Der bayrische Flugtaxi-Entwickler Lilium ging über ein SPAC an die Börse. Mittlerweile ist das Unternehmen insolvent und die Aktie fast wertlos. / Foto: Lilium

  Nachhaltige Aktien, Wachhund

Darum bleiben SPACs eine schlechte Investment-Idee

In den letzten Jahren sind viele junge Unternehmen, auch nachhaltige, über leere Firmenmäntel, sogenannte SPACs, schnell und unbürokratisch an die Börse gekommen. Für Anlegerinnen und Anleger haben sich die Börsengänge aber meist nicht gelohnt. Derzeit boomen SPACs wieder.

Der Fleischersatzhersteller Beyond Meat, das Wasserstoffunternehmen Enapter, der Flugtaxi-Entwickler Lilium, Elektroautobauer wie Polestar, Fisker, Sono oder Lucid – sie alle haben es mit SPACs zu einer Handelsnotierung gebracht, meist in den USA.

SPACs sind Unternehmen, die nur mit ihrem Namen an die Börse gehen. Sie haben keine Produkte, keine Belegschaft, kein Kapital. Der einzige Daseinszweck dieser Special Purpose Acquisition Companies (so der Langname): Sie wollen mit dem Geld, das sie durch ihren Börsengang einsammeln, andere Firmen aufkaufen, mit diesen verschmelzen und sie dadurch quasi durch die Hintertür an die Börse bringen.

SPACs sind wieder weltweit gefragt

Das erspart den aufgekauften Unternehmen, meist finanziell noch wackeligen Start-ups, den aufwendigen Prozess einer Börsenzulassung. Als leere Mantelgesellschaften kommen SPACs deutlich einfacher an eine Handelsnotierung. Nach einigen schwächeren Jahren boomen SPACs mittlerweile wieder - nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Im letzten Jahr gab es weltweit sogar mehr Börsengänge über SPACs als über herkömmliche Handelszulassungen. Laut Auswertungen der Analysehäuser EY Research und Spac Insider suchen die meisten noch leeren SPACs derzeit Unternehmen aus der Tech- oder Krypto-Branche. Auch Erneuerbare Energien bleiben ein beliebtes SPAC-Thema.

Investitionen in SPACs zahlen sich allerdings nur selten aus. Die meisten dieser Gesellschaften starten mit einem Börsenkurs von 10 Dollar. Wer zu diesem Preis einsteigt, verliert nach Berechnungen des New Yorker Jura-Professors und Finanzexperten Michael Ohlrogge mittelfristig im Schnitt zwischen 60 und 70 Prozent des eingesetzten Kapitals. Laut Spac Insider haben bis auf Raumfahrtunternehmen alle in SPACs vertretenen Branchen in den Jahren 2009 bis 2026 an Wert verloren. Die höchsten Verluste gab es bei E-Autobauern (minus 86 Prozent) und Cannabisfirmen (minus 98 Prozent). Erneuerbare-Energien-SPACs büßten im Schnitt 32 Prozent ein. Hauptgründe für die schlechte Entwicklung sind die oft überzogenen Umsatz-und Gewinnerwartungen der Start-ups, die von den SPACs übernommen werden.

ECOreporter hat bereits früh vor Investments in SPACs gewarnt und rät auch weiterhin davon ab. Mehr dazu können Sie hier lesen.

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