Daqo New Energy musste sein Polysilizium im letzten Quartal unter dem Herstellungspreis verkaufen. / Foto: imago images

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Daqo New Energy mit schwachem zweitem Quartal – Silizium-Verkaufspreis unter Herstellungskosten

Der chinesische Polysiliziumhersteller Daqo New Energy musste im zweiten Quartal 2024 sein Polysilizium zu einem Preis verkaufen, der unter den Produktionskosten lag. Der Umsatz sank, das Unternehmen erzielte einen Verlust.

Der durchschnittliche Verkaufspreis für Polysilizium sank laut Daqo von 7,66 US-Dollar pro Kilogramm im ersten Quartal 2024 auf 5,12 Dollar je Kilogramm im zweiten Quartal. Die durchschnittlichen Produktionskosten des Unternehmens lagen im zweiten Quartal gleichzeitig bei 6,19 Dollar je Kilogramm.

Produktion wird gedrosselt

Der Polysiliziumabsatz betrug zwischen April und Juni 43.082 Tonnen, im ersten Quartal waren noch rund 54.000 Tonnen verkauft worden. Damit sank der Absatz das dritte Quartal in Folge.

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Der Umsatz von Daqo brach im zweiten Quartal um 65 Prozent zum Vorjahr auf 219 Millionen Dollar ein. Netto stand ein Verlust von rund 120 Millionen Dollar zu Buche. Im Vorjahr hatte Daqo im gleichen Zeitraum noch einen Gewinn von 16 Millionen Dollar erzielt. Da mit dem Preissturz der Marktwert der Polysilizium-Vorräte unter den Buchwert fiel, musste der Konzern eine Wertminderung der Vorräte in Höhe von 108 Millionen Dollar vornehmen.

Aufgrund der aktuellen Marktbedingungen hat Daqo sein Produktionsziel für das dritte Quartal 2024 sowie für das Gesamtjahr 2024 angepasst. Im dritten Quartal will das Unternehmen zwischen 43.000 und 46.000 Tonnen produzieren. Daqo hat nach eigener Aussage mit Wartungsarbeiten begonnen und seine Produktionsauslastung gesenkt, um "die Preisgestaltung zu unterstützen und unseren Cash-Burn zu reduzieren". Für das gesamte Jahr 2024 strebt der Konzern ein Produktionsvolumen von 210.000 bis 220.000 Tonnen Polysilizium an.

Polysilizium wird insbesondere für die Herstellung von Halbleitern und Solarzellen benötigt. Der Verkauf von Produkten zu niedrigeren Produktionskosten sei "nicht nachhaltig" und werde daher zu einer Marktkonsolidierung führen, teilte das Unternehmen mit.

Ist Daqo ein nachhaltiges Investment?

Die Daqo-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 2,2 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 14,00 Euro (Stand: 9.9.2024, 9:31 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 6,4 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 56,1 Prozent an Wert verloren.

Gegen Daqo gibt es seit 2021 Vorwürfe, Zwangsarbeiter einzusetzen. Eine detaillierte Betrachtung finden Sie hier: Zwangsarbeit in China für Solarzellen? Die Hintergründe. In den USA trat 2022 ein Gesetz in Kraft, das den Import von Produkten aus der chinesischen Provinz Xinjiang verbietet. Daqo weist die Vorwürfe zurück – ECOreporter rät allerdings generell zur Vorsicht bei Investments in China, einer Diktatur, die Menschen aus politischen Gründen verfolgt und einsperrt. Lesen Sie auch unseren Kommentar Können chinesische Aktien nachhaltige Geldanlagen sein?

Die Daqo-Aktie schwankte in den vergangenen Jahren zudem stark, seit Anfang 2023 hat sie mehr als 70 Prozent an Wert eingebüßt. ECOreporter rät auch deshalb vom Einstieg ab.

Lesen Sie auch die ECOreporter-Dossiers Der ECOreporter-Solaraktien-Überblick: Maschinen, Module und Wechselrichter (Teil 1) und Der ECOreporter-Solaraktien-Überblick: Projektierer und Betreiber von Solaranlagen (Teil 2).

Daqo New Energy Corp.:

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