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Li-Cycle: Recyclingfabrik in Magdeburg nimmt Arbeit auf
Der kanadische Batterie-Recycler Li-Cycle hat die erste Hauptlinie seines Werks in Sülzetal bei Magdeburg in Betrieb genommen. Die Anlage ist eine der größten Recyclinganlagen für Lithium-Ionen-Akkus in Europa.
In einer ersten Ausbaustufe plant Li-Cycle, in dem Werk 10.000 Tonnen Altbatterien zu verarbeiten, wie das "Handelsblatt" berichtet. Bis Ende des Jahres will Li-Cycle die Kapazität verdoppeln, ab 2024 sollen pro Jahr bis zu 30.000 Tonnen Akkus verarbeitet werden können.
Li-Cycle plant eigene Raffinerien
Li-Cycle ist der Wirtschaftszeitung zufolge mit der Umsetzung seiner Pläne deutlich schneller als viele Konkurrenten. So habe bislang nur das von Mercedes-Benz unterstützte Unternehmen Primobius im nordrhein-westfälischen Hilchenbach eine Fabrik mit einer Kapazität von 10.000 Tonnen Batterieschrott pro Jahr in Betrieb genommen. Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF plant 2024 die Eröffnung eines Recyclingwerks im brandenburgischen Schwarzheide.
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Die Anlagen von Li-Cycle zerkleinern Batterien und produzieren dabei ein Zwischenprodukt, die sogenannte schwarze Masse, die wertvolle Batteriematerialien wie Lithium, Nickel und Kobalt enthält. Aktuell verkauft Li-Cycle die schwarze Masse noch an Raffinerien zur Weiterverarbeitung, künftig will das Unternehmen Rohstoffe aber mit einem eigenen Verfahren zurückgewinnen.
Damit soll es etwa möglich sein, Lithium deutlich effektiver als bislang möglich zurückzugewinnen. Die erste Fabrik, in der Li-Cycle schwarze Masse weiter aufbereiten wird, soll nach den Plänen des Unternehmens Ende 2023 in Rochester im US-Bundesstaat New York eröffnet werden. Die wiedergewonnenen Batteriemetalle sollen dann etwa an Batteriehersteller für die Produktion neuer Akkus verkauft werden.
In dem Werk in Magdeburg kommt laut Li-Cycle die „Generation 3“-Spoke-Technologie zum Einsatz, mit der alle Arten von Lithium-Ionen-Batterieabfällen, einschließlich kompletter Elektrofahrzeug-Batteriepacks, direkt verarbeitet werden könnten. Eine Entladung, Demontage oder thermische Verarbeitung ist dem Unternehmen zufolge nicht erforderlich.
Deutschland sei der größte Markt für Batterieproduktionsschrott und das erwartete Angebot an Lithium-Ionen-Altbatterien in Europa, erklärte Li-Cycle. Aktuell betreibt das Unternehmen eine Anlage im kanadischen Kingston sowie drei an verschiedenen Standorten in den USA. Zusammen haben diese eine Gesamtverarbeitungskapazität von bis zu 81.000 Tonnen Batteriematerial. Weitere europäische Standorte sind in Frankreich und Norwegen geplant.
An einer deutschen Börse ist die Li-Cycle-Aktie bislang noch nicht gelistet. Hiesige Anlegerinnen und Anleger können das Papier etwa bei der Commerzbank über den Direkthandel der französischen Großbank Société Générale (LT Société Générale) kaufen. Dabei fallen zusätzliche Gebühren an.
Spekulatives Investment
Auf dieser Plattform war die Aktie am Freitag 1,8 Prozent im Minus zum Vortag und kostete 5,26 Euro (4.8.2023, 14:33 Uhr). In den vergangenen drei Monaten gewann die Aktie 37 Prozent an Wert, im Jahresvergleich ist sie 26 Prozent im Minus.
Li-Cycle hat namhafte Investoren, etwa den Schweizer Rohstoffkonzern Glencore oder den südkoreanischen Batteriehersteller LG Chem. Zudem hat das Unternehmen 375 Millionen Dollar an vergünstigten Krediten der US-Regierung im Rahmen des „Inflation Reduction Act“ erhalten. Die Marktkapitalisierung von Li-Cycle liegt bei knapp 1 Milliarde Euro. Im ersten Quartal 2023 stand ein Umsatz von 3,1 Millionen US-Dollar allerdings einem Verlust von 39,3 Millionen Dollar gegenüber.
ECOreporter bewertet die Li-Cycle-Aktie daher als hochspekulatives Investment. Ein Einstieg kommt nur für Anlegerinnen und Anleger in Frage, die eine Wette eingehen wollen und auf das eingesetzte Kapital verzichten können.
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Li-Cycle Holdings Corp.: ISIN CA50202P1053 / WKN A3CWUT
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13.02.26
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