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Manz will Batteriesparte verkaufen, schreibt hohe Verluste
Der Reutlinger Maschinenbauer Manz verkauft sein Geschäft für die Produktion von Batteriezellen. Die Sparte steckt tief in den roten Zahlen. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen höheren Verlust.
Die geplante Transaktion umfasst laut Unternehmen "ein umfangreiches Portfolio" an Produktionsanlagen und Einzelmaschinen für die Fertigung von Batteriezellen, stationären Speichern, Kondensatoren sowie genehmigte, bislang ungenutzte Fördermittel in Höhe von 70 Millionen Euro. Der Vorstand erwartet den Verkauf voraussichtlich im ersten Halbjahr 2025. Zu möglichen Käufern machte Manz keine Angaben.
Batteriemontage bleibt Hoffnungsträger
Grund für den Verkauf ist laut Manz das schwierige Marktumfeld bei gleichzeitig weiter hohen Investitionsanforderungen. Das wirtschaftliche Umfeld habe sich "nach den Verwerfungen im europäischen Markt für Batteriezellen nach Einschätzung des Unternehmens sehr stark eingetrübt", so Manz.
Nicht betroffen ist das Geschäft mit Batteriemodulmontage, auf das Manz weiter große Hoffnungen setzt und das zur Konzernsparte Industrial Automation gehört. Neben dem Automatisierungsgeschäft bleiben die Bereiche Electronics sowie Semiconductor und Contract Manufacturing.
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Das "schwache Marktumfeld" spiegelt sich in Manz' Geschäftszahlen für die ersten neun Monate 2024 wieder. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 133,7 Millionen Euro, der Auftragseingang gab um knapp 27 Prozent auf 93 Millionen Euro nach. Der Auftragsbestand lag Ende September mit 111 Millionen Euro 37 Prozent niedriger als zum gleichen Zeitpunkt 2023.
Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verzeichnete Manz einen Verlust von 13 Millionen Euro, in den ersten neun Monaten des Vorjahres hatte der Konzern noch ein positives Ergebnis von 19,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stand ein Minus von 20,9 Millionen Euro zu Buche.
Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 25,4 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 6,9 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Verluste fielen laut Manz im Wesentlichen im Segment Mobility & Battery Solutions an.
Für das Gesamtjahr 2024 erwartet Manz nun noch einen Umsatz zwischen 170 und 180 Millionen Euro, 2023 hatten sich die Einnahmen auf 249 Millionen Euro belaufen. Das EBITDA soll in einer Spanne zwischen minus 20 und minus 25 Millionen Euro liegen. Als EBIT prognostiziert Manz einen Verlust von 30 bis 35 Millionen Euro.
Sparplan soll ausgeweitet werden
Die Prognose liegt laut Manz "deutlich unter den aktuellen durchschnittlichen Analystenschätzungen für das Geschäftsjahr 2024". In der Prognose noch nicht enthalten sind dem Unternehmen zufolge zusätzliche Wertberichtigungen im Bereich Mobility & Battery Solutions, die Manz zum Jahresende vornehmen wird und deren Höhe noch nicht feststeht.
Um "auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren", wird Manz sein bestehendes Restrukturierungsprogramm ausweiten. Geplant sind demnach Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich durch Personalabbau, Kostenreduktionen und Prozessoptimierungen, die das Unternehmen binnen drei Jahren realisieren will. Details, etwa zu den Stellenstreichungen, nannte der Konzern nicht.
Die Manz-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 8,1 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 4,65 Euro (Stand: 28.11.2024, 11:01 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 32 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 60,1 Prozent ihres Werts eingebüßt.
Manz wird 2024 das vierte Jahr in Folge Verluste schreiben. Großer Hoffnungsträger des Unternehmens ist das Geschäft mit Batteriemontage, das laut Manz "weiter vorangetrieben wird". Das Unternehmen erhofft sich mit einer steigenden Produktion von Elektrofahrzeugen auch eine größere Nachfrage nach dem eigenen Angebot – doch die lässt bislang auf sich warten. ECOreporter sieht deutliche Unsicherheiten und rät vom Einstieg in die Aktie ab.
Manz AG:
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