Der Absatz von Fielmann ist in Europa weiter schwächer als erwartet. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Fielmann wächst kräftig – Zahlen enttäuschen trotzdem

Der Hamburger Optikerkonzern Fielmann konnte seinen Umsatz im dritten Quartal 2024 zweistellig steigern – auch dank Zukäufen in den USA. Trotzdem enttäuscht der ECOreporter-Aktien-Favorit die Börse.

Im dritten Quartal erzielte Fielmann einen Umsatz von 601 Millionen Euro, ein Plus von 15 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 8,8 Prozent auf 142 Millionen Euro zu. Laut Konzern wirkte sich das laufende Kostensparprogramm positiv auf das Ergebnis aus.

Analysten reagieren enttäuscht

Der Nettogewinn sank allerdings um 7 Prozent auf 39,2 Millionen. Ein Grund waren Fielmann zufolge höhere Integrationskosten im Zusammenhang mit den jüngsten Firmenübernahmensowie Aufwendungen für das Restrukturierungsprogramm. Vor allem bleibt aber die Nachfrage in Europa weiterhin schwächer als erhofft. Besonders im wichtigen deutschen Markt ist die Konsumstimmung nach wie vor mau.

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In den ersten neun Monaten dieses Jahres legte Fielmanns Umsatz um 13 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zu. Dabei entfielen 8 Prozent des Wachstums auf die US-Akquisitionen. Analysten hatten sich einen höheren Beitrag des US-Geschäfts erhofft, wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX berichtet.

An seiner Prognose für das laufende Jahr hält Fielmann fest. So erwartet das Unternehmen für 2024 unverändert einen Konzernumsatz von rund 2,3 Milliarden Euro. Dies würde einem Anstieg um 15 Prozent zum Vorjahr entsprechen. Die EBITDA-Marge soll leicht über dem Vorjahreswert von 20,8 Prozent liegen. Für die ersten drei Quartale betrug sie 23,6 Prozent.

Nach Präsentation der neuen Zahlen Ende letzter Woche verlor die Fielmann-Aktie rund 6 Prozent an Wert, auf Wochensicht hat der Kurs um knapp 13 Prozent nachgegeben. Aktuell notiert die Aktie im Xetra-Handel 0,5 Prozent im Plus zum Vortag bei 41,80 Euro (Stand: 6.11.2024, 9:06 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 8,2 Prozent eingebüßt, auf Jahressicht ist sie 2,2 Prozent im Plus.

Aktie ist langfristig schwach gelaufen

Die Fielmann-Aktie schwankte in den letzten Jahren deutlich, auf Sicht von drei Jahren ist sie 32 Prozent im Minus, über fünf Jahre hat der Kurs um 40 Prozent nachgegeben. Von einem Absturz zwischen Januar 2021 und Oktober 2022 hat sich die Aktie immer noch nicht erholt.

Fielmann setzt mittlerweile stark auf das neue US-Geschäft. Ob dieses sich wie erhofft entwickelt, bleibt aber abzuwarten. Aktuell bleiben die Verkäufe trotz steigender Marktanteile in Europa hinter den Erwartungen zurück, Verbesserungen beim Ergebnis werden derzeit vor allem durch Einsparungen erzielt.

Vor diesem Hintergrund ist das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie von 23 für 2024 und 20 für 2025 eher hoch. Die Fielmann-Aktie ist aktuell nur ein Investment für geduldige Anlegerinnen und Anleger, die mit längeren Durststrecken an der Börse leben können.

Fielmann ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Mittelklasse-Aktien. Weitere Informationen finden Sie in unserem Unternehmensporträt. Lesen Sie auch unsere Übersicht zu den nachhaltigen Mid-Cap-Favoriten: Nachhaltige Mittelklasse-Aktien: Diese ECOreporter-Favoriten sind aktuell empfehlenswert.

Fielmann AG: ISIN DE0005772206 / WKN 577220

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