Für die geplanten Intel-Fabriken in Magdeburg können die ersten Bodenarbeiten beginnen – unter Vorbehalt. / Foto: Intel

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Intel darf mit ersten Bauarbeiten in Magdeburg beginnen

Der US-Chiphersteller Intel hat die Genehmigung für erste Baumaßnahmen seiner geplanten zwei Chipfabriken in Magdeburg erhalten. Vorerst darf der ECOreporter-Aktien-Favorit aber nur Arbeiten vornehmen, die wieder rückgängig gemacht werden können.

Das Landesverwaltungsamt gab nach eigenen Angaben grünes Licht für die Bodenarbeiten. Das umfasse unter anderem alle erforderlichen Baugruben für die Fabrikgebäude und weitere Einrichtungen.

Endgültige Baugenehmigung wird weiter geprüft

Für alle Baumaßnahmen gilt dabei die Auflage, dass sie rückgängig gemacht werden können. Beim Landesverwaltungsamt liegen demnach 13 Einwendungen gegen den Bau der Chip-Fabriken vor. Das Verfahren für die Gesamtbaugenehmigung befindet sich daher weiterhin in der Prüfung.

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In den Einwendungen geht es etwa um den Wasserverbrauch der geplanten Fabriken, die Bondennutzung und um Artenschutz. Bei Nichterteilung der Gesamtgenehmigung müsse der frühere Zustand des Geländes wiederhergestellt werden, so das Verwaltungsamt. Intel seien bereits zahlreiche Auflagen etwa in den Bereichen Bodenschutz, Naturschutz, Bauordnung und Verkehrsrecht erteilt worden.

Der Bau der Fabriken ist zudem davon abhängig, dass die EU-Kommission die milliardenschweren Subventionen für Intel genehmigt. Das Prüfverfahren läuft noch. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte erklärt, er rechne mit der Freigabe nach der Europawahl.

Auf den endgültigen Baustart hofft die Politik aktuell für das Frühjahr 2025. Die Halbleiter aus Magdeburg sollen nach Intels Angaben eine Strukturbreite von unter zwei Nanometern besitzen. Damit würden die Magdeburger Intel-Fabriken die modernsten Europas sein. Je geringer die Strukturbreite, desto mehr Rechenleistung passt in der Herstellung auf eine Wafer-Siliziumscheibe, zudem verbrauchen die einzelnen Chips weniger Strom.

Die Intel-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,1 Prozent im Plus zum Freitag und notiert bei 29,84 Euro (Stand: 8.7.2024, 9:24 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 4,4 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 0,2 Prozent im Plus.

Intel hat seit 2021 Fabrikprojekte mit einem Umfang von bislang rund 100 Milliarden Dollar angekündigt, um seine Fertigung außerhalb Asiens stärker auszubauen und die Produktion zu modernisieren. Die Pläne umfassen neben neuen Werken im US-amerikanischen Ohio und in Magdeburg Erweiterungen der Produktionsstätten in Arizona, New Mexico, Oregon und Irland.

Im Juni hatte Intel allerdings die Arbeiten an einem Milliardenprojekt in Israel unterbrochen,und bereits im Februar wurde auch der Zeitplan in Ohio nach hinten verschoben. Grund soll die langsamere Auszahlung von Fördermitteln sein. In Magdeburg waren die Subventionen noch einmal aufgestockt worden. Um Geld zu sparen, strich Intel andere Projekte ganz, auch in Israel. In Irland sicherte sich der Konzern jüngst frische Milliarden über den Teilverkauf einer Fabrik.

Tagesgeschäft läuft schwach

Intel will einen Teil der Halbleiterproduktion aus Asien in den Westen verlagern. Der Konzern muss allerdings auch den technologischen Rückstand gegenüber der Konkurrenz aufholen, insbesondere gegenüber dem taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC. Intel hatte in den letzten Jahren aufgrund strategischer Fehler Probleme, neue Chip-Generationen auf den Markt zu bringen. Außerdem will der Konzern der weltweit zweitgrößte Auftragsfertiger hinter TSMC werden.

Aktuell läuft das Tagesgeschäft bei Intel unter anderem wegen der Schwäche am PC-Markt aber nicht gut, im Januar hatte der Konzern mit seiner Prognose für 2024 enttäuscht. Im boomenden Geschäft mit Künstlicher Intelligenz (KI) war Intel bislang zudem außen vor, mit dem Rechencenter-Chip Gaudi 3 für KI-Anwendungen möchte man nun aber Platzhirsch Nvidia Marktanteile abnehmen.

ECOreporter traut es Intel zu, ab etwa 2027 wieder solide Gewinne zu erzielen – auch weil die Politik das Unternehmen stark stützt. Intel produziert seine Chips noch immer überwiegend selbst, was den Konzern unabhängiger von asiatischen Auftragsfertigern macht. Aktuell ist die Aktie aber ein Investment mit erhöhtem Risiko, auch weil es Jahre dauern wird, bis sich die aktuellen Investitionen auszahlen. Im laufenden Geschäftsjahr dürfte allenfalls ein kleiner Gewinn anfallen. Trotz der hohen Fördersummen muss Intel Dutzende Milliarden Dollar investieren.

Intel ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Lesen Sie hier unser Unternehmensporträt. Welche Dividendenkönige ECOreporter derzeit empfiehlt, erfahren Sie in unserem großen Überblick.

Weitere aussichtsreiche Halbleiter-Aktien finden Sie in unserem Dossier Nachhaltige Halbleiter-Aktien: Bis 1.800 % Plus in fünf Jahren.

Lesen Sie auch: Nachhaltig in Künstliche Intelligenz investieren? Das sind die ECOreporter-KI-Aktientipps

Intel Corp.: ISIN US4581401001 / WKN 855681

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