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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Clearvise muss niedrigere Strompreise verkraften, bestätigt Ausblick
Der Grünstrom-Produzent Clearvise hat im ersten Halbjahr 2023 einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen müssen. Die Stromproduktion konnte gesteigert werden, der Ausblick auf das Gesamtjahr wurde bestätigt.
Das Unternehmen aus Wiesbaden verzeichnete in der ersten Jahreshälfte einen Konzernumsatz von 23,4 Millionen Euro, was einem Rückgang von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Hauptgrund hierfür war „eine Stabilisierung der Strompreise auf einem spürbar niedrigeren, aber immer noch erhöhten Niveau“, wie Clearvise erklärte. Insbesondere in Deutschland hätten sich die erzielten Preise deutlich reduziert.
Höhere Abschreibungen
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) liegt bei 16,8 Millionen Euro, ein Rückgang von 18,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2022. Unter dem Strich meldet Clearvise einen leichten Verlust von 0,08 Millionen Euro nach einem Gewinn von 4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
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Wie der Konzern mitteilte, waren eine wesentliche Belastung Abschreibungen, die von 10,6 auf 11,7 Millionen Euro stiegen. Der operative Cashflow sank von 17,2 auf 11,2 Millionen Euro. Das Anlagenportfolio von Clearvise umfasste Ende Juni etwa 304 Megawatt (MW). Bis 2025 will das Unternehmen sein Anlagen-Portfolio auf 1.000 MW ausbauen.
„Im ersten Halbjahr 2023 sah sich Clearvise mit einem herausfordernden Marktumfeld konfrontiert, das durch eine Reihe an Faktoren wie beispielsweise die unverändert hohe Inflation und sinkende Preise an den Strommärkten geprägt war. Trotz dieser widrigen Umstände ist es uns gelungen, unseren Umsatz sowie das Ergebnis auch bei insgesamt gesunkenen Energiepreisen auf hohem Niveau zu halten. Wir rechnen auch im zweiten Halbjahr und darüber hinaus mit schwierigen Rahmenbedingungen am Energiemarkt”, sagt Manuel Sieth, Finanzvorstand von Clearvise, zu den Zahlen.
Für das Gesamtjahr 2023 geht Clearvise weiterhin davon aus, dass sich die Produktion innerhalb einer Spannbreite von 513 bis 555 Gigawattstunden (GWh) bewegen wird. Das Management erwartet zudem weiterhin einen Umsatz zwischen 45 und 54 Millionen Euro sowie ein um Sondereffekte bereinigtes EBITDA zwischen 26 und 29 Millionen Euro. Diese Zahlen waren bereits im Geschäftsbericht 2022 genannt worden.
Im Xetra-Handel kostet die Clearvise-Aktie aktuell zum Vortag unverändert 2,16 Euro (Stand: 12.9.2023, 9:59 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 1,9 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 25 Prozent im Minus.
Ausbau des Anlagenbestands entscheidend
Ob Clearvise in diesem Jahr einen Nettogewinn erzielen wird, ist weiter unklar. Für das Unternehmen wird entscheidend sein, inwieweit es gelingt, den Anlagenbestand konsequent auszubauen. Einen Rückschlag erlebte Clearvise im März, als der Kauf aller Wind- und Solaranlagen des Erneuerbare-Energien-Unternehmens Tion Renewables scheiterte. Mehr zu dem Thema lesen Sie hier.
Zuletzt hatte Clearvise mehrere Kooperationen mit dem ebenfalls in Wiesbaden ansässigen Projektentwickler und ECOreporter-Aktien-Favoriten ABO Wind geschlossen. Die Unternehmen haben eine gemeinsame Vergangenheit aus der Zeit, als die heutige Clearvise AG noch ABO Invest AG hieß.
Bei der Clearvise-Aktie gibt es aus Sicht von ECOreporter weiter Unsicherheiten. Wer einsteigt, sollte einen langen Atem mitbringen.
Weitere grüne Aktientipps hat die Redaktion hier für Sie zusammengestellt: Die besten Windaktien - wo sich jetzt der Einstieg lohnt
Clearvise AG: ISIN DE000A1EWXA4 / WKN A1EWXA