Entwurf der geplanten Intel-Werke in Magdeburg. / Foto: Intel

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Hoher Wasserverbrauch: Dürfen die Intel-Fabriken in Magdeburg nicht gebaut werden?

Der US-Chipkonzern Intel plant zwei große Halbleiterwerke in Magdeburg. Umweltschutzverbände und die umliegenden Kommunen haben aber erhebliche Einwände gegen das Projekt. Jetzt muss das Landesverwaltungsamt entscheiden.

Bei der Behörde sind nach der öffentlichen Auslegung der Planungsunterlagen 13 Einwendungen eingegangen. Bedenken angemeldet haben unter anderem Nabu und BUND, aber auch umliegende Kommunen. Neben möglichen negativen Auswirkungen des Fabrikbaus auf Natur- und Artenschutz geht es vor allem um den enormen Wasserverbrauch der Werke.

"Risse in den Häusern"

Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Burgstall, Christian Kroll, sagte im Umfeld eines Erörterungstermins zu den Bebauungsplänen, Intel plane trotz einer bereits bestehenden Grundwasserabsenkung mit einer verstärkten Grundwasserförderung. „Wir haben Risse in den Häusern, wir haben Schäden in der Forstwirtschaft, die Bauern haben Nachteile“, so Kroll. Zudem seien Intels Pläne, möglicherweise auch Wasser aus der Elbe zu nutzen, bislang nicht konkret genug.

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Intel benötigt für den Fabrikkomplex eigenen Angaben zufolge ungefähr 18.000 Kubikmeter Wasser pro Tag – etwa halb so viel wie die gesamte Stadt Magdeburg. Die zuständige Trinkwasserbehörde geht davon aus, dass für die Werke genügend Wasser zur Verfügung stehen wird. Unter anderem sei geplant, ein altes Wasserwerk nördlich von Magdeburg in der Colbitz-Letzlinger Heide zu reaktivieren.

Ob Intel seine Fabriken auf dem dafür vorgesehenen Gelände bauen darf, entscheidet das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt nach Prüfung der Einwendungen.

30 Prozent Kursverlust in drei Monaten

Die Intel-Aktie hat seit April deutlich an Wert eingebüßt, die aktuelle Prognose des Konzerns enttäuschte am Finanzmarkt (ECOreporter berichtete hier). Auf drei Monate gesehen ist der Börsenkurs um 30 Prozent eingebrochen, aktuell bewegt er sich auf dem gleichen niedrigen Niveau wie vor einem Jahr. Auf drei Jahre gesehen hat die Aktie 40 Prozent verloren. Aktuell kostet sie im Tradegate-Handel 27,94 Euro (Stand 31.5.2024, 9:56 Uhr).

Bei Intel laufen die Geschäfte bereits seit 2022 schlecht. Der Konzern hatte in den letzten Jahren Probleme, neue Chip-Generationen auf den Markt zu bringen. Hinzu kommen die aktuelle Flaute im PC- und Smartphone-Geschäft und das Fehlen von konkurrenzfähigen Intel-Halbleitern für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI).

Aktuell baut das Unternehmen seine Produktion deutlich aus und hat eine dringend notwendige Modernisierung bei der Fertigung eingeleitet. Das kostet erst einmal Milliarden, trotz hoher staatlicher Unterstützung. Und bis sich die Investitionen auszahlen, werden noch Jahre vergehen.

ECOreporter traut es Intel zu, ab etwa 2027 wieder solide Gewinne zu erzielen – auch weil die Politik das Unternehmen stark stützt. Intel produziert seine Chips noch immer überwiegend selbst, was den Konzern unabhängiger von asiatischen Auftragsfertigern macht. Aktuell ist die Aktie aber ein Investment mit erhöhtem Risiko.

Intel ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Lesen Sie hier unser Unternehmensporträt. Welche Dividendenkönige ECOreporter derzeit empfiehlt, erfahren Sie in unserem großen Überblick.

Weitere aussichtsreiche Halbleiter-Aktien finden Sie in unserem Dossier Nachhaltige Halbleiter-Aktien: Bis 1.800 % Plus in fünf Jahren.

Lesen Sie auch: In Künstliche Intelligenz investieren - die nachhaltigsten KI-Aktien.

Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681

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