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Manz-Insolvenz: Alle Unternehmensteile stehen zum Verkauf, operatives Geschäft läuft weiter
Der insolvente Maschinenbauer Manz aus Reutlingen in Baden-Württemberg wird sein operatives Geschäft vorerst weiterführen. Wie Manz in einer aktuellen Stellungnahme zum Stand des Insolvenzverfahrens erklärt, stehen nun außerdem alle Geschäftsbereiche des Unternehmens zum Verkauf.
Aufgabe des vorläufigen Insolvenzverwalters Martin Mucha ist laut Unternehmen, "das verbliebene Vermögen der Manz AG zu sichern, zu verwalten und im Interesse der Gläubiger zu verwerten sowie eine möglichst hohe Anzahl an Arbeitsstellen zu sichern". Das operative Geschäft wird laut Unternehmen auch während des laufenden Insolvenzverfahrens weitergeführt. Manz hatte im Dezember Insolvenz angemeldet, nachdem die Geschäfte schon länger schlecht liefen und ein möglicher Investor die Gespräche abgebrochen hatte. ECOreporter berichtete hier.
Als ein wesentlicher Schritt wird laut Manz "der geplante Verkaufsprozess einzelner Aktivitäten" ausgeweitet. Konkret heißt das: Nachdem Manz vor der Insolvenz bereits geplant hatte, seine Sparte für die Produktion von Batteriezellen zu verkaufen, stehen nun alle Geschäftsbereiche zum Verkauf.
"Verkauf idealerweise im Laufe des Frühjahrs abschließen"
"Durch den breit angelegten Verkaufsprozess soll der Kreis interessierter Investoren vergrößert werden, sodass idealerweise der Verkauf im Laufe des Frühjahrs an einen oder mehrere geeignete Investoren abgeschlossen werden kann", so Insolvenzverwalter Mucha. "Wie die schlussendliche Lösung aussehen wird, hängt vom weiteren Verlauf des Gesamtprozesses ab. Mir persönlich ist es wichtig, dass die Mitarbeiter der Manz AG stets zeitnah über den aktuellen Stand des Verfahrens informiert werden. Ihre Motivation und Kompetenzen sind wesentlich für eine erfolgreiche Umsetzung."
Im elektronischen Xetra-Handel, dem wichtigsten Börsenhandelsplatz Deutschlands, wurde der Handel mit der Manz-Aktie bereits am 27. Dezember beendet. Im Parketthandel in Frankfurt sowie an weiteren Börsen wie Stuttgart, Berlin und München ist die Aktie weiter handelbar.
Allerdings wird das Papier aufgrund der Insolvenz absehbar seine Zulassung für den regulierten Markt (Prime Standard) verlieren und in den sogenannten General Standard der Frankfurter Börse wechseln. Das reduziert laut Manz Kosten und Aufwand der Folgepflichten, insbesondere entfallen damit Quartalsmitteilungen sowie die Verpflichtung, Veröffentlichungen auch in englischer Sprache vorzunehmen.
Im Handel in Frankfurt gewann die Manz-Aktie als Reaktion auf die Mitteilung am Freitag 58 Prozent an Wert. Aktuell ist sie 17,9 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 0,27 Euro (13.1.2025, 9:52 Uhr). Seit Mitteilung der Insolvenz ist der Kurs um 93 Prozent eingebrochen. Auf ein Jahr betrachtet hat die Aktie 97 Prozent ihres Werts verloren.
Manz schreibt schon länger rote Zahlen. Die Hoffnungen des Unternehmens auf ein starkes Geschäft mit der Batteriemontage für Elektrofahrzeuge haben sich bislang nicht erfüllt. ECOreporter hat zuletzt stets von einem Kauf der Aktie abgeraten. Mit der Insolvenz und dem Absturz auf einen Preis von nur noch wenigen Cent ist die Aktie nun endgültig ein Spekulationsobjekt. Private Anlegerinnen und Anleger sollten sich von solchen "Pleitepapieren" fernhalten.
Manz AG:
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