Der Evergreen-Fonds investiert unter anderem in den Münchner Technologiekonzern und Eisenbahnbauer Siemens. / Foto: Siemens

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Im Test: Evergreen Sustainable World Stocks

Nur 0,79 Prozent Jahreskosten – der Evergreen Sustainable World Stocks ist einer der günstigsten Aktienfonds. Kann er auch bei Nachhaltigkeit und Wertentwicklung überzeugen? ECOreporter hat ihn eingehend geprüft.

Der Evergreen Sustainable World Stocks kommt von der Evergreen GmbH aus Leipzig, die neben drei eigenen nachhaltigen Fonds den Tomorrow Fund des Fintechs Tomorrow managt und zudem einen Robo Advisor betreibt. Die renommierte Non-Profit-Organisation B Lab stuft Evergreen als besonders sozial und ökologisch ein und hat dem Unternehmen das „B Corp“-Zertifikat verliehen.

Das Konzept des Evergreen Sustainable World Stocks ist ambitioniert: Der Ende 2022 aufgelegte Fonds möchte in Unternehmen anlegen, die im Schnitt weniger CO2 ausstoßen als ein Aktienindex, der laut dem Anbieter MSCI die Pariser Klimaziele einhält. Ob Evergreen dies gelingt, kann ECOreporter nicht abschließend beurteilen, da nicht zu allen Firmen des Index Klimaeinschätzungen des Carbon Disclosure Project (CDP) oder der Science Based Targets initiative (SBTi) vorliegen, die bei diesem Thema als unabhängige Referenzinstanzen gelten.

Nach Recherchen der Redaktion können die Klimavorgaben des Fonds aber als vergleichsweise anspruchsvoll gelten. Ein Minuspunkt: Evergreen investiert auch in Banken, die vielleicht selbst wenig CO2 ausstoßen, aber weiterhin fossile Energieprojekte finanzieren.

Keine Investments in Waffen und Atomkraft

Vollständig ausgeschlossen sind unter anderem Geschäfte mit Atomkraft und Waffen sowie nicht gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche. Auch das Fördern von Kohle, Öl und Erdgas ist tabu. ECOreporter hat alle 111 Aktien im Bestand überprüft: Keine verstößt gegen das Anlagekonzept des Fonds. (Eine vollständige Liste der Ausschlusskriterien finden Sie im Premium-Bereich.)

Aus nachhaltiger Sicht bedauerlich: Evergreen betreibt bislang kein Engagement. Heißt: Das Fondsmanagement kontaktiert investierte Unternehmen nicht, wenn es Probleme mit der Nachhaltigkeit gibt. Und seine Stimmrechte auf Hauptversammlungen lässt der Fonds zwar von einem Dienstleister wahrnehmen, er berichtet aber nicht über sein Stimmverhalten.

Die finanzielle Entwicklung des Fonds kann sich sehen lassen: Auf drei Jahre ist er ähnlich gut gelaufen wie ETFs auf den MSCI World Index.

Wie die Redaktion Transparenz und Nachhaltigkeits-Management des Evergreen Sustainable World Stocks einschätzt und den Fonds insgesamt bewertet, erfahren Sie im vollständigen ECOfondstest im Premium-Bereich. Der Test liefert die wichtigsten Analyse-Ergebnisse sowie Noten für alle getesteten Bereiche.

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

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Einzeltest
Aktienfonds

Evergreen Sustainable World Stocks


FINANZEN: Der Fonds hat in den letzten 12 Monaten 0,9 % an Wert verloren (3.2.2025 - 3.2.2026). Zum Vergleich: Der MSCI World Index stieg im gleichen Zeitraum um 5 %. Auf drei Jahre gesehen legte der Fonds 44,6 % zu (MSCI World: plus 54 %). Für einen Aktienfonds sehr günstige Jahresgesamtkosten von 0,79 %. 

RISIKO: Totalverlust unwahrscheinlich. Teilverluste möglich. Für einen Aktienfonds geringe Wertschwankungen.

Unternehmen im Fonds: Orsted (Windparks), Alphabet (Google) / Fotos: Orsted, PixabayUnternehmen im Fonds: Orsted (Windparks), Alphabet (Google) / Fotos: Orsted, Pixabay
Unternehmen im Fonds: Orsted (Windparks), Alphabet (Google) / Fotos: Orsted, Pixabay

NACHHALTIGKEIT: Der Fonds will in Unternehmen investieren, die weniger CO2 ausstoßen als die Firmen im MSCI World Climate Paris Aligned Index. Dieser Index hält laut dem Anbieter MSCI die Pariser Klimaziele ein. Die Emissionsintensität des Fonds soll langfristig im Schnitt um ca. 10 % jährlich sinken. In der Aktienliste finden sich zahlreiche überdurchschnittlich nachhaltige Konzerne, etwa SAP, Siemens, Cisco, Brambles und die Halbleiter-Schwergewichte Nvidia, AMD und ASML. Ebenfalls im Bestand: die Erneuerbare-Energien-Unternehmen Vestas, Nordex, Orsted und Ormat. Der Fonds investiert aber auch in die umstrittenen Techriesen Alphabet (Google) und Microsoft sowie nicht nachhaltige Finanzkonzerne wie Morgan Stanley, UBS oder UniCredit, die u.a. weiterhin fossile Energieprojekte finanzieren. Vollständig ausgeschlossen sind u.a. Geschäfte mit Atomkraft, Tabak, Waffen und dem Fördern fossiler Energieträger. Ebenfalls tabu: Kinderarbeit, kontroverses Umweltverhalten, nicht gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche. Das Erzeugen von Energie aus Kohle, Öl oder Gas ist bis zu einem Umsatzanteil von 10 % erlaubt. Der Fondsanbieter Evergreen führt das Nachhaltigkeitsresearch selbst durch und greift dabei auf Daten von Agenturen wie Sustainalytics und MSCI zurück. In welche Unternehmen der Fonds investieren darf, legt der fünfköpfige interne Nachhaltigkeitsausschuss von Evergreen fest. Der Fonds hat keinen Nachhaltigkeitsbeirat mit externen Experten. Nach Recherchen von ECOreporter verstößt keines der zum Testzeitpunkt 111 Unternehmen im Fonds gegen die Auswahlkriterien.

TRANSPARENZ: Evergreen veröffentlicht die komplette Aktienliste in seinem Kundenbereich und informiert online über Aktienauswahlverfahren, Nachhaltigkeitskonzept und die Nachhaltigkeit investierter Unternehmen.

NACHHALTIGE WIRKUNG: Der Fonds beteiligt sich nicht an Neuemissionen von Aktien. Evergreen nimmt seine Stimmrechte auf Hauptversammlungen über die Kapitalverwaltungsgesellschaft Universal-Investment wahr, berichtet aber nicht über sein Stimmverhalten. Wegen des geringen Fondsvolumens kontaktiert Evergreen bislang noch keine Unternehmen, wenn es Probleme mit der Nachhaltigkeit gibt, will jedoch künftig mitteilen, falls Aktien wegen mangelnder Nachhaltigkeit verkauft werden. 

Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle
  • Pornografie (Herstellung)
  • Waffen (konventionelle; Herstellung/Vertrieb)
  • Kohle (Förderung)
  • Tabak (Produktion)
  • Waffen (geächtete; Herstellung/Vertrieb)
  • Tierversuche (nicht gesetzlich vorgeschriebene)
  • Atomkraft (Erzeugung Atomstrom)
  • Massentierhaltung
  • Kinderarbeit
  • Zwangsarbeit
  • Korruption
  • Menschenrechts­verletzungen
  • Erdgas (Förderung/Transport)
  • Erdöl (Förderung)
  • Glücksspiel (Anbieter)
Ausschlusskriterien mit Umsatzschwelle
  • Alkohol (Herstellung): 5,0%
  • Kohle (Stromerzeugung): 10,0%
  • Erdgas (Stromerzeugung): 10,0%
  • Erdöl (Transport/Vertrieb/Verarbeitung): 10,0%

Gesamtnote:

2,3
1
2
3
4
5
6

Fazit: Solider nachhaltiger Fonds mit guter Wertentwicklung. Die nachhaltige Wirkung könnte höher sein.

Nachhaltigkeitsnote:

2,6
1
2
3
4
5
6
Aktien-Auswahlprinzip:
2,3

Nachhaltigkeits-Management:
2,3

Transparenz:
2,0

Nachhaltige Wirkung:
4,0

Finanznote:

2,0
1
2
3
4
5
6
Wertentwicklung:
2,1

Sicherheit/Risiko:
2,0

Kosten:
1,7

Wertentwicklung: Performance in Relation zu MSCI World Index und Festgeldanlagen; Faktor 5 in Finanznote. Gesamtnote kann Rundungsdifferenzen aufweisen.

Wertentwicklung in % 12/2022 - 2/2026
Stärken
  • Günstige Gebühren
  • Gutes Fonds-Management
Stärken
Schwächen
  • Indirekte Investitionen in fossile Energien
  • Wenig nachhaltige Wirkung
Schwächen

Empfohlene Anlagedauer: Ab 7, besser 10 Jahre.

Fondsname:
Evergreen Sustainable World Stocks

Start:
2022

Fondsmanagement:
Evergreen GmbH

ISIN:
DE000A3DQ2Z2


Volumen 3. Februar 2026:
36 Millionen Euro

Jahresgesamtkosten (TER):
0,79%

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