Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Gericht entscheidet erneut gegen Milliarden-Bonus für Elon Musk
Im Streit um ein milliardenschweres Gehaltspaket hat Tesla-Chef Elon Musk vor Gericht eine weitere Niederlage erlitten. Richterin Kathaleen McCormick wies im US-Bundesstaat Delaware das bereits im Jahr 2018 vereinbarte Aktienoptionspaket ein zweites Mal als überhöht zurück.
Die Richterin blieb damit bei ihrer im Januar getroffenen Entscheidung, wonach Musk bei der Vereinbarung des Pakets zu viel Einfluss im Hintergrund gehabt habe. Musk hatte das Paket in der Zwischenzeit ein zweites Mal durch Tesla-Aktionäre absegnen lassen. ECOreporter berichtete hier.
Vorstand "kapitulierte vor Musk"
Der Vergütungsplan war bei der ursprünglichen Vereinbarung 2,6 Milliarden US-Dollar schwer. Als das Gericht das Optionspaket zum ersten Mal kippte, war es wegen des starken Anstiegs des Tesla-Aktienkurses bereits auf einen Wert von bis auf 56 Milliarden Dollar angewachsen. Auf der Basis des Tesla-Schlusskurses von 357,09 Dollar an der US-Börse Nasdaq am gestrigen Montag würde sich der Wert auf mehr als 100 Milliarden Dollar belaufen.
Wie ECOreporter die Tesla-Aktie aktuell einschätzt und was das mit Musk zu tun hat, lesen Sie im Premium-Bereich.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Die Klage gegen die rekordhohe Vergütung für Musk war durch den Aktionär Richard Tornetta eingereicht worden. Er hatte den Vorstandsmitgliedern des Autobauers vorgeworfen, bei der Ausarbeitung des Gehaltspakets für den Tesla-Chef 2018 nicht unabhängig gewesen zu sein. Musk habe die Details der Aktien-Boni nach seinen Vorstellungen gestalten können. Das Gericht folgte dieser Ansicht.
Die zweite Abstimmung über das Paket ändere nichts an dieser Feststellung, erklärte Richterin McCormick. Eine Aktionärsversammlung könne nicht eingesetzt werden, um ein Gerichtsurteil umzukehren. "Es gab zweifellos eine Reihe gesunder Vergütungen, die der Vorstand hätte beschließen können", so McCormick in ihrer Begründung. "Stattdessen kapitulierte der Vorstand vor den Bedingungen von Musk."
Die Richterin entschied außerdem im Streit der Anwälte von Kläger Tornetta mit Tesla. Als unterlegene Partei muss der Konzern die Kosten der Rechtsbeistände zahlen. Diese hatten 29 Millionen Tesla-Aktien gefordert – beim derzeitigen Aktienkurs wären das mehr als 10 Milliarden Dollar. McCormick sprach ihnen nun 345 Millionen Dollar zu – immer noch eines der bisher höchsten Anwaltshonorare in einer US-Aktionärsklage.
Der Tesla-Vorstand kündigte kurz nach der Veröffentlichung des neuen Urteils an, in Berufung zu gehen. Musk selbst sprach auf seiner Kurznachrichten-Plattform X von einem "absolut korrupten Urteil".
Die Tesla-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,7 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 334,35 Euro (Stand: 3.12.2024, 10:20 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 47,2 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 53,9 Prozent an Wert gewonnen.
Musk als Nachhaltigkeits-Risiko
Der Tesla-Kurs hat seit dem Wahlsieg von Donald Trump deutlich zugelegt. Konzernchef Musk hat Trump im Wahlkampf durch eigene Auftritte und mit massiven Spenden unterstützt und soll in der neuen Regierung eine eigene Abteilung erhalten. Der Milliardär soll sich darin um Einsparungen angeblich unnötiger Ausgaben kümmern. Unter anderem kündigte Musk bereits an, den US-Verbraucherschutz bei Finanzprodukten abschaffen zu wollen.
Elon Musk macht ein Investment in die Tesla-Aktie aus nachhaltiger Sicht mittlerweile zur Gewissensfrage. Bereits seit Jahren fällt er durch rechtspopulistische und verschwörungstheoretische Äußerungen auf. Im Wahlkampf hatte er beispielsweise behauptet, die US-Demokraten würden gezielt illegale Einwanderer einfliegen, um die Abstimmung zu manipulieren. Seit Musk Trump unterstützt, ist sein Ton zudem deutlich radikaler geworden.
Bis zum politischen Push lief die Tesla-Aktie in diesem Jahr eher schwach. Betrachtet man allein das operative Geschäft ist es ein schwieriges Jahr für Tesla. Das Unternehmen hatte zwischenzeitlich mit rückläufigen Absatzzahlen zu kämpfen, im dritten Quartal konnte der Konzern unter anderem dank gesenkter Kosten allerdings mehr Geld verdienen. Für 2025 hat Tesla günstigere Fahrzeugmodelle angekündigt, zudem setzt Musk massiv auf die umstrittenen Pläne für sein sogenanntes Robotaxi. Mehr dazu lesen Sie hier.
ECOreporter rät vom Einstieg in die Tesla-Aktie ab. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 170 für 2024 ist der Kurs deutlich überhitzt. Und das liegt nicht am geschäftlichen Erfolg Teslas, sondern an der politischen Entwicklung in den USA.
Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T
(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)