Clearvise erweitert seinen Bestand an Solarparks im neuen Markt Italien. / Symbolbild: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Clearvise baut zwei weitere Solarparks in Italien

Der Frankfurter Grünstromproduzent Clearvise setzt im Rahmen einer Entwicklungskooperation in Italien zwei weitere Projekte um. Die Solarparks mit einer geplanten Gesamtkapazität von 14,2 Megawattpeak (MWp) sollen rund 15 Kilometer südlich von Rom in der Region Latium entstehen.

Die Projekte sollen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt errichtet werden. Der Bau erfolgt laut Clearvise auf stillgelegten Steinbrüchen, deren Fläche "nun zukunftsweisend für die Gewinnung von Sonnenenergie genutzt werden kann". Beide Solarparks durchlaufen derzeit die umwelt- und baurechtlichen Genehmigungsverfahren.

In Italien ist ein 149 MWp-Portfolio geplant

Clearvise erwartet den Baustart für einen 7,6 MWp-Solarpark im ersten Quartal 2025. Die Inbetriebnahme wird rund vier Monate später im Sommer 2025 erwartet. Bei dem zweiten Projekt mit einer geplanten Kapazität von 6,6 MWp soll der Bau rund drei Monate später starten. Auch hier ist eine Bauzeit von etwa vier Monaten geplant.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Die Entwicklung erfolgt im Rahmen der Entwicklungskooperation clearPartners, mit der Clearvise Italien zu einem neuen Kernmarkt neben Frankreich und Deutschland ausbauen will. Im April hatte das Unternehmen sein erstes italienisches Solarprojekt auf Sardinien mit einer angestrebten Leistung von 16,1 MWp angekündigt.

"Wir verzeichnen seit dem Markteintritt zu Beginn des Jahres in Italien schnelle Fortschritte. Gerade vor dem Hintergrund der derzeit diskutierten regulatorischen Änderungen in Bezug auf genehmigungsfähige Solarflächen zeigt sich, dass wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner mit Steinbrüchen und Industrieflächen auf das richtige Pferd gesetzt haben", erklärte Clearvise-Chefin Petra Leue-Bahns. "Die gemeinsame Pipeline wächst. Insgesamt wollen wir so gemeinsam in Italien ein Portfolio mit einer Kapazität von derzeit rund 149 MWp ausbauen."

Die Pläne sind damit engagierter geworden: Ursprünglich hatte das Unternehmen eine Realisierung von fünf Projekten mit einer Kapazität von rund 125 MWp angestrebt. Ende Mai 2024 umfasste das Clearvise-Portfolio aus Wind- und Solarparks sowie einer Biogasanlage laut Unternehmen eine installierte Leistung von rund 316 MW in drei Ländern.

Die Clearvise-Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell 0,5 Prozent im Minus zum Vortag bei 2,03 Euro (Stand: 26.6.2024, 10:53 Uhr). Auf Monatssicht hat sich die Aktie praktisch nicht bewegt, im Jahresvergleich ist sie 14,4 Prozent im Minus.

Übernahmegerüchte bergen Risiken

Clearvise macht Fortschritte beim Ausbau des Anlagenbestands. Inwieweit sich das eher kleine Unternehmen gegen größere Konkurrenten im Kampf um attraktive Standorte durchsetzen kann, wird ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Clearvise bleiben. Der Konzern erzielte 2023 solide Ergebnisse, von 44,8 Millionen Euro Umsatz blieben 6,8 Millionen Euro als Nettogewinn hängen. In den Vorjahren hatte Clearvise allerdings teilweise rote Zahlen geschrieben.

Ein Risiko bleiben zudem die anhaltenden Übernahmegerüchte: Die schwedische Investmentgesellschaft EQT, größter Anteilseigner von Clearvise und nach eigener Aussage Inhaber der Mehrheit der Stimmrechte am Unternehmen, wird als möglicher Käufer gehandelt. Doch auch falls EQT keine Komplettübernahme plant, ist unklar, was der Investor mit seiner Stimmrechtsmehrheit plant. Und die Clearvise-Aktie ist weiterhin teuer: Auch nach den Kursverlusten liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2024 bei sehr hohen 102, für 2025 bei ebenfalls nicht günstigen 41. ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern weiterhin von einem Einstieg ab.

Lesen Sie auch die ECOreporter-Dossiers Die besten Windaktien – wo bietet sich ein Kauf an? und Das sind die besten Solaraktien.

Clearvise AG: ISIN DE000A1EWXA4 / WKN A1EWXA

Verwandte Artikel

28.05.24
 >
26.03.26
 >
20.03.26
 >
17.04.24
 >
15.04.24
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x