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Anleihen / AIF, Crowd-Investment, Crowd-Test
Im Check: PVA Wittmoldt – Investition in Solarpark mit 6,37 % Zins
Die Dorfstrom Wittmoldt GmbH & Co. KG plant, einen Solarpark mit einer Leistung von rund 46 Megawattpeak (MWp) zu betreiben. Das Solarprojekt liegt in Schleswig-Holstein und ist derzeit im Bau. Um das Projekt teilweise zu finanzieren, bietet das Unternehmen ab 500 Euro Mindestzeichnung Nachrangdarlehen an. Deren Zins beträgt 6,37 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von rund zehn Jahren. Die Emittentin gehört zur Gruppe der Enerparc AG.
Die Enerparc-Gruppe mit Hauptsitz in Hamburg plant, errichtet, investiert und betreibt weltweit Freiflächen-Solaranlagen. Bislang hat die Gruppe gemäß den Angaben auf ihrer Internetseite (Abruf: 18.3.2025) über 4.727 Megawatt (MW) Photovoltaik-Leistung erfolgreich ans Netz gebracht, mehr als 3.532 MW gehören zum Eigenbestand der Gruppe.
Von welchen Unternehmen der Enerparc-Gruppe ist die Emittentin der Nachrangdarlehen, die Dorfstrom Wittmoldt GmbH & Co. KG, abhängig? Welche Vorteile und Nachteile kann das haben? Was fällt am Zeitplan des Projektes auf? Antworten auf diese und weitere Fragen, Infos zu Risiken sowie das ECOreporter-Fazit erhalten Sie im Premium-Bereich.
Gesamtinvestition von über 32 Millionen Euro
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Die Emittentin errichtet laut Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB, Stand: 29.1.2025) am Standort Wittmoldt im Kreis Plön in Schleswig-Holstein auf drei aneinander angrenzenden Grundstücken die Photovoltaikanlage (PVA) Wittmoldt mit einer geplanten Gesamtleistung von 45,622 MWp.
Die voraussichtlichen Gesamtkosten des Solarparkprojektes betragen laut VIB rund 32,62 Millionen Euro. Sie sollen mit Eigenkapital von 10,14 Millionen Euro, den Nettoeinnahmen aus dem Nachrangdarlehensangebot von 1,48 Millionen Euro (bei Vollplatzierung) sowie 21 Millionen Euro Fremdkapital finanziert werden.
Zeitplan
Hersteller der Solarmodule der PVA Wittmoldt ist Longi Green Energy Technology Co., Ltd. aus China. Die Wechselrichter kommen vom Hersteller Huawei Technologies Co., Ltd. Mit dem Bau des Solarparks wurde im September 2024 begonnen. Die Fertigstellung ist laut VIB für den 30.11.2025 und die Inbetriebnahme (Netzanschluss) für den 30.9.2026 vorgesehen.
ECOreporter hat bei Enerparc nachgefragt, warum zwischen Fertigstellung und Inbetriebnahme des Parks laut Plan eine längere Zeitspanne liegt. Enerparc erklärt dazu: „Während der Bau eines Solarparks weitgehend planbar ist, liegt der Netzanschluss in der Verantwortung der Netzbetreiber. Hierbei kommt es aufgrund der Vielzahl von Netzanschlussanfragen in Deutschland zu längeren Wartezeiten. Hinzu kommt, dass wir für dieses Projekt ein eigenes Umspannwerk errichten, was ebenfalls mit umfangreichen Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie zum Teil langen Lieferzeiten bei den benötigten technischen Komponenten einhergeht. Somit ergibt sich die Zeitspanne zwischen Fertigstellung des Parks und Inbetriebnahme.“
Laut VIB sind noch nicht alle in Bezug auf das Solarprojekt maßgeblichen Verträge abgeschlossen. Der Standort ist vollständig erschlossen (Grundstückssicherung). Die Fläche für die Kabeltrasse wurde noch nicht vollständig gesichert, ein Kabelplan liege vor. Die erforderlichen Netzanbindungsvoraussetzungen liegen nach Angaben der Emittentin bereits vor.
Vertragspartner aus der Enerparc-Gruppe
Es wird laut VIB ein Errichtungsvertrag sowie ein Wartungsvertrag mit der Enerparc AG geschlossen, die auch als Generalunternehmer beauftragt werde. Es besteht laut VIB kein Förderanspruch nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Bei der PVA Wittmoldt handelt es sich um ein Power-Purchase-Agreement-Projekt (PPA, privatwirtschaftlicher Stromliefervertrag).
Es wird laut VIB ein langfristiger Stromabnahmevertrag mit der Sunnic Lighthouse GmbH über zehn Jahre geschlossen. Das Stromhandelsunternehmen Sunnic ist eine vollständige Tochter der Enerparc AG. Zudem ist Sunnic laut Unternehmensregister alleinige Gesellschafterin der Sunnic Lighthouse Solar Invest 18 GmbH, die ihrerseits Kommanditistin (99 Prozent der Haftsumme) der Emittentin Dorfstrom Wittmoldt GmbH & Co. KG ist.
Laufzeit und Zins
Das Emissionsvolumen der Nachrangdarlehen PVA Wittmoldt beträgt bis zu 1,5 Millionen Euro. Die Investitionsschwelle von 225.000 Euro wurde bereits überschritten. Bislang sind gemäß den Angaben auf der Vermittler-Internetseite rund 450.000 Euro platziert (Stand: 18.3.2025). Vermittelt werden die Nachrangdarlehen über die Internet-Dienstleistungsplattform invest.enerparc, die von der Auditcapital GmbH betrieben wird. Diese betreibt auch die Plattform ecozins.
Die Laufzeit der Nachrangdarlehen endet laut VIB am 31.12.2034. Die Emittentin hat aber das Recht, die Nachrangdarlehensverträge ordentlich unter Wahrung einer Frist von sechs Monaten zum Ende eines Monats zu kündigen, frühestens jedoch 24 Monate nach dem Vertragsabschluss. In diesem Fall ist die Emittentin laut VIB verpflichtet, den Darlehensbetrag inklusive bereits angefallener Zinsen sowie einer Vorfälligkeitsentschädigung zurückzuzahlen. Die Vorfälligkeitsentschädigung besteht laut VIB in Höhe der Zinsen, die die Anlegerin bzw. der Anleger bis zum Ende der Laufzeit noch erhalten hätte. Der Zinssatz der Nachrangdarlehen PVA Wittmoldt beträgt 6,37 Prozent pro Jahr.
Risiken
Bei der Vermögensanlage handelt es sich um unbesicherte Nachrangdarlehen mit einem sogenannten qualifizierten Rangrücktritt. Die Ansprüche auf Rückzahlung des Darlehensbetrags und auf Zahlung der Zinsen können gegenüber der Emittentin nicht geltend gemacht werden, wenn dies für die Emittentin einen Insolvenzgrund herbeiführen würde (Zahlungsvorbehalt). Die Forderungen der Anlegerinnen und Anleger treten außerdem im Falle eines Liquidationsverfahrens und im Falle der Insolvenz der Emittentin im Rang gegenüber sämtlichen gegenwärtigen und künftigen Forderungen aller nicht nachrangigen Gläubiger der Emittentin zurück. In der Regel werden Solarprojekte hauptsächlich mit Bankkapital finanziert, das besichert und nicht nachrangig ist.
Es besteht das Risiko, dass in der Bauphase des Solarparks Wittmoldt Probleme auftreten und sich die Fertigstellung und/oder Inbetriebnahme der Anlage verzögert oder im schlechtesten Fall gar nicht erfolgen kann.
Die Emittentin gehört mittelbar der Sunnic Lighthouse GmbH, die ihrerseits eine Tochter der Enerparc AG ist. Da die Emittentin mit diesen beiden Unternehmen wichtige Verträge abschließt (Errichtung, Wartung, Stromabnahme), besteht ein Potenzial für Interessenskonflikte.
Während der Betriebsphase eines Solarparks bestehen beispielsweise die Risiken, dass die Stromerträge unter der Prognose bleiben, größere Reparaturen erforderlich sind oder die erzielbaren Stromverkaufspreise (PPA) unter den Erwartungen bleiben. Wenn die Emittentin geringere Einnahmen und/oder höhere Ausgaben als erwartet zu verzeichnen hat oder eine etwaig erforderliche Anschlussfinanzierung nicht einwerben kann, kann sie zahlungsunfähig werden oder in Überschuldung geraten. Für Anlegerinnen und Anleger besteht ein erhebliches Risiko, ihr eingesetztes Kapital teilweise oder vollständig zu verlieren.
Fazit
Die Enerparc-Gruppe verfügt über sehr umfangreiche Erfahrungen mit Solarprojekten. Davon könnte auch die Emittentin profitieren. Es bestehen aber laut VIB noch einige Projekt- und Vertragsunsicherheiten, sodass in der aktuellen Bauphase noch erhöhte Risiken bestehen können.