Die Produktion der Meyer Burger-Töchter in Deutschland soll während der Insolvenz weitergehen. / Foto: Meyer Burger

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Meyer Burger: Betrieb in Deutschland soll trotz Insolvenz weiterlaufen

Die deutschen Tochtergesellschaften des Schweizer Solarunternehmens Meyer Burger haben Insolvenz angemeldet. Trotzdem soll der Betrieb weitergehen. Die Insolvenzverwalter hoffen auf einen Investor.

"Es ist unser Ziel, beide Unternehmen während des gesamten vorläufigen Verfahrens fortzuführen", sagte Lucas Flöther, der vorläufige Insolvenzverwalter der Meyer Burger (Germany) GmbH in Hohenstein-Ernstthal bei Chemnitz. Flöther sprach dabei auch für die Schwesterfirma, die Meyer Burger (Industries) GmbH mit Standorten in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt. Diese wird vom vorläufigen Insolvenzverwalter Reinhard Klose betreut.

Insolvenzgeld sichert vorerst Löhne und Gehälter

Der Mutterkonzern Meyer Burger hatte am vergangenen Wochenende für die beiden deutschen Unternehmen Insolvenzanträge gestellt. ECOreporter berichtete hier. Die Bemühungen um einen Erhalt der Standorte seien bislang erfolglos geblieben.

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Die Löhne und Gehälter der insgesamt mehr als 600 Beschäftigten sollen nun über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert werden, teilten die Insolvenzverwalter mit. In der Solarzellenfertigung Meyer Burger Industries sind 331 Menschen beschäftigt. Bei Meyer Burger Germany arbeiten 289 Menschen im Maschinenbau und in der Technologieentwicklung.

Die beiden Insolvenzverwalter haben Gespräche mit der Geschäftsführung aufgenommen und wollen in den kommenden Wochen die wirtschaftliche Lage prüfen sowie mögliche Sanierungsoptionen ausloten. "Meyer Burger gehört zu den europäischen Technologie- und Innovationsführern der Branche", so Insolvenzverwalter Klose. Er will, wenn möglich, die Standorte und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten.

Eine Option sei, dass ein Investor bei den Unternehmen einsteigen könnte. Entsprechende Versuche seitens Meyer Burger seien zwar gescheitert. Im Insolvenzverfahren sehen die Verwalter aber bessere Chancen. Ein Vorteil sei, dass Erwerber die Geschäftsbetriebe "ohne Altlasten" übernehmen könnten, sagte Klose.

US-Standort geschlossen

Meyer Burger steckt bereits seit Jahren in der Krise, in den vergangenen Monaten hatte diese sich weiter verschärft. Zuletzt hatte nur eine immer wieder verlängerte und erhöhte Brückenfinanzierung durch Gläubiger die Pleite verhindert. Der Konzern sucht einen Käufer, ist dabei bislang aber offenbar erfolglos geblieben.

Am US-Standort im Bundesstaat Arizona hatte Meyer Burger letzte Woche sämtliche 282 Beschäftigten entlassen und die Solarmodulproduktion gestoppt. Das Unternehmen hatte eigentlich gehofft, mit der Verlegung seiner Modulproduktion in die Vereinigten Staaten in die Erfolgsspur zurückzufinden. 

Das Unternehmen hat es auch nicht geschafft, den bereits verschobenen Jahresbericht 2024 wie angekündigt bis zum 31. Mai zu veröffentlichen. Die Schweizer wollen nun eine Fristverlängerung beantragen.

Der Handel mit der Meyer Burger-Aktie ist seit Montag ausgesetzt. Zuletzt notierte die Aktie an der Börse Frankfurt bei einem Preis von 0,50 Euro (Stand: 2.6.2025, 8:52 Uhr). In den letzten drei Jahren büßte sie 99 Prozent ihres Werts ein.

ECOreporter rät seit Jahren von einem Einstieg bei Meyer Burger ab und hatte zuletzt empfohlen, sich von den Papieren zu trennen.

Meyer Burger Technology AG: ISIN CH1357065999 / WKN A40H1E

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