Abstand von Tesla genommen, etwa die Drogeriekette Rossmann und mehrere Energieversorger.
Tesla hat einen enormen Imageverlust erlitten, seit Konzernchef Elon Musk sich US-Präsident Donald Trump und dessen rechter Agenda angeschlossen hat. Musk leitet für Trump de facto das "Department of Government Efficiency" (DOGE), das - obwohl ohne echte Exekutivbefugnisse - Massenentlassungen im öffentlichen Dienst durchsetzt und ganze Regierungsabteilungen abgeschafft hat.
In Europa und auch in den USA gibt es mittlerweile massive Proteste gegen Tesla. Ladestationen, Autohäuser und Fahrzeuge des Konzerns wurden Ziel von Vandalismus und Brandstiftung. Musk sieht die Proteste als politische Verschwörung gegen sich.
Auch die Tesla-Aktie ist in den letzten Monaten eingebrochen, seit Jahresbeginn ging es für den Kurs um 37 Prozent abwärts. Aktuell ist das Papier im Tradegate-Handel zum Vortag 2,1 Prozent im Minus und kostet 255,05 Euro (Stand: 25.3.2025, 10:14 Uhr). Auf Jahressicht notiert die Aktie 64,5 Prozent im Plus.
ECOreporter rät weiter vom Einstieg in die Aktie ab. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 102 für 2025 ist sie deutlich überhitzt. Musks Gebaren ist zudem mit nachhaltigen Grundsätzen nicht vereinbar.
Risiken auch bei der BYD-Aktie
Die BYD-Aktie ist aktuell trotz der guten Zahlen im Tradegate-Handel 4,8 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 47,24 Euro (Stand: 25.3.2025, 10:19 Uhr). Analysten waren enttäuscht, dass der Nettogewinn je Fahrzeug nur um 9 Prozent auf 9.300 Yuan (1.183 Euro) anstieg. Auf Monatssicht hat die BYD-Aktie 1 Prozent eingebüßt, im Jahresvergleich stieg der Kurs um 90 Prozent.
In China, dem größten Automarkt der Welt, ist BYD Marktführer. In Europa läuft das Geschäft hingegen zäh, auch wegen der EU-Strafzölle auf importierte chinesische Fahrzeuge. BYD will 2025 mit einer eigenen Fabrik in Europa starten und betreibt eine Marketingoffensive. In den USA wird für den Konzern hingegen absehbar kein Marktstart möglich sein. Vor diesem Hintergrund ist die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2025 von 20 nicht niedrig bewertet.
ECOreporter hat bei chinesischen Aktien zudem grundsätzliche Bedenken: Wie alle chinesischen Firmen ist BYD abhängig von Entscheidungen des Regimes in Peking. Und die Skepsis gegenüber Investments in chinesische Unternehmen könnte in der westlichen Welt steigen, weil sich der Handelskrieg zwischen den USA und China in der zweiten Amtszeit Donald Trumps zunehmend verschärft.
Aus nachhaltiger Sicht ebenfalls bedenklich: Brasilianische Behörden werfen BYD vor, auf einer Baustelle in Brasilien Chinesen unter "sklavenartigen Bedingungen" arbeiten zu lassen (ECOreporter berichtete hier).
Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T
BYD Company Limited: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T
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