Der Ökoworld Ökovision Classic investiert unter anderem in den Gabelstaplerhersteller Kion aus Frankfurt. / Foto: Kion

  Fonds / ETF, ECOfondstest

Im Test: Ökoworld Ökovision Classic

Sehr nachhaltige Unternehmen und sonst nichts - das ist das Anlagekonzept des Ökoworld Ökovision Classic. ECOreporter hat den Aktienfonds eingehend getestet und ihm das ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel verliehen.

Der Ökovision gehört zu den Pionieren der grünen Geldanlage, die Fondsgesellschaft Ökoworld aus Hilden bei Düsseldorf hat ihn bereits 1996 gestartet. Heute ist er mit einem Volumen von mehr als 1,5 Milliarden Euro einer der größten nachhaltigen Aktienfonds. Seine langfristige Wertentwicklung ist akzeptabel: Auf drei Jahre gesehen hat er knapp 20 Prozent zugelegt, auf zehn Jahre 72 Prozent (Stand 21.1.2026). Wer einsteigt, sollte in der Lage sein, den Fonds mindestens sieben Jahre zu halten, besser länger.

Die Nachhaltigkeitskriterien des Ökovision sind sehr streng. Welche Unternehmen investierbar sind, entscheidet ein unabhängiger Anlageausschuss mit externen Expertinnen und Experten. Und der Fonds darf ausschließlich Aktien kaufen, die seine Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen - bei anderen Fonds müssen dies oft nur 80 Prozent der Papiere oder noch weniger.

Die Ausschlusskriterien des Ökovision sind ebenfalls anspruchsvoll: Sie decken viele Branchen ab und umfassen auch Zulieferer (eine Liste der Kriterien finden Sie weiter unten). Ökoworld verlässt sich bei der Bewertung von Unternehmen nicht auf ESG-Ratings von Agenturen und führt das Nachhaltigkeits-Research selbst durch. Das hat seinen Preis: Mit 2,18 Prozent sind die Jahreskosten des Fonds vergleichsweise hoch.

Der Ökovision investiert weltweit, auch in Schwellenländern. Die Bandbreite reicht von großen Halbleiterkonzernen über Erneuerbare-Energien-Unternehmen bis zu Elektroautobauern. ECOreporter hat den kompletten Aktienbestand überprüft: Keines der 76 Unternehmen im Fonds verstößt zum Testzeitpunkt gegen die Anlagerichtlinien.

Ein ECOreporter-Siegelfonds

Im neuen ECOfondstest erhält der Ökovision die Nachhaltigkeitsnote 1,1. Damit ist er der grünste bislang von ECOreporter geprüfte Fonds. Weil der Ökovision in allen Nachhaltigkeitsbereichen überzeugen kann, trägt er das ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel.

Den vollständigen Fondstest finden Sie weiter unten. Sie können sich den Test rechts oben auch als kostenfreies PDF herunterladen.

ECOreporter testet regelmäßig nachhaltige Aktienfonds, Mischfonds, Rentenfonds, Mikrofinanzfonds und ETFs. Eine Übersicht über die ECOfondstests liefert Ihnen die Redaktion hier.

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Einzeltest
Aktienfonds

ÖKOWORLD ÖKOVISION CLASSIC


FINANZEN: Auf Jahressicht hat der Fonds 5,4 % an Wert verloren (23.1.2025 – 23.1.2026). Zum Vergleich: Der MSCI World Index stieg im gleichen Zeitraum um 4,7 %. In den letzten 10 Jahren legte der Fonds 72 % zu (MSCI World: plus 219 %). Die Jahresgesamtkosten sind mit 2,18 % vergleichsweise hoch. Zudem wird bei Überschreiten des Höchstkurses (High-Watermark) und der Mindestperformance von 8 % eine Performance-Gebühr von maximal 10 % der jährlichen Wertsteigerung erhoben.

RISIKO: Totalverlust unwahrscheinlich. Teilverluste möglich. Im Vergleich mit anderen Aktienfonds eher geringe Wertschwankungen.

Unternehmen im Fonds: Nordex (Windräder), DHL Group (Logistik). / Fotos: UnternehmenUnternehmen im Fonds: Nordex (Windräder), DHL Group (Logistik). / Fotos: Unternehmen
Unternehmen im Fonds: Nordex (Windräder), DHL Group (Logistik). / Fotos: Unternehmen

NACHHALTIGKEIT: Der Ökoworld Ökovision Classic ist ein Pionier der nachhaltigen Geldanlage, es gibt ihn bereits seit 1996. Der Fonds will ausschließlich in Unternehmen investieren, die sozial- und umweltverträgliche Produkte anbieten oder nachhaltige Entwicklung fördern. In der Aktienliste finden sich zahlreiche Erneuerbare-Energien-Unternehmen wie First Solar, Nextpower, Nordex oder Vestas und viele Halbleiter-Konzerne (Advantest, TSMC, Jentech, Kokusai). Zudem der Gabelstaplerhersteller Kion, der Wassertechnikanbieter Advanced Drainage Systems und die DHL Group. Der Fonds hält auch Aktien aus Brasilien, Taiwan und Mexiko. Komplett tabu sind u.a. Unternehmen, die Geld verdienen mit Rüstung, Atomenergie, Öl und Kohle, Alkohol, Tabak, Pestiziden und vermeidbaren Tierversuchen. Die Ausschlusskriterien sind streng: Sie umfassen auch Zulieferer. Nach ECOreporter-Recherchen verstößt keines der zum Testzeitpunkt 76 Unternehmen im Fonds gegen dessen Auswahlkriterien. Ökoworld führt das Nachhaltigkeits-Research selbst durch. In welche Aktien investiert werden darf, entscheidet der unabhängige Anlageausschuss. Ihm gehören u.a. Fachleute aus den Bereichen Digitalisierung, Gesundheit und nachhaltiges Wirtschaften an.

TRANSPARENZ: Ökoworld veröffentlicht einmal im Monat die vollständige aktuelle Aktienliste. Die Jahres- und Halbjahresberichte enthalten viele Informationen zu den investierten Unternehmen. Der Fondsanbieter informiert zudem sehr ausführlich über Nachhaltigkeitskonzept, Auswahlverfahren und Fondsgremien.

NACHHALTIGE WIRKUNG: Der Fonds beteiligt sich an Neuemissionen von Aktien. Hierbei fließt Geld vom Aktionär direkt ins Unternehmen. Zudem kontaktiert Ökoworld Unternehmen, um nachhaltige Veränderungen anzustoßen. Die Fondsgesellschaft nimmt auch ihre Stimmrechte auf Hauptversammlungen wahr und informiert über ihr Stimmverhalten. 

Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle
  • Waffen (konventionelle; Herstellung/Vertrieb)
  • Waffen (geächtete; Herstellung/Vertrieb)
  • Tabak (Produktion)
  • Erdöl (Förderung)
  • Erdöl (Transport/Vertrieb/Verarbeitung)
  • Erdgas (Stromerzeugung)
  • Erdgas (Förderung/Transport)
  • Kohle (Förderung)
  • Kohle (Stromerzeugung)
  • Atomkraft (Erzeugung Atomstrom)
  • Menschenrechts­verletzungen
  • Kinderarbeit
  • Zwangsarbeit
  • Korruption
  • Embryonale Stammzellenforschung
  • Tierversuche (nicht gesetzlich vorgeschriebene)
  • Alkohol (Herstellung)
  • Glücksspiel (Anbieter)
  • Pornografie (Herstellung)
  • Massentierhaltung
  • Rüstungsgüter (Herstellung/Vertrieb)
  • Pestizide (Herstellung)
  • Gentechnik in der Landwirtschaft (grüne Gentechnik)

Gesamtnote:

2,1
1
2
3
4
5
6

Fazit: Kerngrüner Fonds mit sehr anspruchsvollem Auswahlverfahren.

Nachhaltigkeitsnote:

1,1
1
2
3
4
5
6
Aktien-Auswahlprinzip:
1,0

Nachhaltigkeits-Management:
1,0

Transparenz:
1,3

Nachhaltige Wirkung:
1,3

Finanznote:

3,1
1
2
3
4
5
6
Wertentwicklung:
3,2

Sicherheit/Risiko:
2,3

Kosten:
3,3

Wertentwicklung: Performance in Relation zu MSCI World Index und Festgeldanlagen (Faktor 5 in Finanznote). Gesamtnote kann Rundungsdifferenzen aufweisen.

Stärken
  • Strenge Nachhaltigkeitskriterien
  • Einflussreicher unabhängiger Anlageausschuss
  • Hohe nachhaltige Wirkung
Stärken
Schwächen
  • Hohe Kosten
Schwächen

Empfohlene Anlagedauer: Ab 7, besser 10 Jahre.

Fondsname:
ÖKOWORLD ÖKOVISION CLASSIC

Start:
1996

Fondsgesellschaft:
Ökoworld Lux. S.A.

ISIN:
LU0061928585


Volumen 23. Januar 2026:
1,56 Milliarden Euro

Jahresgesamtkosten (TER):
2,18%
  • Uranabbau
  • Chlorchemie & PFAS
  • Verursachung massiver Umweltschäden
  • Raubbau an natürlichen Ressourcen
  • Systematische Verstöße gegen Verbraucherschutzvorschriften

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