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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Meyer Burger: Produktion in Freiberg eingestellt – hoher Verlust
Das Schweizer Solarunternehmen Meyer Burger hat seine Modulproduktion im sächsischen Freiberg wie angekündigt eingestellt. Künftig möchte das Unternehmen sich auf die USA konzentrieren. Im vergangenen Jahr schrieb Meyer Burger hohe Verluste.
Wie Meyer Burger in seinem heute veröffentlichten Geschäftsbericht für 2023 erklärt, hat das Unternehmen die Produktion in Freiberg in der ersten Märzhälfte beendet. Die endgültige Schließung des Werks ist für Ende April vorgesehen. Das soll laut Bericht "zu erheblichen Kosteneinsparungen führen".
Zellproduktion in Sachsen-Anhalt soll "vorerst weiterlaufen"
Die Solarzellenproduktion in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt werde "vorerst fortgesetzt, um den Hochlauf der Modulproduktion in den USA zu unterstützen". Das Werk soll noch mindestens ein Jahr erhalten bleiben, wie Meyer Burger-Chef Gunter Erfurt bereits im Januar erklärt hatte. Danach sei es allerdings nicht unwahrscheinlich, dass die Fabrik ebenfalls aufgegeben werde. Der Maschinenbau und die Standorte für Forschung und Entwicklung (F&E) in der Schweiz und in Deutschland sind laut Geschäftsbericht nicht betroffen.
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Die Schließung in Freiberg hatte Meyer Burger im Februar angekündigt, da das Unternehmen in Europa unfaire Marktbedingungen durch die günstige chinesische Konkurrenz sieht. Diese sorgten für "gravierende Verluste" am Standort, wie Meyer Burger-Chef Erfurt erklärte. Das Unternehmen hatte von der Politik Schutzzölle und eine bessere Förderung der Solarindustrie gefordert, etwa durch höhere Zuschüsse und bessere Netzentgelte.
Die Produktion von Solarmodulen soll nun in die USA verlagert werden. Dafür baut das Unternehmen aktuell ein Werk in Goodyear im Bundesstaat Arizona. In Colorado Springs im Bundesstaat Colorado soll eine Solarzellenproduktion entstehen.
Allerdings benötigt das Unternehmen für das Hochfahren der Produktion frisches Geld: Das soll etwa durch eine Kapitalerhöhung in Höhe von 200 bis 250 Millionen Schweizer Franken (208 bis 260 Millionen Euro) hereinkommen, über Maßnahme sollen die Aktionärinnen und Aktionäre auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 18. März abstimmen.
Parallel dazu hat die deutsche Bundesregierung laut Meyer Burger eine Exportkreditgarantie für die Finanzierung durch eine Geschäftsbank mit einem Umfang von bis zu 95 Millionen US-Dollar genehmigt. Auch hofft das Unternehmen auf Steuergutschriften in den USA.
Klappt die Finanzierung, erwartet Meyer Burger, die Modulfertigung in Goodyear bis Ende des zweiten Quartals 2024 und die Zellfertigung in Colorado Springs Ende 2024 in Betrieb nehmen zu können. Das Unternehmen sieht ein "beträchtliches Potenzial" in den USA, "mittelfristig" soll das Geschäft dort ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 250 Millionen Franken pro Jahr generieren.
Aktie mit erheblichen Risiken
Der Umsatz von Meyer Burger sank im vergangenen Jahr wie bereits nach vorläufigen Zahlen mitgeteilt um 8 Prozent auf 135 Millionen Franken. Der Nettoverlust vervielfachte sich von knapp 70 Millionen Franken im Vorjahr auf rund 292 Millionen Franken (304 Millionen Euro). Knapp die Hälfte des Verlusts war laut Unternehmen auf Einmaleffekte wie Wertberichtigungen und außerplanmäßige Abschreibungen zurückzuführen.
Am Handelsplatz Lang & Schwarz ist die Aktie von Meyer Burger aktuell 3,4 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 0,05 Euro (Stand: 14.3.2024, 9:48 Uhr). In den letzten Monaten ging es für die Aktie deutlich abwärts: Auf Monatssicht ist sie 62,6 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 92 Prozent an Wert verloren.
Ob die "Flucht" in die USA das Geschäft von Meyer Burger entscheidend ankurbeln wird, ist fraglich. Auch in den Vereinigten Staaten hat der Konzern bislang Absatzprobleme. Hinzu kommt der hohe Kapitalbedarf für die Investitionen in die neuen US-Werke. An der Börse war die Ankündigung der Kapitalerhöhung schlecht aufgenommen worden. Und von einem profitablen Betrieb bleibt Meyer Burger nach wie vor weit entfernt.
Die Aktie ist zudem schon länger ein sogenannter Pennystock (ein Wertpapier, das im Cent-Bereich gehandelt wird) und anfällig für Spekulationsgeschäfte. Starke Kursschwankungen sind keine Seltenheit. Als Schweizer Wertpapier ist die Aktie in Deutschland zudem nur eingeschränkt handelbar (mehr dazu erfahren Sie hier). ECOreporter sieht erhebliche Risiken bei Meyer Burger und rät weiterhin vom Einstieg in die Aktie ab.
Lesen Sie auch das ECOreporter-Interview mit Meyer Burger-Chef Gunter Erfurt.
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Meyer Burger Technology AG: ISIN CH0108503795 / WKN A0YJZX