Der IIV Mikrofinanzfonds will gezielt Kredite für Frauen finanzieren, um ihre soziale Position zu verbessern. / Foto: IIV

  Fonds / ETF, ECOfondstest

Im Test: IIV Mikrofinanzfonds – kleine Kredite, große Wirkung

Der IIV Mikrofinanzfonds ist der größte und älteste deutsche Mikrofinanzfonds für private Anlegerinnen und Anleger. Wie nachhaltig ist der Fonds? Wie hat er sich finanziell entwickelt? Lesen Sie den ausführlichen ECOreporter-Test.

Mikrofinanzfonds verleihen ihr Kapital an Partnerbanken in Schwellen- und Entwicklungsländern, die damit Kleinstkredite (Mikrokredite) finanzieren. Meist dienen die Darlehen ärmeren Menschen dazu, sich eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen, etwa als Landwirt oder Handwerkerin. Seriöse Mikrofinanzbanken vergeben für gewöhnlich keine Kredite für Konsumzwecke.

Sehr hoher Frauenanteil

Den IIV Mikrofinanzfonds gibt es bereits seit 2011. Das IIV steht für die Frankfurter Invest in Visions GmbH, deren langjährige Geschäftsführerin Edda Schröder den Fonds gegründet und auf ein Volumen von knapp 640 Millionen Euro hat wachsen lassen.

Der IIV Mikrofinanzfonds wählt seine Partnerbanken nach strengen Nachhaltigkeitskriterien aus. Tabu sind etwa Banken, die Geschäfte mit Waffen, Kohle oder Tabak finanzieren.

Zudem achtet Invest in Visions darauf, dass die Mehrheit der Kredite an Frauen geht. Zuletzt waren von den fast 469.000 Kreditnehmern der Partnerinstitute 85 Prozent weiblich. Der Fonds arbeitet mit Mikrofinanzinstitutionen aus 33 Ländern zusammen, die derzeit wichtigsten Märkte sind die Mongolei, Ecuador, Indien, Usbekistan und Georgien.

Finanziell ist der Fonds gut gelaufen. Trotz der zahlreichen Krisen in den Ländern des Globalen Südens stieg der Wert in den letzten fünf Jahren um fast 10 Prozent – für einen Mikrofinanzfonds ein beachtlicher Zuwachs. Die Jahreskosten bewegen sich mit knapp über 2 Prozent im branchenüblichen Rahmen. Der Fonds kann zu einem festen Monatstermin gekauft werden, die Rückgabe ist einmal im Quartal möglich – gängige Konditionen für einen Mikrofinanzfonds.

Ein ECOreporter-Siegelfonds

Der IIV Mikrofinanzfonds erhält im ECOfondstest die Nachhaltigkeitsnote 1,6. Damit gehört er zu den nachhaltigsten bislang von ECOreporter geprüften Fonds. Weil der Fonds in allen Nachhaltigkeitsbereichen überzeugen kann, trägt er das ECOreporter-Siegel (eine Liste aller Siegelträger finden Sie hier).

Den vollständigen Fondstest finden Sie weiter unten. Sie können sich den Test rechts oben auch als kostenfreies PDF herunterladen.

ECOreporter testet regelmäßig nachhaltige Aktienfonds, Mischfonds, Mikrofinanzfonds und ETFs. Eine Übersicht über die ECOfondstests liefert Ihnen die Redaktion hier.

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Einzeltest
Mikrofinanzfonds

IIV Mikrofinanzfonds


Finanzen: Seit dem Fondsstart 2011 im Schnitt pro Jahr 1,9 % Wertzuwachs. In den letzten fünf Jahren ein Plus von insgesamt 9,6 %, auf Jahressicht plus 2,3 % (Stand 30.6.2026). Die Jahresgesamtkosten liegen bei 2,02 %.

Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich. Der Fonds investiert in Darlehen an Mikrofinanzinstitute, die das Kapital für Mikrokredite einsetzen. Deren Kreditnehmer zahlen mit wenigen Ausnahmen das geliehene Geld zurück. Denn sie erhalten nur neue Kredite, wenn sie alte zurückgezahlt haben. Breite Streuung der Darlehen auf 85 Mikrofinanzinstitute in 33 Ländern.

Mit Mikrokrediten finanziert: Blumengeschäft in Georgien, Laden in Tadschikistan. / Fotos: IIVMit Mikrokrediten finanziert: Blumengeschäft in Georgien, Laden in Tadschikistan. / Fotos: IIV
Mit Mikrokrediten finanziert: Blumengeschäft in Georgien, Laden in Tadschikistan. / Fotos: IIV

Nachhaltigkeit: Die Invest in Visions GmbH (daher das Kürzel IIV) finanziert durch den Fonds bevorzugt Mikrofinanzinstitute, die auch in ländlichen Gebieten aktiv sind, wo Zugang zu Kapital besonders rar ist. Die Institute müssen belegen, dass sie für Kredite angemessene Zinssätze verlangen und Überschuldung von Kunden wirksam vermeiden. Frauen erhalten bevorzugt Kredite, um ihre soziale Position zu verbessern. Die Mikrofinanzinstitute bieten teilweise auch Schulungen im umweltfreundlichen Umgang mit Ressourcen und in alternativen landwirtschaftlichen Anbaumethoden an. Die Dienstleister Agents for Impact aus Frankfurt, Incofin aus Belgien und High Impact Capital Advisors aus Hong Kong sowie zwei eigene Berater von Invest in Visions prüfen die Mikrofinanzinstitute weltweit. IIV-Mitarbeiter begleiten die Prüfungen und bilden auch das Investmentkomitee des Fonds, das über die Investitionen entscheidet.

Transparenz: In welche Mikrofinanzinstitute der Fonds genau investiert, steht in den halbjährlichen Berichten. In den Monatsberichten finden sich Kurzporträts ausgewählter Mikrofinanzinstitute und einzelner Endkreditnehmer. Weitere Informationen liefert Invest in Visions im jährlichen Impact Report und online in einer interaktiven Weltkarte.

Nachhaltige Wirkung: Der Fonds ermöglicht fast 469.000 wirtschaftlich aktiven Menschen einen Zugang zu Finanzdienstleistungen und ebnet ihnen so den Weg, unternehmerisch tätig zu werden. 85 % davon sind Frauen.

Besonderheiten: Größter und ältester Publikums-Mikrofinanzfonds in Deutschland. Der Verkauf von Fondsanteilen ist quartalsweise möglich, der Kauf monatlich. 

Gesamtnote:

2,0
1
2
3
4
5
6

Fazit: Stabile Wertentwicklung in Verbindung mit hohem sozialem Mehrwert. Geringe Risiken.

Nachhaltigkeitsnote:

1,6
1
2
3
4
5
6
Auswahlprinzip:
1,7

Nachhaltigkeits-Management:
2,0

Transparenz:
1,7

Nachhaltige Wirkung:
1,0

Finanznote:

2,3
1
2
3
4
5
6
Wertentwicklung:
2,3

Sicherheit/Risiko:
2,0

Kosten:
2,7
Stärken
  • Erfahrenes Fondsmanagement
  • Hohe soziale Wirkung
  • Hohe Transparenz
Stärken
Schwächen
  • -
Schwächen

Empfohlene Anlagedauer: Ab 5, besser 7 Jahre.

Fondsname:
IIV Mikrofinanzfonds

Start:
2011

Initiator:
Invest in Visions GmbH

ISIN:
DE000A1H44T1


Volumen 30. Juni 2026:
639 Millionen Euro

Jahresgesamtkosten (TER):
2,02%
Das schließt der Fonds aus:
  • Waffen/Rüstung
  • Fossile Energien
  • Atomkraft
  • Verbotene Pestizide, PCB- oder FCKW-Produkte
  • Glücksspiel
  • Harte Alkoholika
  • Tabak
  • Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten
  • Treibnetzfischerei
  • Verbotener grenzüberschreitender Handel oder Transport von Müll
  • Schwere Verstöße gegen den UN Global Compact

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