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Grüne deutsche Staatsanleihen: Eine Alternative zu Festgeld?
Der Iran-Krieg treibt die Inflation und damit auch das erwartete Zinsniveau. Banken zahlen aber bislang kaum höhere Zinsen für Tages- und Festgeld. Lukrativer sind derzeit häufig deutsche Staatsanleihen, deren Renditen in den letzten Wochen spürbar gestiegen sind. Die Papiere gibt es auch in nachhaltig.
Wer aktuell die Bundesanleihe 20 mit einer Restlaufzeit von knapp neun Jahren (ISIN DE0001102510) kauft, sichert sich eine Jahresrendite von 3,01 Prozent (Stand 31.3.2026). Das ist mehr, als fast alle Banken für Tages- und Festgeld zahlen. Nominell bietet die Anleihe zwar einen sehr viel niedrigeren Zinssatz. Da der Kurs der Anleihe derzeit aber nur bei etwa 76 Prozent ihres Nominalwertes liegt, ist die Rendite deutlich höher als der Zinssatz.
Klingt verwirrend? Das liegt daran, dass bei Anleihen die Zinsen nicht mit der Rendite gleichzusetzen sind. Denn der Zins einer Anleihe bezieht sich immer auf den Nominalwert, also den Preis, zu dem die Anleihe ursprünglich auf den Markt gebracht worden ist (deshalb heißt dieser Zins auch Nominalzins).
Sinkt der Kurs, steigt die Rendite
Wird eine Anleihe an der Börse gehandelt, kann sich wie bei Aktien der Kurswert ändern. Er liegt dann nicht mehr wie zum Börsenstart bei 100 Prozent des Nominalwertes, sondern darüber oder darunter. Und wer zu diesem veränderten Kurswert die Anleihe kauft, erhält auch eine andere Rendite, denn der Zins bleibt anders als der Börsenwert immer gleich. Generell gilt: Sinkt der Kurs, steigt die Rendite – und umgekehrt. In den letzten Wochen sind die Kurse vieler Staatsanleihen wegen des Iran-Kriegs gesunken.
Ein Beispiel: Eine Anleihe hat einen Nominalzins von 6 Prozent. Kaufen Sie die Anleihe bei einem Kurswert von 90 Prozent, wirft die Anleihe für Sie fast 6,7 Prozent Rendite pro Jahr ab (6 geteilt durch 0,9). Und wenn Sie die Anleihe bis zum Laufzeitende halten, bekommen Sie ihren vollen Nominalwert (100 Prozent) ausgezahlt – macht dann noch mal ein Plus von etwa 11 Prozent (der Anstieg von 90 auf 100 Prozent).
Niedrige Anleihekurse eröffnen also Renditechancen. Dem stehen zwar höhere Risiken gegenüber – bei Unternehmensanleihen bedeuten deutlich gesunkene Kurse oft, dass die jeweilige Firma in Schwierigkeiten steckt und Investoren die Anleihen nur noch haben wollen, wenn sie eine hohe Rendite als Ausgleich für das Pleiterisiko bekommen. Bei stabilen Industrienationen wie Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit eines Staatsbankrotts hingegen sehr gering, niedrige Kurse von Staatsanleihen sind also erst einmal kein Problem.
Ist die oben genannte Bundesanleihe mit ihrer Jahresrendite von 3,01 Prozent also eine attraktive Alternative zu Festgeld? Und wie sieht es bei Bundeswertpapieren mit anderen Laufzeiten aus? Das erfahren Sie im folgenden Premium-Bereich.
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