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BYD prüft Bau zweiter Fabrik in Europa
Der chinesische Autokonzern BYD plant offenbar den Bau einer zweiten Fahrzeugfabrik in Europa. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Management des Konzerns. Aktuell entsteht bereits ein erstes BYD-Werk in Ungarn.
Das Unternehmen prüfe aktuell, wo es eine weitere neue Fabrik in Europa bauen kann, und "wenn die Zeit reif ist, werden wir in eine zweite Anlage investieren", erklärte die für Europa und Amerika zuständige BYD-Managerin Stella Li gegenüber AFP. Die erste europäische BYD-Fabrik in Ungarn soll laut Li Ende nächsten Jahres die Produktion aufnehmen.
Plug-in-Hybride für europäischen Markt
Für chinesische Autohersteller könnten eigene Fabriken in Europa künftig wichtiger werden. Die EU wird die Zölle auf aus China importierte Elektroautos voraussichtlich deutlich erhöhen – diese Zölle werden aber nicht für Fahrzeuge chinesischer Hersteller gelten, die in Europa gefertigt wurden. „Wir werden weiterhin in Europa investieren und hier Erfolg haben“, so Li.
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BYD hat wiederholt seine Ambitionen in Europa betont. So will der Konzern nun erstmals Plug-in-Hybridfahrzeuge auf den europäischen Markt bringen, bislang hatte BYD nur vollelektrische Autos exportiert. Plug-in-Hybride verfügen sowohl über einen Verbrennungsmotor als auch über eine elektrische Antriebsbatterie, die aufgeladen werden kann.
Laut Kritikern verbrauchen solche Fahrzeuge noch immer zu viel Benzin - wird das Auto nicht mit der Batterie angetrieben, werden weiter Emissionen ausgestoßen. In China sind die Hybrid-Fahrzeuge für BYD ein großer Erfolg: Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern dort rund 1,5 Millionen Stück, was die Hälfte seines weltweiten Absatzes ausmachte.
Die BYD-Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell 0,3 Prozent im Plus zum Freitag bei 26,73 Euro (Stand: 10.6.2024, 10:51 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 1 Prozent gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 12,4 Prozent im Minus.
In Europa verkaufte BYD 2023 knapp 16.000 Fahrzeuge – etwas mehr als ein Prozent aller in Europa abgesetzten Elektroautos. Diesen Wert will BYD demnach kurzfristig verfünffachen. Das Unternehmen setzt dabei etwa auf eigene Frachtschiffe.
Politische Risiken bleiben
Seine Bekanntheit möchte BYD als offizieller Partner der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland in diesem Sommer steigern. Trotz der ehrgeizigen Expansionspläne macht BYD den wesentlichen Teil seines Geschäfts weiterhin in China, wo der Konzern mittlerweile die Nummer eins ist.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2024 ist mit 17 moderat. Das Unternehmen hat durchaus große Wachstumschancen, Anlegerinnen und Anleger sollten aber die politischen Risiken nicht aus den Augen verlieren: Wie alle chinesischen Firmen ist BYD abhängig von Entscheidungen der Regierung in Peking.
Aufgrund des Handelskriegs zwischen China und den USA und wegen des schwelenden Taiwan-Konflikts dürfte der Konzern auch weiterhin Schwierigkeiten haben, in Teilen der westlichen Welt zu expandieren – in den USA ist ein Marktstart bis auf weiteres ausgeschlossen. Die BYD-Aktie ist nach Einschätzung von ECOreporter kein Investment für defensive Anlegerinnen und Anleger.
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BYD Company Limited: ISIN CNE100000296 / WKN A0M4W9