Der Renten-ETF der UmweltBank investiert unter anderem in Anleihen der EU. / Foto: Pixabay

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UmweltBank-ETF im Test: Wie grün ist der Green & Social Bonds Euro ETF?

Nur in große Anleihen investieren, die nachhaltige Projekte finanzieren – das will der Green & Social Bonds Euro ETF der Nürnberger UmweltBank. Wie streng sind die Auswahlkriterien? Und in welche Anleihen legt der ETF konkret an? ECOreporter hat den ETF eingehend geprüft.

Die UmweltBank ist ein ECOreporter-Aktien-Favorit aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. Die Bank unterstützt ökologische und soziale Projekte und fördert den Umweltschutz. Investments etwa in fossile Energie oder Rüstung sind tabu. Dafür finanziert die UmweltBank beispielsweise Vorhaben in den Bereichen Sonnenenergie und Windkraft, Niedrigenergie-Bauweise oder ökologische Landwirtschaft. Einen Test des UmweltBank-Aktien-ETFs Global SDG Focus – des ersten ETFs mit ECOreporter-Siegel – können Sie hier lesen.

Anleihen müssen nachhaltige Projekte finanzieren

Der UmweltBank ETF – Green & Social Bonds Euro investiert weltweit in Anleihen, also festverzinsliche Wertpapiere. Wegen der regelmäßigen Zinszahlungen werden Anleihen auch als "Renten" bezeichnet. Der ETF kauft sowohl Anleihen von Unternehmen als auch Staatsanleihen und bildet einen Index nach, den der Frankfurter Indexanbieter Solactive nach Vorgaben der UmweltBank erstellt.

Die Anleihenauswahl erfolgt in zwei Schritten: Zunächst werden die Emittenten der Anleihen, also Unternehmen oder Staaten, hinsichtlich der Ausschlusskriterien der UmweltBank geprüft. Unternehmen, die in kritischen Geschäftsbereichen aktiv sind, oder Staaten, die bestimmte Ansprüche nicht erfüllen, werden nicht aufgenommen. Mehr dazu lesen Sie weiter unten unter dem Punkt "Ausschlusskriterien".

Im zweiten Schritt wird geprüft, ob die Anleihen Green- oder Social Bonds sind. Aufgenommen werden ausschließlich Anleihen, die von der Climate Bond Initiative als Green- oder Social Bond eingestuft sind. Die Climate Bond Initiative ist eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in London, die sich auf die Bewertung nachhaltiger Anleihen spezialisiert hat. Als Green- oder Climate Bonds zertifiziert sie nur Anleihen, die einen Beitrag zum Umwelt-, Natur- oder Klimaschutz leisten.

Das bedeutet: Auch wenn die Anleihen von konventionellen Unternehmen kommen, haben sie einen nachhaltigen Effekt. Denn das Geld fließt dann in klar definierte nachhaltige Projekte wie beispielsweise Solaranlagen. Die größten Positionen des ETFs sind zum Testzeitpunkt nachhaltige Anleihen der Europäischen Union und grüne deutsche Staatsanleihen.

Ein ECOreporter-Siegel-ETF

Im ECOreporter-Test erhält der UmweltBank ETF - Green & Social Bonds Euro die Nachhaltigkeitsnote 1,8. Damit gehört er zu den grünsten bislang von ECOreporter geprüften ETFs. Weil er in allen Nachhaltigkeitsbereichen überzeugen kann, trägt er das ECOreporter-Siegel (eine Liste aller Siegelträger finden Sie hier).

Den vollständigen ETF-Test finden Sie unten. Sie können sich den Test rechts oben auch als kostenfreies PDF herunterladen.

ECOreporter analysiert regelmäßig nachhaltige Aktienfonds, Mischfonds, Rentenfonds, Mikrofinanzfonds und ETFs. Eine Übersicht über die ECOfondstests liefert Ihnen die Redaktion hier.

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Einzeltest
ETF

UmweltBank ETF - Green & Social Bonds Euro


Finanzen: Der ETF ist seit Juli 2025 am Markt und erhält daher noch keine Finanznote. Für einen ETF moderate Jahreskosten von 0,42 %.

Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich. Teilverluste möglich. Für einen Anleihen-ETF eher geringe Wertschwankungen. 

Unternehmen im ETF: Colgate-Palmolive (Konsumgüter), TenneT (Stromnetze). / Fotos: Pixabay, TenneTUnternehmen im ETF: Colgate-Palmolive (Konsumgüter), TenneT (Stromnetze). / Fotos: Pixabay, TenneT
Unternehmen im ETF: Colgate-Palmolive (Konsumgüter), TenneT (Stromnetze). / Fotos: Pixabay, TenneT

Nachhaltigkeit: Der ETF investiert nach dem strengen Nachhaltigkeitsansatz der UmweltBank ausschließlich in auf Euro laufende Anleihen, die von der renommierten Climate Bond Initiative als Green- oder Social Bond eingestuft werden, also nachhaltige Projekte finanzieren. In Frage kommen zudem nur große Anleihen mit einem Mindestvolumen von 500 Millionen Euro und einer guten Bonität (Investment Grade). Tabu sind u.a. Geschäfte mit fossilen Energien und Atomkraft, Rüstung und Tabak. Der ETF investiert auch nicht in Staaten, die die Todesstrafe vollziehen, keine Klimaabkommen unterzeichnet haben oder durch Verstöße gegen Arbeits- und Menschenrechte auffallen. Die Nachhaltigkeitsbewertungen kommen von der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG. Das Portfolio besteht zu zwei Dritteln aus Staatsanleihen (u.a. Deutschland, Österreich, Chile, Lettland) und Anleihen supranationaler Institutionen wie der EU, der African Development Bank oder der Asian Development Bank. Hinzu kommen Green- und Social Bonds großer Banken und überwiegend eher konventioneller Konzerne wie Adidas, Vonovia, TenneT, Colgate-Palmolive und Volkswagen. Die meisten Papiere (29 %) stammen aus Deutschland, gefolgt von Frankreich (7 %) und Italien (6 %). Nach Einschätzung von ECOreporter verstößt keine der zum Testzeitpunkt 234 Anleihen im ETF gegen die Anlagerichtlinien.

Transparenz: Die UmweltBank informiert anschaulich über Auswahlverfahren und Nachhaltigkeitskonzept des ETFs und veröffentlicht auch Angaben zur Nachhaltigkeit der investierten Staaten und Unternehmen. Das komplette aktuelle Portfolio ist auf der Website der UmweltBank einsehbar, Informationen zum Index finden sich bei Solactive, die den Index für den ETF nach den Vorgaben der UmweltBank erstellt haben. 

Nachhaltige Wirkung: Der ETF beteiligt sich nicht an Neuemissionen grüner Anleihen. Die UmweltBank führt mit Unternehmen und öffentlichen Anleiheemittenten Dialoge zu Nachhaltigkeitsthemen.

Fazit: Anspruchsvoller Anleihen-ETF, der ausschließlich in große Green- und Social Bonds anlegt.

Nachhaltigkeitsnote:

1,8
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6
Aktien-Auswahlprinzip:
1,3

Nachhaltigkeits-Management:
1,7

Transparenz:
1,3

Nachhaltige Wirkung:
3,0

Finanznote: Der ETF startete im Juli 2025. ECOreporter vergibt erst eine Finanznote, wenn ein ETF mindestens 3 Jahre am Markt ist.

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Wertentwicklung:
-

Sicherheit/Risiko:
-

Kosten:
1,3
Stärken
  • Strenge Auswahlkriterien
  • Vorbildliches Nachhaltigkeits-Management
  • Hohe Transparenz
Stärken
Schwächen
  • Keine
Schwächen

Empfohlene Anlagedauer: Ab 3, besser 5 Jahre.

Fondsname:
UmweltBank ETF – Green & Social Bonds Euro

Start:
2025

Fondsinitiator:
UmweltBank AG

ISIN:
LU3093383670


Volumen 14. Mai 2026:
108 Millionen Euro

Jahresgesamtkosten (TER):
0,42%
Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle (Unternehmen)
  • Geächtete Waffen
  • Nuklearwaffen
  • Förderung/Verarbeitung/Energieerzeugung fossile Brennstoffe
  • Uranbergbau
  • Stromerzeugung Atomkraft
  • Verstöße gegen den UN Global Compact
Ausschlusskriterien mit Umsatzschwelle (Unternehmen)
  • Dienstleistungen fossile Brennstoffe (5%)
  • Vertrieb Kohle und Öl (5%)
  • Vertrieb Erdgas (20%)
  • Dienstleistungen Atomkraft (5%)
  • Herstellung von militärischer Ausrüstung (5%)
  • Vertrieb militärische Ausrüstung (5%)
Ausschlusskriterien Staaten
  • Korruptionswahrnehmungsindex unter 35 (die Grenze entspricht dem Niveau von Staaten wie Serbien, der Dominikanischen Republik und Brasilien)
  • Autoritäres Regime/ Freiheitsstatus "nicht frei" (nach Freedom House)
  • Keine Ratifizierung Pariser Klimaziele
  • Keine Ratifizierung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt
  • Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben
  • Land hat kürzlich neue Kernkraftwerke gebaut oder plant den Bau neuer Kernkraftwerke
  • Land hat sich nicht dazu verpflichtet, die Nutzung von Kernkraftwerken einzustellen
Weiteres Ausschlusskriterium
  • Green Bonds, die Geld für Atomkraftprojekte verwenden

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