Europäische Windradbauer wie Vestas haben derzeit nicht nur mit Margenproblemen zu kämpfen, sondern sorgen sich auch wegen der Konkurrenz aus China. / Foto: Vestas

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EU will Windkraftbranche unterstützen

Die Europäische Union möchte verhindern, dass die europäische Windindustrie das gleiche Schicksal ereilt wie die Solarbranche. Maßnahmen auf mehreren Ebenen sollen dafür sorgen, dass die günstigere Konkurrenz aus China künftig nicht den europäischen Markt beherrscht.

Bislang drehen sich in Europa erst wenige Windräder aus chinesischer Produktion, in Deutschland noch kein einziges. Branchenexperten gehen aber davon aus, dass sich das in zwei, drei Jahren deutlich ändern wird, falls die Politik die Rahmenbedingungen für hiesige Windkraftunternehmen nicht verbessert.

Genau das plant derzeit die EU. Nach Recherchen des „Handelsblatts“ hat die EU-Kommission mittlerweile folgende Punkte ihres sogenannten Windpakets festgezurrt, die Ende Oktober vorgestellt werden sollen:

  • Bei Auktionen und Ausschreibungen für Windparks soll künftig nicht nur der Preis eine Rolle spielen, sondern auch die Herkunft der Windkraftanlagen. Dadurch könnte der Markteintritt chinesischer Anbieter verhindert oder begrenzt werden.
  • Finanzierungsinstrumente der Europäischen Investitionsbank (EIB) können genutzt werden, um die Risiken für Windkraftinvestoren zu verringern.
  • Genehmigungsverfahren für neue Windparks sollen verkürzt werden, um die Planungssicherheit der Unternehmen zu erhöhen.

"Unfaire Handelspraktiken"

Ein Auslöser für die EU-Maßnahmen sind Vorwürfe, chinesische Turbinenhersteller wie Goldwind, CRRC oder Mingyang würden mit Dumpingpreisen auf den europäischen Markt drängen, die nur möglich seien, weil die chinesische Regierung die Firmen massiv subventioniere. Branchenvertreter sprechen von Verkaufspreisen, die 20 bis 60 Prozent unter dem Marktwert liegen.

„Wir haben nicht vergessen, wie sich Chinas unfaire Handelspraktiken auf unsere Solarindustrie ausgewirkt haben“, sagte kürzlich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Chinesische Windradbauer bestreiten die jüngsten Vorwürfe und verweisen darauf, dass sie durch die Automatisierung der Produktion und ihre sehr hohen Fertigungszahlen – China ist der größte Windkraftmarkt der Welt – niedrigere Preise aufrufen könnten. Westliche Beobachter sehen zudem Vorteile durch geringere Kosten für Rohstoffe und Logistik.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien – wo bietet sich ein Kauf an?.

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