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Helma Eigenheimbau erhält frisches Eigenkapital, Aktie gewinnt 50 %
Der Baukonzern Helma Eigenheimbau ist heute mit einem Plus von 50 Prozent in den Börsenhandel gestartet. Aber ist die Unternehmensmitteilung, die den Kurssprung ausgelöst hat, wirklich so positiv?
Helma teilte am Freitagabend um kurz vor Mitternacht mit, der Hauptaktionär des Konzerns (laut Firmendokumenten der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Heinz Maerzke) werde die laufenden Sanierungsvorhaben mit 3,2 Millionen Euro zusätzlichem Eigenkapital unterstützen. Zudem will das Unternehmen aus Lehrte bei Hannover für 3,6 Millionen Euro weiteres Eigenkapital bei Investoren einsammeln.
Bei beiden Kapitalerhöhungen, an denen sich Kleinaktionäre nicht beteiligen können, sollen neue Aktien ausgegeben werden. Wie viele, hängt vom Verkaufspreis der Papiere ab. Diesen hat Helma bislang nicht genannt. Das Management weist allerdings darauf hin, dass durch die Maßnahmen „die Anteile der weiteren Aktionäre verwässert“ werden. Heißt: Möglicherweise werden so viele neue Aktien ausgegeben, dass die Beteiligung der bestehenden Papiere an zukünftigen Unternehmensgewinnen spürbar sinkt.
Ist die Enteignung der Aktionäre jetzt vom Tisch?
Allerdings wäre das für die Aktionäre das kleinere Übel. Zuletzt stand die Möglichkeit einer De-facto-Enteignung der Anteilseigner im Raum – dies ist rechtlich möglich, wenn sich finanziell angeschlagene Unternehmen wie jetzt Helma nach dem Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (StaRUG) neu aufstellen (ECOreporter berichtete hier).
Eine Enteignung ist bei Helma auch weiterhin möglich, der Konzern versucht aber offenbar, ohne einen solch harten Schnitt auszukommen. In der Mitteilung vom Freitag heißt es: „Die Umsetzung des extern evaluierten Sanierungskonzepts wird die Finanzierung der Helma Eigenheimbau AG auf Basis der derzeitigen Unternehmensplanung bis Ende 2027 sicherstellen.“ Der Konzern befindet sich derzeit „nach wochenlangen Verhandlungen in weit fortgeschrittenen Gesprächen mit der Mehrheit der Finanzierungspartner über eine langfristige und nachhaltige Finanzierungsstruktur. Der Abschluss der gesamten Sanierungsvereinbarung wird in den nächsten Tagen erwartet.“
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Die Helma-Aktie hat heute im Tradegate-Handel 50 Prozent gewonnen, aktuell notiert sie bei 4,45 Euro (Stand 11.12.2023, 9:08 Uhr). Damit kostet sie jetzt wieder so viel wie zuletzt Ende Oktober. Langfristig steht die Aktie weiterhin sehr schlecht da: Im Jahresvergleich hat sie 83 Prozent verloren, auf drei Jahre gesehen beträgt der Wertverlust 93 Prozent.
Helma leidet wie viele Unternehmen aus der Immobilienbranche darunter, dass wegen der stark gestiegenen Kosten deutlich weniger gebaut wird. Ob die geplanten Eigenkapitalmaßnahmen ausreichen werden, um zusammen mit den Sanierungsvereinbarungen mit den Finanzierungspartnern die Liquidität des Unternehmens längerfristig zu stärken, ist weiterhin unklar, da mit den Geldgebern nicht wie zuletzt vorgesehen bis 8. Dezember eine Einigung über die künftige Finanzierungsstruktur erzielt werden konnte. Ein bereits verlängerter Tilgungsaufschub bestehender Kredite war letzte Woche ausgelaufen. Außerdem gibt es für die zusätzlichen 3,6 Millionen Euro Eigenkapital bislang offenbar noch keinen definitiv feststehenden Abnehmer.
Unter dem Strich bleibt die Situation bei Helma weiter unverändert: Das Unternehmen braucht neue Finanzmittel, ansonsten droht möglicherweise die Insolvenz. Im ersten Halbjahr 2023 schrieb der Konzern rote Zahlen (ECOreporter berichtete hier).
ECOreporter rät weiterhin vom Einstieg in die Helma-Aktie ab – zu groß sind die Unsicherheiten bei dem Unternehmen und den möglichen Folgen des Sanierungsverfahrens. Die Redaktion hatte die Aktie bereits im März als wenig attraktiv eingestuft und bleibt bei dieser Einschätzung.
Helma Eigenheimbau AG: