Die EWS Schönau wurden von Ursula Sladek und dem 2024 verstorbenen Michael Sladek mitgegründet. / Foto: EWS

  Erneuerbare Energie

Studie: Bürgerenergiegenossenschaften können soziale Energiewende stärken

Bürgerenergiegenossenschaften können einen wichtigen Beitrag zu einer sozial gerechteren Energie- und Wärmewende leisten. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Öko-Instituts, die im Auftrag der Genossenschaft EWS Elektrizitätswerke Schönau erstellt wurde.

Während der Ausbau erneuerbarer Energien technisch und wirtschaftlich voranschreitet, werde die soziale Dimension der Energiewende bislang zu wenig berücksichtigt, so die Studie. Steigende Energiepreise treffen demnach in erster Linie einkommensschwache Haushalte, während vor allem Eigentümerinnen und Eigentümer mit besseren finanziellen Möglichkeiten von erneuerbaren Technologien profitierten. Bürgerenergiegenossenschaften können diese Lücke laut der Untersuchung teilweise schließen, etwa durch Mieterstrommodelle oder lokale Wärmenetze.

Genossenschaften könnten Strompreise senken

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Wirkung entsteht vor allem durch direkte Versorgungsmodelle. Mieterstromprojekte und Co., bei denen lokal erzeugter Solarstrom ohne Umwege an die Bewohnerinnen und Bewohner geliefert wird, können demnach Stromkosten senken.

Auch der Zugang zur Genossenschaft selbst ist entscheidend. Hohe Einstiegshürden in Genossenschaften ließen sich durch kleinere Mindestanteile oder solidarische Modelle senken. Europäische Beispiele zeigten, dass Kooperationen mit Kommunen und sozialen Trägern den Zugang für einkommensschwache Haushalte erleichtern.

Passende Rahmenbedingungen, Kooperationen und Förderstrukturen könnten Bürgerenergiegenossenschaften der Studie zufolge vor diesem Hintergrund helfen, ihre soziale Wirkung deutlich ausbauen. Dass sie ihr Potenzial bislang noch nicht vollständig ausschöpfen, liege weniger an fehlendem Engagement als an strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen.

Daher seien geeignete politische Rahmenbedingungen notwendig. Dazu zählen laut der Studie unter anderem ein erleichterter Zugang zu Fremdkapital, verlässliche Förderprogramme für Wärme- und Energieprojekte und bessere Anreize für Energy Sharing – ein EU-Konzept, das es Bürgern ermöglicht, Strom aus erneuerbaren Energien gemeinsam zu erzeugen und innerhalb einer Gemeinschaft über das öffentliche Netz zu teilen.

Ein Porträt zur EWS Schönau lesen Sie hier. Mehr zu den Vor- und Nachteilen der Geldanlage mit Genossenschaftsanteilen erfahren Sie in dieser ECOreporter-Titelgeschichte.

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