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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Meyer Burger: Potenzielle Investoren für deutsche Töchter
Mehrere Investoren haben offenbar Interesse an den insolventen deutschen Tochtergesellschaften des Schweizer Solarmodulherstellers Meyer Burger. Laut Insolvenzverwalter haben sich die Sanierungschancen "erheblich verbessert".
Konkret geht es um die Unternehmen Meyer Burger Industries am Standort Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt und Meyer Burger Germany in Hohenstein-Ernstthal in Sachsen. Der Schweizer Mutterkonzern hatte Ende Mai für die Gesellschaften mit zusammen gut 600 Mitarbeitenden Insolvenz beantragt.
"Exzellente Produkte und eine hochmoderne Fertigung"
"Die Resonanz auf den Investorenprozess ist gut, es gibt eine Reihe von Interessenten, mit denen wir aktuell verhandeln", erklärte nun der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
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Meyer Burger steckt in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Nach eigenen Angaben sucht auch der Gesamtkonzern einen Käufer, hat dazu aber schon seit längerer Zeit keine Neuigkeiten veröffentlicht. Ende Juni hatte Meyer Burger mitgeteilt, dass auch die US-Tochter pleite ist. Eigentlich wollte Meyer Burger mit der Verlegung seiner Modulproduktion in die Vereinigten Staaten in die Erfolgsspur zurückfinden.
Anfang Juli hat der Schweizerische Anlegerschutzverein mitgeteilt, eine Klage "gegen Meyer Burger sowie aktuelle und ehemalige Organe", also Führungskräfte des Unternehmens, vorzubereiten. Nach Meinung des Vereins hat das Unternehmen die Öffentlichkeit und die Aktionäre wiederholt falsch informiert, insbesondere über technische Fähigkeiten seiner Module und die Struktur von Kundenverträgen. Meyer Burger äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.
Wie andere Solarmodulhersteller auch leidet Meyer Burger insbesondere unter der deutlich günstigeren Konkurrenz aus China. Diese Krise sei "natürlich real", wie Insolvenzverwalter Flöther einräumte. Trotzdem sieht der Fachanwalt Chancen für die Meyer Burger-Töchter. "Meyer Burger hat exzellente Produkte, hervorragendes Know-how und eine hochmoderne Fertigung", so Flöther. Die Insolvenz biete Investoren jetzt die Möglichkeit, den Betrieb ohne Altverbindlichkeiten zu übernehmen. "Insofern haben sich durch das Insolvenzverfahren die Sanierungschancen erheblich verbessert."
Aktie vom Handel ausgesetzt
Aktuell ist die Produktion in den deutschen Werken gestoppt. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld bis Ende August gesichert. Diesen Zeitraum will Flöther "nutzen, um den Investorenprozess voranzutreiben. Wie es dann weitergeht, hängt davon ab, ob es bis dahin einen Investor gibt und welches Konzept dieser verfolgt."
Die Meyer Burger-Aktie ist bereits seit Anfang Juni vom Handel ausgesetzt. Zuletzt notierte sie an der Börse Frankfurt bei 0,50 Euro (Stand: 2.6.2025, 8:52 Uhr). In den letzten drei Jahren büßte die Aktie 99 Prozent ihres Werts ein.
ECOreporter rät seit Jahren von einem Einstieg bei Meyer Burger ab und hatte zuletzt empfohlen, sich von den Papieren zu trennen.
Meyer Burger Technology AG: ISIN CH1357065999 / WKN A40H1E