Grünstromanbieter sind oft auch ein Geldanlagethema. / Foto: naturstrom

  Nachhaltige Aktien, Anleihen / AIF

EWS, Green Planet Energy, naturstrom und oekostrom starten gemeinsame Vermarktung

Vier große unabhängige Ökostromanbieter aus Deutschland und Österreich wollen gemeinsam ihre Direktvermarktung voranbringen. Dazu haben sie die HandelGrün GmbH & Co. KG gegründet, an der alle vier Unternehmen mit je 25 Prozent beteiligt sind.

Anteilseigner sind die EWS Schönau aus dem Schwarzwald, der Greenpeace-Ableger Green Planet Energy aus Hamburg, die Düsseldorfer naturstrom-Gruppe und die oekostrom AG aus Wien. HandelGrün vermarktet ausschließlich Grünstrom. Mittelfristig soll das Joint Venture mit Sitz in Hamburg neben der Direktvermarktung von Windparks, größeren Solar- oder Biomasseanlagen auch die Vermarktung von Photovoltaik-Kleinanlagen und haushaltsnahen Flexibilitäten wie etwa Batteriespeichern übernehmen. Durch Direktvermarktung können erneuerbare Energien unmittelbar in den Strommarkt integriert und Erlöse durch Kurz- und Langfristhandel optimiert werden.

100 Prozent grüner Strom

„Bei HandelGrün bleibt alles rein erneuerbar: Wir halten fossile Einflüsse fern, lassen Erlöse im Öko-Sektor und garantieren echte Unabhängigkeit – anders als bei Anbietern mit gemischten Portfolios, wo grüne Einnahmen oft in fossile Projekte fließen. So stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit der Erneuerbaren und treiben die Dekarbonisierung ohne Abstriche voran“, sagt HandelGrün-Geschäftsführer Dr. Björn Sossong. 

Das Joint Venture hat am 1. Januar den Betrieb aufgenommen. Erster angestrebter Meilenstein ist der Start der Ökostrom-Direktvermarktung ab dem dritten Quartal 2026. In einem ersten Schritt übernimmt HandelGrün hierfür die Vermarktung von Anlagen der vier Gesellschafterinnen mit einem Volumen von zunächst 400 Megawatt. Als Nächstes sollen die Vermarktung von Anlagen externer Betreiber sowie die systemdienliche Vermarktung von Flexibilitäten folgen.

HandelGrün richtet sich an Anlagenbetreiber jeder Größe und übernimmt das gesamte Spektrum der Direktvermarktung von Prognosen und Handelsoptimierung über die Vermarktung nach Marktprämienmodell und individuellen Power Purchase Agreements (PPAs) inklusive Herkunftsnachweisen bis hin zur Absicherung gegen Ausgleichsenergierisiken.

So können Sie in die Unternehmen investieren

An den EWS Schönau und Green Planet Energy können sich Anlegerinnen und Anleger über Genossenschaftsanteile beteiligen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Von der oekostrom AG und der naturstrom AG gibt es nicht börsennotierte Aktien. Die oekostrom-Papiere sind auf einer Online-Plattform des Unternehmens handelbar. Wer naturstrom-Aktien kaufen will, kann über naturstrom mit verkaufswilligen Aktionären in Kontakt treten.

Auch die NaturEnergy GmbH & Co. KGaA, 2020 von naturstrom gegründet, hat Aktien ausgegeben, zuletzt 2025. Eine ausführliche ECOreporter-Analyse lesen Sie hier. Verkaufsangebote finden sich über die Plattform umweltfinanz oder Direktkontakte, die NaturEnergy herstellt. Im Unterschied zu naturstrom führt NaturEnergy regelmäßig Kapitalerhöhungen durch, bei denen neue Aktien angeboten werden.

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