Mit DRAM-Speichermodulen macht Micron den größten Teil seines Umsatzes. / Foto: Micron

  Nachhaltige Aktien

Chipkonzern Micron enttäuscht mit Ausblick – Aktie stürzt ab

Der US-Speicherchip-Hersteller Micron Technology hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2024/25 (September bis November) seinen Umsatz fast verdoppelt und ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Doch der Börse reicht das nicht – und auch der Ausblick des Konzerns enttäuscht. Die Aktie verliert zweistellig.

In den letzten drei Monaten erzielte Micron einen Umsatz von 8,7 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 84,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 1,9 Milliarden Dollar beziehungsweise 1,67 Dollar je Aktie. 2023 hatte noch ein Verlust von 1,2 Milliarden Dollar zu Buche gestanden.

Aktie bricht trotz Rekordzahlen ein

Beim Umsatz konnte Micron damit die Erwartungen erfüllen, beim Gewinn wurden die Analystenprognosen hingegen verfehlt. Diese hatten im Schnitt mit einem noch höheren Nettoergebnis von 1,76 Dollar je Aktie gerechnet.

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Vor allem sorgte jedoch der Ausblick von Micron für Enttäuschung. Für das laufende zweite Quartal 2024/25 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 8,1 Milliarden Dollar. Marktbeobachter waren laut Umfragen der Nachrichtenagentur Reuters bislang im Schnitt von 9,0 Milliarden Dollar ausgegangen.

Laut Micron läuft das Geschäft mit DRAM-Speicherchips schwächer als erwartet. Diese Halbleiter machen den Großteil des Umsatzes von Micron aus und werden vor allem in PCs und Smartphones, aber auch in Rechenzentren verbaut. Gerade der letztgenannte Bereich ist interessant: Micron setzt hier auf eine steigende Nachfrage, weil Rechenzentren aufgrund von mehr Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) auch mehr Speicherkapazität benötigen.

In diesem Bereich läuft es für den Konzern nach eigener Aussage gut: "Micron lieferte ein Rekordquartal ab, und unser Umsatz mit Rechenzentren überstieg zum ersten Mal 50 Prozent unseres Gesamtumsatzes", so Micron-Chef Sanjay Mehrotra. Das Unternehmen sei "außerordentlich gut positioniert, um das KI-getriebene Wachstum zu nutzen". Zwar schwächele der PC-Markt noch immer. Auch hier erwartet der Konzern aber ab der zweiten Hälfte seines Geschäftsjahres, also ab März, einen Aufschwung.

Knackpunkt KI

Die Micron-Aktie stürzte als Reaktion auf die neuen Zahlen ab. Aktuell notiert sie im Tradegate-Handel 16,3 Prozent im Minus zum Vortag bei 84,13 Euro (Stand 19.12.2024, 9:29 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 9,2 Prozent eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 12,3 Prozent im Plus.

Das Bild bei der Micron-Aktie ist vertraut: Viele Unternehmen, deren Geschäfte Berührungspunkte mit KI aufweisen, haben im Zuge des Hypes um die Technologie in den letzten Monaten an der Börse deutlich an Wert gewonnen. Wenn die hohen Erwartungen von Analysten aber nicht erfüllt werden, sorgt das für drastische Rücksetzer. Die Aktie des Branchenprimus Nvidia verlor zuletzt sogar, weil der Konzern Erwartungen "nur" erfüllt und nicht übertroffen hatte. Nvidia verwendet ebenfalls Micron-Speicher.

Nach einer langen Phase stetiger Kursgewinne und einem Allzeithoch im Juni hat die Micron-Aktie bereits bis Anfang September eine längere Korrekturphase durchgemacht, sich seitdem aber wieder erholt. ECOreporter schätzt die weiteren Aussichten für den Konzern unverändert als positiv ein – Rekordzahlen sind kein Grund zur Sorge, nur weil Profi-Investoren sich noch bessere Ergebnisse gewünscht haben. Zwar könnte ein Abflauen des KI-Booms für weitere Rücksetzer sorgen – langfristig dürfte Microns Geschäft aber auch von einer Erholung des PC-Marktes profitieren.

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für das Geschäftsjahr 2024/25 liegt bei moderaten 11. Für mutige Anlegerinnen und Anleger kann das Papier weiterhin eine Option sein. ECOreporter hatte die Aktie im November 2023 bei einem Preis von 69,12 Euro als "spannendes, aber riskantes Investment für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger" eingestuft. Seitdem ist der Kurs trotz der zwischenzeitlichen Verluste um 22 Prozent gestiegen.

Micron Technology Inc.: ISIN US5951121038 / WKN 869020

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