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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Chinesische Windräder in Europa: EU-Kommission hat Sicherheitsbedenken
Der Hamburger Investmentfonds und Projektierer Luxcara will für das Offshore-Windkraftprojekt Waterkant die ersten chinesischen Windturbinen in der deutschen Nordsee installieren. Die EU-Kommission und die Windenergiebranche bringen laut einem Bericht des "Handelsblatts" Sicherheitsbedenken vor.
Luxcara möchte vor der Nordseeinsel Borkum 16 Windkraftanlagen des chinesischen Herstellers Mingyang Smart Energy aufstellen, die Installation soll 2028 erfolgen. „Wir sind die Ersten, wir werden aber nicht die Letzten sein, die chinesische Hersteller beauftragen“, sagte Luxcara-Chefin Alexandra von Bernstorff dem "Handelsblatt".
Experten fürchten Einfluss auf kritische Infrastruktur
Bislang wurde das Windgeschäft vor Deutschlands Küste von westlichen Herstellern dominiert, insbesondere Siemens Gamesa, Vestas und General Electric. Nun drängen auch chinesische Anbieter mit günstigen Preisen auf den Markt. Der Vorvertrag mit Mingyang wurde laut Luxcara nach einer internationalen Ausschreibung und einer umfangreichen Due-Diligence-Prüfung unterschrieben.
Die EU-Kommission verfolgt das Projekt laut "Handelsblatt" mit Sorge. Sie hat Sicherheitsbedenken und fürchtet zudem neue Abhängigkeiten. Die Steuerung der Windräder und die Generierung von Daten seien "sehr anfällig für chinesische Einflussnahme", so Luke Patey vom Danish Institute for International Studies gegenüber dem "Handelsblatt".
Das Szenario sei vergleichbar mit der Installation von chinesischer Technologie im europäischen 5G-Netz. Auch dort wird befürchtet, dass China versuchen könnte, sich Zugriff auf Europas kritische Infrastruktur zu verschaffen. Der chinesische Huawei-Konzern wurde deshalb von zahlreichen europäischen Ländern aus den Mobilfunknetzen ausgeschlossen.
Der Preis sei "nicht ausschlaggebend für unsere Entscheidung“ gewesen, erklärte Luxcara-Chefin von Bernstorff im "Handelsblatt". Mingyang sei vielmehr das einzige Unternehmen gewesen, "das die Lieferzeit bis 2028 mit einer Anlage von 18 Megawatt angeboten hat und einhalten konnte".
China mit den deutlich größten Produktionskapazitäten
China verfügt dem Branchenverband Global Wind Energy Council zufolge über die mit Abstand größten Produktionskapazitäten für Windturbinen. Im vergangenen Jahr entfielen demnach 60 Prozent der weltweit 163 Gigawatt (GW) auf das asiatische Land. Dahinter folgten Europa mit 19 Prozent und die USA mit 9 Prozent.
Die Aktie von Mingyang ist in Deutschland nicht handelbar. ECOreporter ist zudem skeptisch gegenüber Investments in chinesische Unternehmen – diese müssen sich letztlich dem Willen des Staates beugen, einer Diktatur, in der etwa Menschenrechte wenig zählen. Lesen Sie dazu auch die ECOreporter-Analyse Können chinesische Aktien nachhaltige Geldanlagen sein?.
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