Mehr als 93 Prozent der Centrotherm-Aufträge stammten im ersten Halbjahr 2023 aus der Chip-Industrie. / Foto: imago images, Westend61

  Nachhaltige Aktien

Centrotherm verfehlt Ergebnis-Ziel im ersten Halbjahr

Der Maschinenbauer Centrotherm aus dem baden-württembergischen Blaubeuren hat im ersten Halbjahr 2023 erneut einen hohen Auftragsbestand verzeichnet und seine Gesamtleistung verbessert. Allerdings sanken der Umsatz und das Ergebnis. Seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen.

Centrotherm erhielt in den ersten sechs Monaten demnach Aufträge im Umfang von 113,2 Millionen Euro. Damit blieben die Bestellungen leicht hinter den 116,3 Millionen Euro, lagen laut Unternehmen aber auf dem hohen Niveau des Vorjahreszeitraums.

Umsatz und Ergebnis sinken

Mehr als 93 Prozent der Aufträge kamen Centrotherm zufolge aus der Halbleiterindustrie. Zum Bilanzstichtag 30. Juni betrug der Auftragsbestand im Konzern 472,8 Millionen Euro nach 423,6 Millionen Euro zum 31. Dezember 2022.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Die Centrotherm-Gesamtleistung, also der Umsatz plus erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Leistungen, verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 65,6 auf 74,1 Millionen Euro. Der Umsatz hat sich allerdings von 134 auf 60 Millionen Euro mehr als halbiert.

Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) brach von 14,3 auf 3,7 Millionen Euro ein. Damit wurden die EBITDA-Ziele des Unternehmens verfehlt.

Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet Centrotherm eine Gesamtleistung von 220 bis 260 Millionen Euro. Beim EBITDA hält das Unternehmen einen niedrigen zweistelligen Millionenbereich für erreichbar. Der Auftragseingang soll bei 250 bis 350 Millionen Euro liegen.

Ergebnisse und Kurs schwanken

An der Börse wurden die Centrotherm-Zahlen schlecht aufgenommen, im Tradegate-Handel ist die Aktie aktuell 4,8 Prozent im Minus und kostet 4,76 Euro (Stand: 12.10.2023, 9:34 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 23,8 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 3 Prozent zugelegt.

Centrotherm ist insbesondere ein Zulieferer der Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie sowie der Photovoltaik-Branche. Hinzu kommen laut Unternehmen Kunden aus der Faser- oder Batterieherstellung. In den letzten Jahren schwankten die Ergebnisse des Unternehmens aber stark, genauso wie der Börsenkurs – auch wenn die Aktie über fünf Jahre betrachtet insgesamt 167 Prozent an Wert gewonnen hat.

Das Geschäftsjahr 2023 wird das Unternehmen voraussichtlich in den roten Zahlen abschließen, die langfristigen Geschäftsaussichten sind unklar. Aus Sicht von ECOreporter ist die Centrotherm-Aktie ein sehr riskantes Investment.

Lesen Sie auch: Das sind die besten Solaraktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnen kann

centrotherm international AG:  ISIN DE000A1TNMM9 / WKN A1TNMM

Verwandte Artikel

20.03.26
 >
09.03.26
 >
21.04.23
 >
15.03.23
 >
14.12.22
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x