ProCredit vergibt Kredite in Osteuropa, unter anderem in der Ukraine. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Finanzdienstleister

Höhere Eigenmittelanforderungen für ProCredit-Bankengruppe

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat ihre Anforderungen an die Eigenmittel der in Frankfurt ansässigen Entwicklungsbank ProCredit erhöht. Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der vor allem in Südost- und Osteuropa tätigen Bankengruppe soll dies nicht haben.

Die Eigenmittelanforderungen der BaFin steigen wie von ProCredit erwartet um 0,75 Prozentpunkte. Bei der für die Beurteilung der finanziellen Stabilität von Banken wichtigen harten Kernkapitalquote (CET1) beträgt der Mindestwert damit ab diesem Monat 9,9 Prozent. Zuletzt lag die harte Kernkapitalquote von ProCredit bei 13,1 Prozent.

Der Aktienkurs ist auf lange Sicht stark gestiegen

Die Vorgaben sind jetzt strenger, weil die BaFin bei der Prüfung von Kreditprozessen festgestellt hatte, dass die Prozesse der ProCredit-Gruppe den Mindestanforderungen an das Risikomanagement und den Anforderungen des Kreditwesengesetzes (KWG) nicht in vollem Umfang entsprechen.

ProCredit implementiert derzeit eigenen Angaben zufolge „entsprechende Maßnahmen, die die Feststellungen adressieren“. Laut Management hat die Entscheidung der BaFin keine Auswirkungen auf die Dividendenpolitik des Unternehmens sowie die mittelfristigen Prognosen der Eigenkapitalrendite und des Wachstums des Kreditportfolios.

Die Zinskonditionen der ProCredit-Bank Deutschland finden Sie in unserer Übersicht Nachhaltige Banken: Bis 2,7 % sichere Zinsen für Tagesgeld und Festgeld.

Wie ECOreporter die ProCredit-Aktie derzeit einschätzt, erfahren Sie im folgenden Premium-Bereich.

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Die ProCredit-Aktie stieg gestern trotz der BaFin-Meldung um 3,8 Prozent. Aktuell kostet sie im gettex-Handel 9,36 Euro (Stand 25.6.2025, 8:43 Uhr). Der Kurs hat seit Herbst 2022 stark zugelegt und bewegt sich auch nach leichten Verlusten in den letzten Wochen weiter auf einem historisch hohen Niveau. Auf Monatssicht ist die Aktie 12 Prozent im Minus, auf drei Jahre gesehen 164 Prozent im Plus.

ProCredit hatte im Mai ordentliche Geschäftszahlen für das erste Quartal 2025 gemeldet (ECOreporter berichtete hier). Die Redaktion sieht bei dem Institut eine insgesamt positive Geschäftsentwicklung, die Aktie bleibt wegen der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in Zielmärkten wie der Ukraine aber ein Investment mit erhöhtem Risiko. Für einen Einstieg spricht neben der hohen erwarteten Dividendenrendite von 6,4 Prozent das niedrige erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5 für 2025 und 4 für 2026.

Nach Einschätzung von ECOreporter verfolgt ProCredit ein solides Nachhaltigkeitskonzept. Ein Fünftel ihrer Kredite hat die Bankengruppe an nachhaltige Projekte vergeben, vor allem Erneuerbare-Energien-Vorhaben. Mittelfristig möchte man eine grüne Kreditquote von 25 Prozent erreichen.

ProCredit Holding AG & Co. KgaA:  ISIN DE0006223407 / WKN 622340

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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