Solaranlagen von ThomasLloyd in Indien. / Foto: Unternehmen

  Anleihen / AIF, Wachhund

Dokumente im Darknet: Datenleck bei ThomasLloyd?

Eine Hackergruppe hat 2,4 Terabyte Daten ins Darknet gestellt, die vom internationalen Erneuerbare-Energien-Unternehmen ThomasLloyd stammen sollen – darunter möglicherweise auch Anlegerdaten.

Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ finden sich im Darknet neben zahlreichen internen Firmendokumenten von Thomas Lloyd auch Daten von wahrscheinlich zehntausenden deutschen Anlegerinnen und Anlegern. Der vermeintliche Diebstahl war bereits im September bekannt geworden (ECOreporter berichtete hier). ThomasLloyd hatte damals mitgeteilt, dem Unternehmen seien keine Datenabflüsse bekannt, und es habe auch keine Hackerattacke gegeben.

Jetzt sagte ThomasLloyds Deutschland-Chef Matthias Klein gegenüber dem „Handelsblatt“, es handle sich „allenfalls um einen lokal begrenzten Vorfall“. Bei einer ersten Systemprüfung habe man keine Datenabflüsse festgestellt.

Das „Handelsblatt“ hält es für wahrscheinlich, dass viele der vor einigen Tagen im Darknet aufgetauchten Dateien von ThomasLloyd-Rechnern stammen. Die Wirtschaftszeitung hat eigenen Angaben zufolge auch mit Anlegerinnen und Anlegern gesprochen und deren Daten mit den Dokumenten im Darknet abgeglichen. Es liege nahe, dass die veröffentlichten Datensätze authentisch seien, heißt es in dem „Handelsblatt“-Bericht. ThomasLloyd hat eine Anfrage von ECOreporter dazu bislang nicht beantwortet.

ThomasLloyd verwaltet eigenen Angaben zufolge ungefähr 1 Milliarde Euro. 27.000 deutsche Anlegerinnen und Anleger sollen 750 Millionen Euro in geschlossene Fonds des Unternehmens investiert haben. ThomasLloyd steht seit Jahren unter anderem wegen zu spät veröffentlichter Jahresabschlüsse in der Kritik. Zudem schreiben Firmen der Gruppe laut den letzten vorgelegten Jahresabschlüssen rote Zahlen und sind teils bilanziell überschuldet.

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