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Halbleiter-Konzern ASML verliert China-Lizenz
Der Chip-Maschinenbauer ASML hat früher als erwartet seine Exporte nach China einschränken müssen. Wie reagiert die Aktie des niederländischen Konzerns?
Seit 1. Januar gelten für ASML strengere Ausfuhrbeschränkungen für High-Tech-Geräte nach China. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, hat die niederländische Regierung allerdings schon im Dezember eine Exportlizenz zurückgezogen – man habe daher einige chinesische Kunden nicht mehr wie geplant mit Maschinen beliefern können.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg hatte die US-Regierung auf einen vorzeitigen Stopp der Exporte gedrängt. Die USA befürchten, dass China mit den Anlagen von ASML hochwertige Chips für militärische Anwendungen herstellen will.
ASML ist der weltweit einzige Anbieter von sogenannten Extrem-Ultraviolett-Lithografieanlagen (EUV-Lithografie). Diese ermöglichen es, sehr leistungsstarke und energieeffiziente Halbleiter herzustellen. Derzeit wird eine der mehrere hundert Millionen Euro teuren Anlagen in einem Werk des US-Chipriesen Intel in Oregon installiert (ECOreporter berichtete hier).
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Die gestrige ASML-Meldung hat den Kurs der Aktie heute im Tradegate-Handel bislang nur um 1,5 Prozent auf 675,20 Euro sinken lassen (Stand 2.1.2024, 10:48 Uhr). Die Aktie bleibt nach einem Zwischentief im Herbst weiterhin auf Erholungskurs, auf drei Monate gesehen hat sie 23 Prozent zugelegt.
ASML geht davon aus, dass der vorzeitige Lizenzentzug keinen wesentlichen Einfluss auf das Jahresergebnis 2023 haben wird. Marktbeobachter erwarten auch für 2024 keine größeren negativen Effekte, da der Konzern weiter von der weltweit steigenden Nachfrage nach hochwertigen Chip-Anlagen profitieren dürfte.
Aktie weiter auf hohem Niveau
ECOreporter schätzt die Zukunftsaussichten von ASML unverändert als sehr gut ein. Der Konzern ist unangefochtener Marktführer bei High-End-Halbleiteranlagen, finanziell gut aufgestellt und auch in schwächeren Phasen hochprofitabel. Die Aktie hat im Jahresvergleich 32 Prozent zugelegt, auf fünf Jahre gesehen beträgt das Plus 400 Prozent.
Das erwartete-Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2023 liegt bei 36 – ein hoher, angesichts der guten Perspektiven des Unternehmens aber noch vertretbarer Wert. Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger gibt es weiterhin Einstiegschancen. Vorsichtige Investoren sollten auf Kursrücksetzer wie im September warten. Damals kostete die Aktie zwischenzeitlich nur knapp über 540 Euro.
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ASML Holding N.V.: ISIN NL0010273215 / WKN A1J4U4