Helma Eigenheimbau ist auf den Bau energieeffizienter Häuser spezialisiert. Derzeit fehlt es an Aufträgen und damit auch an Geld. Die Aktie hat in den letzten Jahren 87 Prozent an Wert verloren. / Foto: Helma

  Nachhaltige Aktien, Wachhund

Helma Eigenheimbau: Droht Aktionären die Enteignung?

Der Baukonzern Helma Eigenheimbau hat weiterhin keine Vereinbarungen mit seinen Finanzierungspartnern zur Umstrukturierung des kriselnden Unternehmens treffen können. Helmas Perspektiven sind unklar, der zwischenzeitlich etwas stabilere Kurs der Aktie gibt wieder nach. Wie riskant ist jetzt ein Einstieg?

Helma teilte am gestrigen Dienstag mit, man befinde sich „nach wie vor in konstruktiven Gesprächen“ mit den Finanzierungspartnern und arbeite „gemeinsam mit diesen an einer Umsetzung der finanziellen Restrukturierung des Unternehmens“. Der Konzern aus dem niedersächsischen Lehrte hatte mit seinen Geldgebern im Sommer Vereinbarungen insbesondere zu Tilgungs- und Kündigungsrechten von bestehenden Krediten getroffen. Diese wurden mittlerweile laut Unternehmen bis zum 8. Dezember verlängert.

Helma zufolge befindet sich das Restrukturierungskonzept, das von externen Prüfern bestätigt werden muss, „derzeit in der Finalisierung“.  Das Unternehmen will anhand dieses Konzeptes in den nächsten Wochen gemeinsam mit seinen Partnern den Konzern finanziell neu aufstellen. Gegebenenfalls sollen hierbei auch Maßnahmen nach dem Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (StaRUG) Anwendung finden.

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Das Gesetz bietet unter anderem die Möglichkeit, Aktionäre de facto zu enteignen (mehr dazu können Sie hier lesen) und „zur nachhaltigen Beseitigung einer drohenden Zahlungsunfähigkeit“ gerichtliche Planabstimmungsverfahren durchzuführen. Werden Maßnahmen nach dem StaRUG ergriffen, ruht in einigen Fällen die Antragspflicht auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Helma zufolge ist derzeit noch offen, „ob und welche Maßnahmen im Zuge der finanziellen Restrukturierung gegebenenfalls erforderlich werden“. Dies hänge insbesondere von den weiteren Gesprächen mit den Finanzierungspartnern ab.

Helma leidet wie viele Unternehmen aus der Immobilienbranche darunter, dass wegen der stark gestiegenen Kosten deutlich weniger gebaut wird. Die Aktie hat in den letzten knapp zwei Jahren erheblich an Wert verloren. Anfang 2022 kostete sie noch fast 70 Euro, aktuell notiert sie im Tradegate-Handel bei 4,51 Euro (Stand 1.11.2023, 8:37 Uhr).
Im September stabilisierte sich der Kurs auf niedrigem Niveau, seit Anfang Oktober gibt er wieder nach. Nach Veröffentlichung der neuen Unternehmensmeldung hat die Aktie heute 4 Prozent abgegeben. Auf drei Jahre gesehen liegt sie 87 Prozent im Minus.

Helma Eigenheimbau braucht neue Finanzmittel, ansonsten droht möglicherweise die Insolvenz. Im ersten Halbjahr 2023 schrieb das Unternehmen rote Zahlen (ECOreporter berichtete hier).

ECOreporter rät weiterhin vom Einstieg in die Helma-Aktie ab – zu groß sind die Unsicherheiten bei dem Unternehmen und den möglichen Folgen des Sanierungsverfahrens. Die Redaktion hatte die Aktie bereits im März als wenig attraktiv eingestuft und bleibt bei dieser Einschätzung.

Helma Eigenheimbau AG: 

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