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Lithiumförderer Vulcan Energy mit höherem Verlust – Fortschritte bei Anlagen
Der australische Lithiumförderer Vulcan Energy hat im ersten Halbjahr 2024 wieder tiefrote Zahlen geschrieben. Wichtiger ist bei dem Unternehmen aber der Fortschritt auf dem Weg Richtung industrielle Förderung.
Vulcan Energy will im Oberrheingraben den begehrten Rohstoff Lithium aus Thermalwasser (heiße Sole) filtern. Dieses wird mit Geothermiekraftwerken an die Oberfläche gepumpt, die gleichzeitig den für den Vorgang nötigen Strom produzieren. Das Lithium soll weiterverarbeitet und insbesondere an Automobilkonzerne für die Batterieherstellung verkauft werden.
Zwei Testanlagen in Betrieb genommen
Lithium ist aktuell noch unverzichtbar für Elektroauto-Batterien. Bislang wird es aber in großem Maßstab wenig umweltfreundlich durch Bergbau in Australien oder mittels Verdunstung von lithiumhaltigem Salzwasser in Südamerika gewonnen.
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Im April konnte Vulcan Energy im rheinland-pfälzischen Landau seine Lithiumextraktions- und -optimierungsanlage (Lithium Extraction Optimisation Plant, LEOP) in Betrieb nehmen. Diese löst die Pilotanlage des Unternehmens ab, mit der seit 2021 erfolgreich eine Machbarkeitsstudie für die Fördermethode von Vulcan durchgeführt wurde. Im August folgte dann der Start der Lithiumhydroxid-Optimierungsanlage (CLEOP) im Industriepark Höchst in Frankfurt, in der Lithium in batteriefertiges Lithiumhydroxidmonohydrat (LHM) umgewandelt wird.
Beide Testanlagen sind in erster Linie dafür da, das Betriebspersonal zu schulen, Betriebsabläufe zu verbessern und Qualitätstests durchzuführen. Kunden sollen zudem die Möglichkeit erhalten, das produzierte LHM auf seine Qualität zu testen.
Auf beide Anlagen sollen noch in Entwicklung befindliche Werke folgen, die Lithium in industriellem Maßstab fördern und weiterverarbeiten. Diese sollen 2027 in Betrieb gehen, Vulcan will dann in einer ersten Phase rund 24.000 Tonnen LHM pro Jahr produzieren. Aktuell plant das Unternehmen bis dahin mit elf Produktionsbohrungen an sieben Standorten.
In den ersten sechs Monaten 2024 erwirtschaftete Vulcan einen Nettoverlust von 19,3 Millionen Euro nach einem Minus von 15,6 Millionen Euro im selben Zeitraum des Vorjahres. Die Umsatzerlöse von 3,8 Millionen Euro im ersten Halbjahr stammten im Wesentlichen aus dem Verkauf von Strom aus dem Geothermiekraftwerk Insheim sowie aus Erträgen aus der Vermietung von Bohrpersonal durch den zum Unternehmen gehörenden Personaldienstleister.
Das Nettovermögen des Konzerns erhöhte sich zwischen Januar und Juni von 268,3 auf 288,3 Millionen Euro, das Barguthaben sank allerdings von 78,7 auf 60,6 Millionen Euro. Der Rückgang der liquiden Mittel ist laut Unternehmen auf Investitionsausgaben zurückzuführen. Diese entstanden in erster Linie durch den Anlagenbau, Wartungsarbeiten und Vorbereitungen für weitere Bohrarbeiten. Teilweise wurden diese Ausgaben durch 40,0 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung im Juni 2024 ausgeglichen.
Die Vulcan-Aktie ist im gettex-Handel aktuell 0,7 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 2,37 Euro (Stand: 13.9.2024, 10:50 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 3,2 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 35,4 Prozent an Wert gewonnen.
Die Entwicklungen rund um Vulcan bleiben spannend. Das Unternehmen hat für die nächsten fünf bis zehn Jahre feste Abnahmevereinbarungen mit Konzernen wie Volkswagen, Stellantis, Renault, dem Kathodenspezialisten Umicore und dem südkoreanischen Batteriehersteller LG getroffen. Für einen erheblichen Teil des Lithiumhydroxids seien feste Preise vereinbart worden.
Allerdings ist ein Investment in die Aktie aktuell noch eine Wette. So haben Experten bereits Zweifel geäußert, ob die angestrebten Produktionsmengen realistisch sind – gegen einen Analystenbericht zu diesem Thema hat sich das Unternehmen aber auch schon erfolgreich juristisch gewehrt. Aktuell sollte bei Vulcan nur einsteigen, wer den Verlust seines eingesetzten Kapitals verkraften kann.
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Vulcan Energy Resources: ISIN AU0000066086 / WKN A2PV3A